Den Kampf im Kopf gewinnen (Teil 1)
Macht der Gedanken • Sermon • Submitted • Presented
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· 16 viewsVon "Die Gedanken sind frei" bis zu "Gehirnwäsche" ist eine riesige Spannbreite. Was beeinflusst unsere Gedankenwelt, wie freidenkend sind wir wirklich - und wie können unsere Gedanken gesund, hoffnungsbringend und gottgefällig sein? Wie können wir sie lenken?
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“Was riecht hier so? Riecht ihr das auch? Ist das nicht wie…”
Wieviele von euch haben jetzt gerade bewusst die Luft eingeschnuppert und versucht herauszufinden, was für ein Geruch in der Luft liegen könnte? Einige haben vielleicht gedacht: “Der Markus macht nur seine Predigteinleitung. Ich warte mal ab, was kommt.” Aber andere haben tatsächlich etwas gerochen. Vielleicht ein Parfum, vielleicht etwas eher Unangenehmes. Bei wievielen von uns ist in diesem Moment ein Gefühl der Unsicherheit oder der Alarmiertheit aufgekommen?
Nun, ich habe tatsächlich gerade ein Experiment mit uns gemacht. Das, was jetzt bei uns allen abgegangen ist, ist der Kampf im Kopf. Der Kampf in der Gedankenwelt, der sofort mit unseren Gefühlen und Erinnerungen zusammenspannt. Der Kampf, der bei den einen zu entspannter Erwartung und bei den anderen zu alarmierter Fluchtbereitschaft führen kann.
Das ist heute unser Thema: Den Kampf im Kopf gewinnen! Es geht um die Macht der Gedanken und wie wir sie lenken können.
Ich stelle dieser Predigt einen Psalmvers voran, ein Gebet, das schon die Antwort auf die Frage enthält: “Wie können wir den Kampf im Kopf gewinnen?” Indem wir lernen, unsere Gedanken auf Gott auszurichten.
HERR, lass dir die Worte meines Mundes und die Gedanken meines Herzens gefallen! HERR, mein Fels und mein Erlöser.
Wunderschön, dieses Gebet! Es heisst, dass unser Mund Worte hat und unser Herz Gedanken. Und es heisst, dass es ein guter Wunsch ist, wenn unsere Worte und unsere Gedanken Gott gefallen. Warum? Weil er so stabil und zuverlässig wie ein Fels ist, nicht schwankt, nicht willkürlich ist, sondern Sicherheit und Orientierung gibt. Und weil er so vergebend und lebensverändernd wie ein Retter ist, der sich selbst als Lösegeld für uns hingibt.
Gehen wir etwas tiefer in diese Sache hinein: was haben Gedanken für eine Kraft? wo liegen die Kampfplätze eigentlich? und wie können wir diesen Kampf im Kopf gewinnen?
1. Gedanken sind wie Pflanzen
1. Gedanken sind wie Pflanzen
… sie brauchen Pflege.
… sie sind verwurzelt im Herzen!
… sie tragen Blüten und Früchte, nämlich Pläne, Worte und Taten!
Flipchart
Das sagt Jesus mit diesen Worten:
Ein guter Mensch bringt aus einem guten Herzen gute Taten hervor, und ein böser Mensch bringt aus einem bösen Herzen böse Taten hervor. Was immer in deinem Herzen ist, das bestimmt auch dein Reden.
Ich finde es interessant, was im Hebräischen das Wort für “Gedanken des Herzens” alles bedeuten kann: das Gemurmel meines Herzens, mein Herzens-Gespräch - oder auch mein Herzens-Geschwätz. Es kann übersetzt werden mit: das Sinnen, Stöhnen, Nachdenken und Meditieren meines Herzens. Die Besinnung des Herzens. Der Klang und das Musizieren meines Herzens.
Da merken wir, was Gedanken sind. Es ist unser inneres Gespräch. Und das lässt unsere Gedanken-Pflanzen wachsen, formt sie, gestaltet sie, stabilisiert und pflegt sie - oder lässt sie verwildern. Wenn wir Gedankenaustausch machen, dann reden wir darüber. Unsere Gedanken-Pflanze bekommt neue Impulse, neue Zweige, vielleicht auch neue Blüten, wo Früchte wachsen können. Gesunde oder giftige. Die Gedanken haben Macht!
Wir müssen nicht jeden Gedanken weiter denken. Dass ich am Anfang euch den Gedanken eingepflanzt habe, dass es einen besonderen Geruch in diesem Raum gibt, das haben die meisten vermutlich schon wieder vergessen. Der Gedanke war es nicht wert, weitergedacht zu werden. Es ist wie der Rasensame, den ich vor ein paar Wochen ausgesät habe: er wächst nicht. Und das ist gut zu wissen: du musst nicht jeden Gedanken weiterdenken. Wir entscheiden im Moment, wo ein Impuls in unserem Kopf ankommt, ob wir daraus einen Gedanken formen wollen oder nicht.
Aber vielleicht ist jemand doch daran hängen geblieben, an diesem Geruch-Gedanken. Den Gedanken nachhängen… darüber nachsinnen. Im Herzen murmeln, vielleicht sogar im Selbstgespräch. Wenn du das tust, dann wird dieser Gedanken-Same zu einer Gedanken-Pflanze wachsen. Wird verschiedene Äste bekommen.
Dr. Caroline Leaf sagt: jedesmal, wenn wir einen Gedanken ins Bewusstsein holen, wird er sich verändern. Entweder gestalten wir ihn um oder wir festigen ihn noch. Der Gedanke, dass es in diesem Raum nach etwas riecht, ist jetzt wieder in unserem Bewusstsein. Wir können diesen Gedanken gestalten oder festigen. So kann jemand, der deswegen alarmiert war und immer noch Adrenalin im Blut hat, sich beruhigen und sich sagen: “Es war nur ein Expermient von Markus. Nichts Bedrohliches!” Hilfreich ist, wenn ich das nochmals bestätige: “Ja, Freunde, es war nur ein Experiment. Ich habe nichts Bedrohliches gerochen!” So wird eine Gedanken-Pflanze gepflegt und gestaltet. Oder gefestigt.
Wer denkt: “der Markus hat vielleicht etwas gegen mich”, kann jetzt diesen Gedanken festigen, indem er eine Schlussfolgerung zieht: “Er hat mich mit diesem ‘Es riecht etwas hier...’ hereinlegen wollen. Er wollte sich lustig über mich machen. Das verzeihe ich ihm nicht.” Ich hoffe nicht, dass das jemand jetzt so denkt. Aber merkt ihr: diese Gedankenpflanze würde sich auf diese Weise festigen. Als negativer, giftiger Gedanke. Und je mehr Sachen passieren, je mehr Überlegungen dazu kommen, desto sicherer wird man sich, dass man richtig gedacht hat. Die Gedankenpflanze wird beginnen, giftige Früchte zu bringen. Das Gedankenkarussel geht los. Die negativ Spirale beginnt zu drehen. Das Kopf-Kino spielt seine Filme ab.
Dass Gedanken so funktionieren, weiss Gott - er hat uns ja so geschaffen. Und darum wird er in seinem Wort auch nicht müde, uns zu ermutigen, die Gedankenpflanzen in unserem Kopf und Herzen gut zu pflegen. Zum Beispiel zeigt er uns, wodurch unsere Gedanken positiv gefüllt werden können. Eine Positiv-Spirale ausgelöst werden kann:
Und nun, liebe Freunde, lasst mich zum Schluss noch etwas sagen: Konzentriert euch auf das, was wahr und anständig und gerecht ist. Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist, über Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen.
2. Den Kampf ernstnehmen
2. Den Kampf ernstnehmen
Jemand erzählt folgendes:
“Der Kampf der Gedanken begann in mir, und es kam mir vor wie damals, als ich Kickboxen machte. «Du musst die Schläge abwehren, dich nicht erwischen lassen und gezielt schlagen», sagte der Trainer. Wenn Zukunftsgedanken voller Sorgen auftauchten, boxte ich sie weg, entweder in Gedanken oder flüsternd – mit Wahrheiten aus der Bibel, Texten von Liedern oder einfach mit dem Satz: «Herr, ich vertraue dir. Du hast alles im Griff.» So gelang es mir, mich zu beruhigen, und die Gedanken liessen nach.”
Wenn Gedanken wie Pflanzen sind, dann sind unsere Gedanken auch der Witterung und der Bodenbeschaffenheit ausgesetzt, wie Pflanzen. Pflanzen sind beeinflusst von Regen und Sonne, von Wind und gefräsigen Pflanzenfressern, von Dünger und giftigen Abgasen. Der Einfluss auf unsere Gedankenwelt ist sehr vielschichtig. Da sind Worte, die wir hören. Bilder, die wir sehen. Dinge, die wir konsumieren. Güter, an die wir unser Herz hängen. Sorgen, die wir uns machen. Erwartungen, die an uns herangetragen werden. oder Ohrwürmer aus unserer Vergangenheit, Erinnerungen, Schmerzen oder Hoffnungen, die unsere Gedanken beeinflussen. Da sind Begierden, die uns gelüsten. Und Lügen, denen wir glauben schenken. All das hat Einfluss auf unsere Gedanken-Pflanzen.
Rick Warren sagte: “der geistliche Kampf findet hauptsächlich in unserer Gedankenwelt statt.”
Wir sollten diesen Kampf ernst nehmen! Denn unsere Blüten und Früchte, unsere Pläne, Worte und Taten hängen davon ab, wie wir diesen Kampf kämpfen.
Hier ist ein Beispiel, das diesen Kampf der Gedanken in Petrus aufzeigt:
Textlesung Galater 2,11-16
Diese Geschichte zeigt deutlich, was der Kampf der Gedanken ist - ohne auch nur das Wort “Gedanke” zu erwähnen.
Sie zeigt Blüten und Früchte: dass Petrus sich dem Erwartungsdruck der jüdischen Jesus-Nachfolger gebeugt hat und sich von nicht-jüdischen Jesus-Nachfolgern distanziert hat. Trennung. Das ist keine gute Frucht.
Paulus, der diese Geschichte erzählt, hat sofort gemerkt: da ist etwas faul! Was ist faul? Der Boden ist vergiftet, die Luft ist unrein, die Witterung - all das hat bei Petrus ungesunde Gedanken-Pflanzen verursacht. Aber zentral ist das, was im Herzen ist: Menschenfurcht, Lüge, Doppelbödigkeit.
Also setzt er dazu an, bei Petrus ein Umdenken zu ermöglichen. Er zeigt, wo die Wurzeln liegen - er zeigt aufs Herz! Nicht das Halten von Gesetzen, sondern der Glaube an Jesus Christus ist entscheidend, um von Gott angenommen zu werden!
Lassen wir nochmals die Bibel-Aussagen auf uns wirken, die wir schon gehört haben:
HERR, lass dir die Worte meines Mundes und die Gedanken meines Herzens gefallen! HERR, mein Fels und mein Erlöser.
Ein guter Mensch bringt aus einem guten Herzen gute Taten hervor, und ein böser Mensch bringt aus einem bösen Herzen böse Taten hervor. Was immer in deinem Herzen ist, das bestimmt auch dein Reden.
Und nun, liebe Freunde, lasst mich zum Schluss noch etwas sagen: Konzentriert euch auf das, was wahr und anständig und gerecht ist. Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist, über Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen.
3. Umdenken!
3. Umdenken!
Wie kann der Kampf im Kopf gewonnen werden?
Darüber predige ich das nächste Mal.
Wir können uns Mühe geben in der Gedankenwelt uns auf das Gute zu konzentrieren. Aber wie es Paulus dem Petrus gezeigt hat, liegt die Wurzel der Blüten und Früchte nicht im Pflanzenstängel, sondern in der Wurzel, im Herzen. Das Umdenken bedeutet in der griechischen Sprache ‘metanoia’ - Sinnesänderung. Gott schenkt uns ein neues Herz. Wir können nicht einfach unsere Herzen flicken. Wir brauchen neue Herzen.
Gute Fragen sind: Welche Einflüsse habe ich? Wo kann ich einen Gedankenstopp machen? Wie kann ich den Kreislauf der Gedanken durchbrechen? Wie kann ich negative Gedanken ersetzen? Es ist aber auch gut zu schauen: wie sieht’s in deinem Herzen aus? Was sind deine Grundannahmen und Überzeugungen? Jesus will uns ein neues Herz schenken.
Mehr dazu also das nächste Mal.
Meine Reaktion
Meine Reaktion
Wir bleiben bei Psalm 19,15. Bete dieses Gebet still mit. Richte dein Sinnen und Murmeln des Herzens darüber in Bewegung. Mach ein Gedankenkarussell zur Frage: Herr, wie können meine Gedanken des Herzens dir wohlgefallen? Wie können die Worte meines Mundes dich erfreuen? Mach statt einer Negativ-Spirale, sondern eine Positiv-Spriale in deinem Kopf, die sagt: Gott, du bist so gut, du bist mein Fels, du bist mein Erlöser.
HERR, lass dir die Worte meines Mundes und die Gedanken meines Herzens gefallen! HERR, mein Fels und mein Erlöser.
Song: Lass die Worte, die ich sag...
https://www.youtube.com/watch?v=XZYxSTp9H4E
