Den Kampf im Kopf gewinnen (Teil 2)
Macht der Gedanken • Sermon • Submitted • Presented
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· 6 viewsVon "Die Gedanken sind frei" bis zu "Gehirnwäsche" ist eine riesige Spannbreite. Was beeinflusst unsere Gedankenwelt, wie freidenkend sind wir wirklich - und wie können unsere Gedanken gesund, hoffnungsbringend und gottgefällig sein? Wie können wir sie lenken?
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HERR, lass dir die Worte meines Mundes und die Gedanken meines Herzens gefallen! HERR, mein Fels und mein Erlöser.
Ah, da fällt mir ein: vor ein paar Wochen haben wir doch alle hier im Saal die Luft durch die Nase eingezogen und versucht, herauszufinden, was hier riecht. Wieviele erinnern sich noch daran?
Das war ein Experiment. Ich habe in meiner ersten Predigt über Psalm 19,15 diesen Gedanken in unsere Köpfe gepflanzt, dass hier möglicherweise ein besonderer Geruch in der Luft liegt. Damit wollte ich nur einen kleinen Kampf in euren Köpfen auslösen. Und dann habe ich gezeigt, dass Gedanken wie Pflanzen sind. Wir können sie pflegen und zu ihnen schauen - dann werden sie Blüten und Früchte bringen. Blüten und Früchte der Gedanken, das sind Pläne, Worte und Taten. Das können entweder gesunde oder aber giftige Pläne, Worte oder Taten sein. Es spielt also eine Rolle, wie wir den Kampf im Kopf führen - es hat Auswirkungen bis in unsere Worte und unser Verhalten. Meine Ermutigung: hört oder seht euch dazu die Predigt “Den Kampf im Kopf gewinnen” vom 26. April 2026 an.
Flipchart: Gedankenpflanze mit Blüten und Früchten, verwurzelt im Herzen
Diese Skizze zeigt eine Gedankenpflanze. Sie hat einen Stängel, eine Blüte und eine Frucht. Und sie wurzelt in einem Herzen. Hier geht’s heute weiter. Mein Thema: wir können den Kampf im Kopf gewinnen, wenn wir UMDENKEN. Ich erwähne hier das griechische Wort “Metanoia” - Sinnesänderung. Eine Erneuerung der Gedanken durch die Erneuerung des Herzens. Bedeutet: versuch nicht nur mit deiner Willensanstrengung dich zu verändern, dich zu verbessern - sondern lass dich verändern von innen nach aussen, vom Herzen über die Gedanken bis zu deinen Plänen, Worten und Taten. Lass dich vom Wunsch antreiben, dass die Gedanken deines Herzens und die Worte deines Mundes Gott gefallen. Warum, weil Gott gut ist, weil er zuverlässig ist, weil er uns retten kann.
Lasst uns von Psalm 19,15 ausgehen und der Frage nachgehen: wie kann bei mir ein Umdenken, eine Sinnesänderung im Herzen stattfinden, damit meine Gedankenpflanzen zu guten Blüten und Früchten führen?
1. Warum ist es wichtig, was ich denke?
1. Warum ist es wichtig, was ich denke?
a. Weil mein Mindset über Sieg und Niederlage entscheidet
Am Freitag war das Startspiel der Eishockey-Weltmeisterschft 2026 zwischen der Schweiz und der USA. Die Schweizer-Nati hat aber nicht gerade einfache Zeiten hinter sich. Mitten in der grossen Vorfreude auf die WM wurde der Trainer entlassen. Unschöne Szenen. Was macht das mit einer Mannschaft? Was für Gedankensamen werden da in die Köpfe und Herzen gesät? Was für ein Gedankenkarussell geht da ab?
Der neue Trainer hatte eine schwierige Aufgabe. Und er hat sie gut angepackt. Die Schweiz gewinnt mit 3:1. Dazu sagt der Trainer Jan Cadieux: “Seit zwei oder drei Tagen reden wir über Intensität und dass jeder rauskommen und alles geben muss für diese Mannschaft. Es ist das Mindset, das diese Mannschaft in den letzten Jahren aufgebaut hat.” Der Trainer holt das Mindset hervor, das eine Siegermannschaft hat - es sind Gedankenpflanzen, die bereits vorhanden waren - aber durch die negativen Ereignisse verdrängt worden sind. “Wir geben alles - jeder von uns, alle miteinander - für den Sieg!” ist ein starker, einheitsstiftender Gedanke, der zum Siegen hilft.
b. Weil sich durch meine Gedanken sogar meine Identität verändert
Man sagt: aus Gedanken entstehen Taten, aus Taten werden Gewohnheiten, aus Gewohnheiten wird der Charakter geformt, und der Charakter gestaltet unsere Identität mit.
Da wird jemand als Kind gemobbt und denkt dann: “Ich beweise es euch allen!” Irgendwann wird sie oder er einen Weg finden, diesen Gedanken in Tat umzusetzen. “Ich beweise es euch allen” geschicht vielleicht durch Sport, Karriere, grosse Hilfsbereitschaft oder heimtückische Hinterlist. Wenn solche Taten immer wieder getan werden, werden sie zur Gewohnheit - es läuft automatisch so ab. Und schliesslich prägt das den Charakter - der Ehrgeizige, die Erfolgreiche, der Unterstützer, die Fiese. Und wie ihr merkt: es ist bereits Identität. Die anderen sehen einen so. Man sieht sich selbst so.
Darum kümmere dich um deine Gedanken und dein Herz, wo die Gedanken wurzeln! Sie prägen letzlich, wer du bist! Das wusste auch der weise Salomo:
Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben.
Und nun, liebe Freunde, lasst mich zum Schluss noch etwas sagen: Konzentriert euch auf das, was wahr und anständig und gerecht ist. Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist, über Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen.
2. Pflege deine Gedanken (Gedanken stoppen und ersetzen)
2. Pflege deine Gedanken (Gedanken stoppen und ersetzen)
Wie kann der Kampf im Kopf gewonnen werden?
Oder anders gefragt: wie kann bei mir ein Umdenken, eine Sinnesänderung im Herzen stattfinden, damit meine Gedankenpflanzen zu guten Blüten und Früchten führen?
Flipchart: Folgendes an der Gedankenpflanze illustrieren.
> Einflüsse als Pfeile in vier Farben auf den Stängel. Evt. dazu schreiben: Worte, Bilder, Reize, Kultur.
> Gedanken-Stopp als Stoppschild (8-eck rot)
> Ersatzgedanke als grünen Pfeil
Natürlich musst du darauf achten, welche Einflüsse auf deine Gedanken-Pflanzen einprasseln.
Da gibt es, wie im realen Garten, Regen, Sonne, Kälte, Wärme, Dünger, Giftstoffe, gefräsige Raupen, Nützlinge… Einflüsse, das ist alles, was wir in unsere Gedankenwelt hineinlassen: Worte, Bilder, Reize, Sehnsüchte, Träume, Ängste, Blitzgedanken, die wie Pfeile in unser Denken eindringen.
Die Einflüsse kommen von anderen Menschen - was sie sagen, wie sie sich verhalten, was du bei ihnen beobachtest; und dann denkst du drüber nach. Voilà!
Die Einflüsse kommen von Medien, Handy, TV, Bücher, Zeitschriften, Plakaten. Ich habe gelesen, dass bei manchen Leuten schon der Anblick vom Handy den Wunsch auslöst, sich Pornographie anzuschauen. Das ist der Kampf im Kopf, den wir gewinnen wollen.
Manche Einflüsse kommen aus unserer kulturellen Prägung. So, wie man sich “bei uns” verhält, was “normal” ist. In der ersten Predigt über die Macht der Gedanken habe ich von Petrus erzählt. Er hat sich zuerst mit Gläubigen aus anderen Nationen getroffen. Als aber seine jüdischen Freunde auftauchten, begann er sich von den Nicht-Juden abzusondern. Trennung ist eine faule Sache. Dabei wird der ganze Glaube verraten, dass alle durch Jesus Vergebung der Sünden bekommen - alle, die glauben, egal aus welcher Nation! (vgl. Galater 2,11-21) Kulturelle Prägungen können unsere Gedankenpflanzen ganz schön arg beeinflussen! Das sollten wir uns bewusst machen!
Natürlich kannst du entscheiden, ob du einen Gedanken weiterdenken willst oder nicht. Den Gedanken-Stopp anwenden.
Mike Müllerbauer hat ein passendes Lied gemacht: “Da kommt jemand und sagt zu mir: Das schaffst du doch niemals. Und außerdem schaust du ziemlich komisch aus oooahh. Stopp sag ich mir. Das ist doch wirklich Quatsch. Gott sieht das ganz anders. Solche Gedanken gehören in Matsch Pflatsch. So einen Käse lass ich nicht in meinen Kopf rein. Nein, nein, nein!”
Song: “So ein Käse lass ich nicht in meinen Kopf rein” https://www.youtube.com/watch?v=erP1d4EIDG0
Mit dem Gedanken-Stopp verhinderst du, dass du einen ungesunden, giftigen Gedanken-Samen pflegst und wachsen lässt. Ja, wir können entscheiden, ob wir über etwas weiter nachdenken wollen oder nicht. Aber, meine Lieben, das ist nicht immer einfach. Wenn die Einflüsse ganz stark sind und immer wieder kommen… Es braucht mehr, als der Gedanken-Stopp.
Natürlich kannst du falsche Gedanken sofort mit neuen ersetzen. Aus Angst wird Zuversicht. Aus Verzweiflung wird Hoffnung.
Wie geht das? Ganz einfach: setz dich guten Einflüssen auf deinen Gedankengarten aus. Worte, die nicht falsch, sondern richtig sind. Bilder, die nicht zerstörerisch, sondern heilsam sind. Reize, die nicht verführerisch, sondern wohltuend und gottgefällig sind.
Diese neuen Gedanken müssen aber wahr sein und du musst innerlich damit übereinstimmen können. Jemand hatte mal brutale Ängste, dass dem eigenen Kind etwas Schlimmes passieren könnte. Diese Ängste verfolgten sie bis in die Albträume. Sie bekam den Rat: mach den Gedanken-Stopp und dann ersetze mit dem neuen Gedanken: “Meinem Kind wird nichts passieren!” Aber das ist keine wahre Aussage. Dem Kind kann etwas passieren. Darum konnte dieser Gedanken-Stopp mit dem Ersatz nicht funktionieren. Es ist nicht wahr, dass dir nichts passieren kann. Aber es ist wahr, dass Gott dich nie verlässt, egal, was passiert. Es ist wahr, dass nichts geschehen kann, was Gott nicht zulässt. Es ist wahr, dass Jesus selbst gelitten hat und sich für uns hingegeben hat - und das gilt auch für das kleine Kind.
Ich habe einige Bibelverse - nicht viele, aber solche, die mir viel bedeuten. An diese Verse erinnere ich mich regelmässig. Hole sie in meinem Morgengebet als Gedankenplanze in meinen Sinn. Ich könnte sie auch auf einen Zettel schreiben und an den Spiegel kleben, wo ich jeden Tag mal reinschaue. Oder im Auto neben der Lüftung. Ich könnte sie mir als Handy-Startbildschirm oder auf dem Computerdesktop anzeigen lassen. Warum das? Damit ich, wenn der kranke, giftige Gedanke der Angst, der Unsicherheit, der inneren Blockade oder der Verzettelung aufkommt, ich den Ersatzgedanken bereits gestärkt habe.
Zum Beispiel Jesaja 41,13
Denn ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!
Einflüsse bewusst machen, Gedanken-Stopp anwenden, ersetzen mit gesunden Gedanken. Das kannst du auf der Ebene der Gedankenpflege tun. Es ist die schnelle und gesunde Methode, um giftige Gedanken gar nicht erst keimen zu lassen. Aber es passiert dabei nicht automatisch eine Herzenveränderung. Es gleicht eher dem oberflächlichen Atmen der Brustatmung. Metanoia geht aber noch tiefer. Bauchatmung. Sie spielt nicht nur auf der Gedankenebene statt, sondern berührt und verändert unser Herz.
3. Umdenken (Metanoia)
3. Umdenken (Metanoia)
Worauf uns die Bibel immer wieder hinweist - und was Paulus dem Petrus zeigte - und was Jesus in fast allen seinen wertschätzenden Konfrontationen tut, ist: wir brauchen ein neues Herz.
Keine Lebensveränderung, ohne Herzensveränderung. Keine Verhaltensänderung, ohne Umkehr und Sinnesänderung. Wir brauchen ein neues Herz.
Darum hat Jesus als Hauptbotschft ausgerufen:
Er sagte: »Die Zeit ist gekommen, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt diese gute Botschaft!«
Dieses “Kehr um!”, ja genau, das ist dieses griechische Wort “metanoia”. Umkehr, Bekehrung, Busse tun - das bedeutet wörtlich: ändert euch in eurem Sinn! Das geschieht, wenn wir in uns der Glaube wächst, dass wir Jesus total als unseren Erlöser und unseren Herrn brauchen… Und wir unsere Sünden bekennen und bereuen und davon lassen.
Flipchart: Lernkreis
1. Beobachten (Sammeln)
Hier nehme ich wahr, was gerade abgegangen ist. Ich beobachte die Situation, das was mich gerade da berührt, getriggert, gefreut, erstaunt, geärgert hat. Warum hat mich das gerade so auf mich gewirkt? Was ist geschehen?
2. Reflektieren (+ Notieren)
Mitten im Beobachten und Sammeln werde ich automatisch darüber nachdenken. Hier könnte ich die Gedankenpflanze kultivieren. Ich könnte mich meinem Ärger, Hass oder kulturellen Überlegenheit hingeben. Aber:
Ich gehe davon aus, dass alles, was geschieht, von Gott zugelassen ist. Ja, und das er als Herr der ganzen Welt, seine Finger im Spiel hat. Gott tut nicht Böses. Gott versucht nicht. Aber er steht hier ganz dicht dabei und will mir etwas zeigen. Darum beobachte ich genau, was geschieht. Ich sammle die Eindrücke mit allen fünf Sinnen. Seine Gnade fliesst. Kann ich etwas davon erkennen?
Hilfreich ist, sich zu notieren, aufzuschreiben, aufzuzeichnen, was hier abgeht.
3. Diskutieren (+ Überdenken)
Nun, wenn sich meine Gedanken etwas geordnet haben, muss ich sie überdenken. Die beste Methode ist, sie zu diskutieren. Andere Ansichten zu hören. Und miteinander zu beten, auf Gott zu hören. Wenn hier prophetische Worte oder Worte aus der Bibel hineinfliessen, dann ist das ein gewaltiger Gewinn!
Gottes Reich ist nahe – das bedeutet: alles, was geschieht, ist von Gott zugelassen und er will und kann mir dazu etwas sagen. Das ist das Mindset, das wir hier haben dürfen. Und dieses «Umkehren» führt auf den Punkt mit der Frage: «Was sagt mir Jesus?» (Vgl. Matthäus 6,24-34) Hier geschieht die Herzensveränderung!
Glauben: das umzusetzen, was wir gehört haben. Es wird mein Herz prägen und verändern. «Was mache ich damit?» Überwinden und neu gestalten.
Folgende Bibelstelle beschreibt genau dieses Umkehren, die Herzensveränderung und das Glauben als veränderter Mensch:
Deshalb sollt ihr euer altes Wesen und eure frühere Lebensweise ablegen, die durch und durch verdorben war und euch durch trügerische Leidenschaften zugrunde richtete.
Lasst euch stattdessen einen neuen Geist und ein verändertes Denken geben.
Als neue Menschen, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes und zur Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit berufen, sollt ihr auch ein neues Wesen annehmen.
Meine Reaktion
Meine Reaktion
HERR, lass dir die Worte meines Mundes und die Gedanken meines Herzens gefallen! HERR, mein Fels und mein Erlöser.
