Hochzeit von Kana

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05.07.26
Sicherlich kennen wir alle in unserem Bibelstudium, diese Situationen, dass wir an eine Bibelstelle stoßen und recht schnell dieser Gedanke in uns hoch kommt: Diesen Text in Gottes Wort kenne ich schon sehr gut, vielleicht auch mit einer Haltung: ich kenne diesen Text wirklich, hier habe ich alles ausgeschöpft. Wie gut, dass der Geist in uns lebt und auch dieser falsche Gedanke nochmal neu geordnet werden kann. Paulus schreibt im Römerbrief welch ein tiefer Reichtum in der Weisheit und Erkenntnis Gottes liegt, wie unerforschlich seine Wege sind.
Wie wunderbar ist Gottes Wort, dass er uns in seiner Gnade seine Herrlichkeit offenbart und wir neue Schätze entdecken dürfen. Lasst uns heute gemeinsam eine Geschichte Jesu näher betrachten, die uns allen sehr bekannt ist.
Kinder: Welches erste Wunder vollbrachte Jesus vor den Menschen?
Hochzeit Kana
Johannes 2,1–11 „Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war dort. Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit geladen. Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. Und Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was irgend er euch sagen mag, tut! Es waren aber sechs steinerne Wasserkrüge dort aufgestellt, nach der Reinigungssitte der Juden, wovon jeder zwei oder drei Maß fasste. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Sie aber brachten es. Als aber der Speisemeister das Wasser gekostet hatte, das Wein geworden war und er wusste nicht, woher er war, die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie betrunken geworden sind, den geringeren; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn.“
Wir lesen von einer Hochzeit in Kana, in der die Mutter Jesu, er selbst und seine Jünger eingeladen wurden. Was eigentlich unvorstellbar ist, passierte damals tatsächlich. Während der Hochzeitsfeier gehen die Getränke aus, es gibt keinen Wein mehr. Auf dieser Hochzeit vollbringt Jesus das erste Wunder, indem er sechs Wassergefäße mit Wasser füllen lässt und dieses Wasser anschließend zu Wein verwandelt wird. Lasst uns gemeinsam näher in die Geschichte gehen und sehen, was Jesus uns heute aufzeigen möchte.
Es ist Maria, die Mutter Jesu, die Jesus in V.3 auf den Missstand aufzeigt: V.3 Lesen?!
In V.4 lesen wir die Antwort von Jesus, dieser Vers kann beim ersten Lesen ein Fragezeichen hinterlassen. Die Mutter Jesu beschreibt einen problematischen Zustand und dieser ist einfach zu verstehen: Sie haben keinen Wein. Doch in der Antwort von Jesus können wir sehr viel herausnehmen, indem er aufzeigt wer er ist. Er ist der Sohn Gottes und zeigt die wahre Ordnung auf. Seine Mutter gibt ihm eine buchstäbliche Aussage, Jesus allerdings antwortet ihr geistlich. Jesus spricht zu ihr als Sohn Gottes und daher kann er sie nicht mehr als Mutter bezeichnen. Als Sohn Gottes kommt er mit diesen einen Auftrag, Gott den Vater zu verherrlichen, indem er selbst Frieden schaffen wird, zwischen Gott und Mensch. Jesus ist nicht gekommen um die irdischen Probleme des Menschen zu lösen und reagiert dementsprechend mit der Antwort: Was habe ich mit dir schaffen, Frau? Was geht dieses Problem mich an, ich bin dafür nicht gekommen.
Jesus besucht diese Hochzeit mit seinen Jüngern nicht um den Menschen seine Göttlichkeit beweisen oder bestätigen zu müssen, damit die Menschen an ihn glauben. Er verwandelt das Wasser zu Wein nicht um die Leute bei Laune zu halten sondern in erster Linie auf die Göttliche Gnade, die Frohe Botschaft hinzuweisen.
Jesus verbindet mit Wein etwas ganz anderes, wir lesen davon im Opfersystem des AT, dass es symbolisch für das Blut steht und um die Vergebung der Schuld geht.
In der Aussage: Sie haben keinen Wein mehr, sieht Jesus kein örtliches zeitlich begrenztes Problem sondern ein zeitloses globales Problem für alle Menschen. Der Mensch ist verunreinigt durch seine Schuld vor Gott und es gibt kein Opfer, kein Blut das diese Unreinheit nehmen kann. Jesus deutet zum Ende des Verses auf sich hin. Das einzig würdige Opfer ist Jesus selbst, er ist es, der jeglichen Mangel beseitigt und aufhebt. Er ist das Opfer, wo wir sagen, sein Blut ist genug. Doch dieser Zeitpunkt der Kreuzigung ist noch nicht gekommen: Meine Stunde ist noch nicht gekommen. In Johannes 17, das hohepriesterliche Gebet lesen wir davon, das Jesus kurz vor der Kreuzigung steht und jetzt ausspricht: Meine Zeit ist gekommen.
Doch ein Großteil der Menschen erkannte überhaupt nicht, das sie einen Retter brauchen. Dieses Bild zeigt sich auch auf der Hochzeit bei Kana. Jesus, der Gesalbte kommt als Retter, Gott der Höchste erniedrigt sich und wird Mensch. Wie muss es Jesus auf dieser Hochzeit ergangen sein. Er kommt als Lamm Gottes auf die Erde und er wird durch sein Opfer leiden. Die Hochzeit spiegelt das Bild der Menschen wieder. Die Menschen haben Freude, sie feiern. Genieße das das Essen und den Wein und mitten unter der Feierlichkeit ist Jesus, bereit den Auftrag des Vaters auszuführen. Unseren Schuldschein zu bezahlen und den Fluch am Kreuz auf sich zu nehmen. Dieses Ereignis spiegelt das Leben in der Finsternis wider. Der Mensch sieht nicht seinen geistlichen Mangel, das er voller Sünde ist, voller Schmutz. Weil ein Mensch in der Finsternis seinen wahren Mangel, sein wahres Problem nicht sehen kann, dafür ist er blind. Stattdessen sehen wir Freude und Sorglosigkeit.
Die geistliche Blindheit betrifft auch die damalige religiöse Elite an Schriftgelehrten und Pharisäern. In V.6 lesen wir von der Reinigungssitte der Juden anhand der sechs steinernen Wasserkrügen. Die Reinigungssitte finden wir im Markus Evangelium wieder, in Kapitel 7. Die Pharisäer und die Juden hielten sich an überlieferten Satzungen der Alten fest, die besagt, vor dem Essen die Hände gründlich mit einer Handvoll Wasser zu waschen sowie die gründliche Waschung von Krügen, Bechern und Kupfergeschirr. Die Pharisäer kritisieren die Jünger Jesu, die ohne Reinigung ihre Hände waschen wollen.
Die Pharisäer sahen nicht das Wort Gottes als ihre höchste Autorität an, sondern den Menschengeboten der Alten. Das Gesetz Gottes im AT sah eine Reinigung des Körpers dann an, wenn es eine bestimmte körperliche Verunreinigung entstanden ist oder eine Schuld vorlag (3. Mose 15). Die Reinigung des Menschen sollte dann am bewegeten (lebendigen) Wasser erfolgen, sprich an Quellwasser oder am Fluss. Dieses Gesetz wurde durch das Menschengebot, sprich durch die Reinigungssitte der Alten verdrängt. Es erfolgte Keine Reinigung mehr an den bewegten Wasser sondern aus dem stehenden Wasser. Weg von dem lebendigen Wasser, weg vom Gesetz Gottes hinzu dem toten Wasser, das Gebot des Menschen, Wasser aus Steingefäßen.
Jesus spricht ein klares Urteil und antwortet mit den Worten Jesaja 29,13 „Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk sich mit seinem Mund naht und mich mit seinen Lippen ehrt und sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist:“
Jesus führt den Menschen weiter auf, was wirklich uns Menschen verunreinigt. Nicht die Speisen, die von außen in den Körper, in dem Leib kommen, verunreinigen den Körper sondern unser Innerstes ist unrein. Alle die wir im Licht leben, können das jetzt bestätigen und Jesus zeigt es in Markus 7,21–23 „Denn von innen aus dem Herzen der Menschen gehen hervor die schlechten Gedanken: Hurerei, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, List, Ausschweifung, böses Auge, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge gehen von innen aus und verunreinigen den Menschen.“
Darum kommt Jesus und wird Mensch, weil wir unser Herz nicht verändern können unsere Gesinnung bleibt gleich. Die Quelle der Verunreinigung ist das Herz des Menschen. Jesus kommt und führt die einzig wahre Ordnung ein, wahre Reinigung allein durch sein Blut.
In V.10 lesen wir, wie der Speisemeister den Bräutigam aufsucht und sagt:
Wenn wir die ersten Verse der Geschichte aus der göttlichen Perspektive von Jesus deuten durften, dann auch zum Ende dieser Geschichte. Der Speisemeister zeigt den Vergleich zwischen den ersten geringen Wein und den folgenden guten Wein, der den Mangel aufhebt.
Der gute Wein, Jesu Blut wurde bisher zurückgehalten. Die Menschen hatten bisher im Alten Bund ein Opfersystem, in denen das Blut von Tieren keine völlige Sühnung brachten. 1000 über 1000 Schlachtopfer, Blut über Blut waren am Ende das Bild, das weiterhin ein Mangel herrschte. Jesus kommt zur festgesetzten Zeit und zeigt durch die Verwandlung des Wasser in Wein, das er das Opfer sein wird, welches völlige Reinigung schaffen wird.
Wenn es in V.11 darum geht, das Jesus seine Herrlichkeit offenbart, dann dürfen wir es tiefer sehen. Es ist weit mehr als die buchstäbliche Verwandlung Wasser zu Wein. In Jesus gibt es nie wieder Mangel, sein Blut ist genug. Für alle Zeit. Er führt uns zur wahren Freude und Ruhe. Sein Blut führt uns zum wahren Leben.
Im Hebräerbrief Kapitel 10 wird uns der AB mit dem neuen NB gegenüber gestellt, der AB ein schattenhaftes Bild ist, dieses Opferblut kann den Menschen nicht ans Ziel bringen. Das Blut von Stieren und Böcken kann eben unmöglich Sünden wegschaffen.
Hebräer 10,9–10 „sprach er dann: „Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun.“ Er nimmt das Erste weg, damit er das Zweite aufrichte. Durch diesen Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.“
Hebräer 10,14 „Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar die vollkommen gemacht, die geheiligt werden.“
Hebräer 10,18 „Wo aber eine Vergebung derselben ist, da ist nicht mehr ein Opfer für die Sünde.“
Schau auf Jesus! In Ihm haben wir alles, sein Werk, sein Blut führt uns zur bleibenden Freude und Ruhe. Sein Blut ist für alle Zeit genug. Er wird das Werk vollenden, welches er in uns angefangen hat.
1. Johannes 3,1–3 „Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es. Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist.“
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