Die starke 12
Tiefgänger • Sermon • Submitted • Presented
0 ratings
· 1 viewNotes
Transcript
Reihe: Tiefgänger | Teil 4 | Markus 3,13-19 (mit Ausblick auf Joh 13 und Eph 4) | 2. August 2026 | EFG Wiesbaden | Christopher Nork
1. Die Sehnsucht nach unkomplizierter Harmonie
1. Die Sehnsucht nach unkomplizierter Harmonie
Ich bin ein Mensch, der Harmonie liebt.
Wenn es irgendwo knirscht, wenn Spannungen in der Luft liegen oder Debatten hitzig werden, ist mein erster innerer Reflex meistens: Rückzug.
Ausweichen.
Frieden sichern.
Natürlich habe ich gelernt, damit einigermaßen umzugehen und nicht jedem Konflikt oder Reibung auszuweichen.
Ich glaube, tief in uns allen steckt manchmal die Sehnsucht nach einer unkomplizierten Welt.
Und ehrlich gesagt: Manchmal wünschen wir uns auch einen unkomplizierten Glauben.
Einen Glauben, den man sonntags morgens für eine Stunde feiert, unter der Woche im Stillen für sich lebt – ganz ohne anstrengende Zwischenmenschlichkeit.
Nur Gott und ich.
Keiner redet mir rein, keiner fordert meine Geduld heraus, keiner vertritt Meinungen, bei denen sich mir die Nackenhaare aufstellen.
Das ist ein bisschen wie beim Einkaufen im Supermarkt oder Kaufhaus:
Ich gehe rein, steuere zielstrebig die Regale an, hole mir genau das heraus, was ich heute brauche, zahle an der Kasse und gehe wieder.
Niemand redet mir rein, niemand stört mich, niemand fordert mich heraus.
Ganz bequem, ganz kontaktlos.
Aber wenn wir in die Evangelien schauen und beobachten, wie Jesus Menschen in seine Nachfolge ruft, stellen wir schnell fest: Diesen privaten Komfort-Glauben sucht man bei ihm vergebens.
Jesus hat Menschen nie als isolierte Einzelkämpfer berufen.
Wer Jesus nachfolgt, landet augenblicklich in einer Gruppe.
Und genau da merken wir, wo wir als Menschen an unsere Grenzen kommen.
Es geht eben nicht nur darum, dass wir uns manchmal streiten oder unterschiedlicher Meinung sind.
Es geht auch darum, wo mein eigenes Herz eng wird.
Wo meine Geduld aufhört, obwohl der andere gerade Zeit gebraucht hätte.
Wo es mir schwerfällt, barmherzig zu sein, wenn jemand einen Fehler macht.
Oder wo ich schlicht nicht mehr weiterweiß, wenn jemand tiefen Schmerz trägt und mir die Worte fehlen.
2. Die Illusion der perfekten Gemeinschaft
2. Die Illusion der perfekten Gemeinschaft
Wir stecken mitten in unserer Predigtreihe „Tiefgänger“.
Es geht um die Frage, wie wir Jesus ähnlicher werden können.
Und wir spüren doch alle: Das geschieht nicht im luftleeren Raum.
Sprechen wir es doch einmal ganz ehrlich aus:
Das Miteinander in einer Gemeinde ist gar nicht so leicht.
Wir alle tragen unsere Geschichten, Prägungen und auch unsere Narben mit uns herum.
Einige von uns sind über die Jahre vielleicht müde geworden.
Beziehungsmüde – oder auch beziehungssatt.
Man hat sich lange engagiert, hat Auseinandersetzungen miterlebt, hat gespürt, wie festgefahren manche Fronten sein können.
Oder man merkt schlicht im Alltag, dass die eigenen Kapazitäten voll sind.
Das Herz sagt leise: „Ich habe genug Kontakte, ich schaffe nicht noch mehr Nähe.
Ich halte mich lieber ein bisschen im Hintergrund.
Das schont die Kraft.“
Andere unter uns tragen Trauer im Herzen.
Trauer über Weggefährten, die früher da waren und heute fehlen.
Oder Schmerz darüber, dass eigene Kinder oder Freunde ihren Glauben heute ganz anders leben oder sich völlig entfernt haben.
Und dann ist da die stille Herausforderung, wenn neue, andere Menschen zu uns stoßen.
Menschen mit Geschichten, die nicht in unser vertrautes Muster passen.
Wie leicht passiert es da – oft völlig unbewusst –, dass unsere Empathie an Grenzen stößt?
Dass wir uns fragen: Kann ich diesen Menschen wirklich verstehen?
Oder liebe ich eigentlich nur die, die so denken und fühlen wie ich?
Wir alle tragen ein inneres Traumbild davon mit uns herum, wie Liebe, Harmonie und Unterstützung in einer Gemeinde auszusehen haben.
Und jedes Mal, wenn die Realität an diesem Ideal kratzt, tut es weh.
Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat einmal den tiefen Satz geschrieben:
„Wer sein Wunschbild einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird jede christliche Gemeinschaft zerstören.“
Warum?
Weil ein bloßes Wunschbild uns anspruchsvoll macht.
Wir fordern vom anderen, dass er so wird, wie wir ihn gerne hätten.
Jesus aber führt uns weg von der Traum-Gemeinde hinein in die reale Gemeinde.
3. Die Lernwerkstatt Jesu
3. Die Lernwerkstatt Jesu
Dieses Prinzip zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Neue Testament.
Es beschränkt sich nicht auf ein einziges Kapitel oder eine isolierte Geschichte.
Überall dort, wo Gott Menschen beruft, stellt er sie in Beziehungen.
Der Evangelist Markus beschreibt im 3. Kapitel seines Evangeliums, wie dieser Weg ganz praktisch seinen Anfang nimmt:
(Markus 3,13–19)
13 Und er ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm. 14 Und er setzte zwölf ein, die er auch Apostel nannte, dass sie bei ihm sein sollten und dass er sie aussendete zu predigen 15 und dass sie Vollmacht hätten, die Dämonen auszutreiben. 16 Und er setzte die Zwölf ein: Simon – ihm gab er den Namen Petrus – 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus – ihnen gab er den Namen Boanerges, das heißt: Donnersöhne – 18 und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon Kananäus 19 und Judas Iskariot, der ihn dann verriet.
Wenn wir heute das Wort „Apostel“ hören, denken wir oft an geschnitzte Figuren oder Heilige auf bunten Kirchenfenstern.
An Männer mit einem goldenen Schein um den Kopf, voller Würde und tiefer Weisheit.
Tritt man jedoch einen Schritt zurück und schaut auf die historische Realität dieser Truppe, zeichnet sich ein ganz anderes Bild ab.
Wer saß da eigentlich zusammen am Lagerfeuer?
Da ist auf der einen Seite Matthäus (MK 3,18).
Ein Zöllner.
Ein Mann, der mit der römischen Besatzungsmacht zusammengearbeitet hat und von den eigenen Landsleuten als Vaterlandsverräter betrachtet wurde.
Und wer sitzt nur wenige Plätze weiter?
Simon der Kananäer (MK 3,18) – im Lukasevangelium wird er als Simon der Zelot bezeichnet (LK 6,15).
Die Zeloten waren radikale, teils bewaffnete Wiederstandskämpfer, die Römer und römische Kollaborateure aus tiefster Seele hassten.
In der normalen Gesellschaft des ersten Jahrhunderts hätten diese beiden Männer kein Wort miteinander gewechselt.
Wenn sie sich nachts in einer Gasse begegnet wären, hätte das lebensgefährlich werden können.
Und Jesus?
Er beruft sie beide.
Er setzt den ehemaligen Zöllner und den Untergrundkämpfer an denselben Tisch.
Dazu kommen Fischer wie Petrus und Johannes – Männer mit rauer Sprache und aufbrausendem Temperament.
Jesus gab Johannes und seinem Bruder Jakobus nicht ohne Grund den Beinamen „Donnersöhne“ (MK 3,17).
Das waren keine sanftmütigen Leisetreter.
Diese zwölf Männer waren keine harmonische Zweck-WG und schon gar kein homogener Freundeskreis.
Sie passten menschlich von ihrer Herkunft und Prägung her überhaupt nicht zusammen.
Warum hat Jesus sie genau so zusammengestellt?
Markus nennt zwei entscheidende Motive: Er berief sie erstens, „damit sie bei ihm seien“, und zweitens, „damit er sie aussende“ (MK 3,14).
Das Erste ist das Fundament: Sie sind nicht zusammen, weil sie sich gegenseitig gesucht und gefunden hätten.
Sie sind zusammen, weil Jesus sie gerufen hat.
Die Mitte dieser Gruppe ist nicht eine gemeinsame politische Haltung, nicht dieselbe soziale Schicht und nicht eine natürliche Sympathie.
Die Mitte ist einzig und allein die Person Jesu Christi.
Und was geschieht, wenn Jesus diese völlig unperfekte Truppe drei Jahre lang Tag und Nacht mit in seinen intensiven Alltag nimmt?
Jesus führt seine Jünger immer wieder an Punkte, an denen sie merken, dass sie es allein nicht schaffen.
Als Jesus die fünftausend Menschen versorgt, was wir in Markus 6 (V35-37) lesen, stehen sie vor einer riesigen Menge und haben fast nichts.
Jesus fordert sie auf, den Leuten zu essen zu geben.
Das war kein Streit, das war einfach viel zu viel für sie.
Aber genau da lernen sie etwas Entscheidendes.
Unser Glaube wächst nicht, wenn wir alles im Griff haben.
Er wächst genau dann, wenn wir spüren, wie wenig wir aus eigener Kraft bewirken können und wie sehr wir darauf angewiesen sind, dass Gott handelt.
Die Zwölf haben auch gemerkt, wie schnell ihr Mitgefühl an Grenzen stößt.
Als die Mütter ihre Kinder zu Jesus brachten (MK 10,13-14) oder als ein Dorf Jesus nicht aufnehmen wollte (LK 9,51-56), wollten die Jünger sofort dichtmachen und hart durchgreifen.
Jesus nutzt diese Momente aber nicht, um sie fertigzumachen.
Er nutzt sie, um ihr Herz weit zu machen.
Er zeigt ihnen eine Liebe, die viel weiter geht als ihre eigene Sympathie.
Kurz vor seinem Tod geht Jesus noch einen Schritt weiter.
Er kniet nieder und wäscht ihnen allen die Füße (JOH 13,1-5).
Er dient genau den Männern, die ihn wenig später im Stich lassen werden.
Denn am Ende erleben die Jünger ihren tiefsten Punkt und versagen völlig.
In Gethsemane schlafen sie ein (MT 26,40 ) und bei der Verhaftung laufen sie weg.
Sie wollten mutig sein, aber sie hatten keine Kraft mehr.
Als Jesus dem Petrus nach Ostern am See wieder begegnet (JOH 21,15-17), bringt er ihm nicht bei, wie man Konflikte löst.
Petrus spürt am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, wenn man gescheitert ist und trotzdem von Jesus geliebt und neu gebraucht wird.
Hier wird sichtbar, was die Schreiber des Neuen Testaments meinten, wenn sie von geistlichem Wachstum und Veränderung sprachen.
Es geht nicht um ein krampfhaftes Aus-eigener-Kraft-Besserwerden.
Es geht darum, dass das Wesen Jesu – seine Barmherzigkeit, seine Geduld, seine Bereitschaft zu dienen – in unserem konkreten Handeln Raum gewinnt.
Die Gemeinschaft der Jünger war der Schulungsraum, in dem dieser Charakter eingeübt wurde.
Und genau diese Erfahrung gaben die Apostel später an die ersten Gemeinden weiter.
Der Apostel Paulus greift diesen Gedankengang im Epheserbrief auf, wenn er die Gemeinde ermahnt: „Ertragt einander in Liebe!
Bemüht euch darum, die Einheit zu wahren, die der Geist Gottes euch gegeben hat.“ (EPH 4,2–3).
Paulus verwendet hier bewusst Begriffe, die Anstrengung und Hingabe signalisieren.
Man muss das miteinander ertragen, was ungemütlich ist.
Man muss sich um Einheit bemühen, weil Unterschiede da sind und Reibung ganz natürlich entsteht.
Die neutestamentliche Gemeinschaft ist kein Ort, an dem alles mühelos von selbst läuft, sondern der Ort, an dem wir lernen, Vergebung zu wagen, Lasten mitzutragen und einander aufzuerbauen.
4. Vom Konsum zur Hingabe
4. Vom Konsum zur Hingabe
Was bedeutet das nun ganz konkret für uns hier vor Ort?
Es bedeutet zuerst eine ehrliche Entlastung:
Wir können und müssen die damalige Situation nicht eins zu eins auf unser heutiges Gemeindeleben übertragen.
Der Kreis der Zwölf hatte eine ganz spezifische Aufgabe in der Geschichte Gottes – unsere Gruppen, Teams und Treffen heute sind kein historisches Eins-zu-eins-Abbild dieser Zwölf.
Aber all die Räume, die wir haben – das Gespräch bei einer Tasse Kaffee nach dem Gottesdienst, bei 60+ miteinander, das Frauenfrühstück, die Gebetsstunde, die Jungschar, die Volleyballgruppe, die Kegelgruppe, die Bibelstunde oder auch das Miteinander in den verschiedenen Mitarbeiterteams –, all das sind wertvolle Übungsräume für unser Herz.
Die entscheidende Frage ist: Mit welcher Haltung gehe ich in diese Begegungen hinein?
Gehe ich hinein wie in ein Kaufhaus mit der Konsumenten-Frage:
„Was bringt mir das?
Entspricht das Angebot meinen Vorlieben?“
Oder gehe ich hinein mit der Haltung eines Jüngers und dem Gebet:
„Jesus, wo kann dein Charakter heute in mir wachsen?“
Wie sieht das praktisch aus, wenn wir lernen, einander mit den Augen Jesu zu sehen?
Es fängt beim aktiven Zuhören an.
Wenn mir jemand in der Gemeinde begegnet, der eine völlig andere Sicht auf ein Thema hat oder dessen Art mich herausfordert, könnte der Impuls sein, sofort dagegenzuhalten oder mich abzuwenden.
Empathie einüben heißt hier: Ich halte inne.
Ich frage nach, statt zu urteilen.
Ich sage vielleicht: „Erzähl mir mal, wie du zu dieser Haltung gekommen bist.
Was hat dich da geprägt?“
Ich höre zu, um den Menschen zu verstehen, nicht um die Debatte zu gewinnen.
Es zeigt sich im praktischen Wahrnehmen des anderen.
Empathie bedeutet, mich in die Lage des anderen hineinzuversetzen.
Zu spüren: Vielleicht reagiert der Bruder gerade so schroff, weil er beruflich unter enormem Druck steht.
Vielleicht zieht sich die Schwester zurück, nicht weil sie unfreundlich ist, sondern weil sie sich beziehungssatt oder einsam fühlt und nicht weiß, wie sie Anderen begegnen soll.
Paulus entfaltet im Epheserbrief das Bild eines lebendigen Organismus.
Er erklärt, dass Gott jedem Einzelnen unterschiedliche Gaben geschenkt hat, damit der ganze Leib wachsen kann (EPH 4,11–16).
Das bedeutet: Wenn wir uns zurückziehen, fehlt der Gemeinde etwas.
Gott hat jeden von uns so gedacht, dass wir einander ergänzen.
Je nachdem, wo du heute stehst, sieht die Herausforderung ganz unterschiedlich aus:
Wenn du eher konfliktscheu bist – so wie ich –: Die Einladung ist nicht, Auseinandersetzungen zu suchen.
Die Einladung ist, nicht innerlich zu kündigen, wenn es mal ungemütlich wird.
Dabeizubleiben.
Beziehungen nicht vorschnell abzubrechen, sondern das Gespräch in Güte zu suchen.
Wenn beziehungsmüde oder beziehungssatt du bist:
Die Einladung ist, die Erwartung an eine „perfekte Gemeinde“ loszulassen und Jesus Schritt für Schritt zu erlauben, dein Herz wieder für die realen, unperfekten Menschen zu öffnen, die heute hier im Raum sitzen.
Wenn du denkst: : „Ich brauche die anderen nicht wirklich, mein Glaube ist Privatsache“
Die Einladung ist zu entdecken, dass Gott dich als Teil eines Ganzen geschaffen hat.
Er hat dir Gaben anvertraut, die deine Geschwister brauchen – und er hat den anderen Gaben gegeben, die du brauchst, damit dein Glaube nicht austrocknet.
Und wenn es dir schwerfällt, Hilfe anzunehmen:
Die Einladung ist zu erkennen, dass es oft viel Mut und Demut braucht, sich von anderen tragen und trösten zu lassen, statt immer nur die starke Schulter zu spielen.
Im Johannesevangelium hinterlässt Jesus seinen Jüngern einen klaren Orientierungspunkt:
„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (JOH 13,35)
Das ist der Maßstab.
Wenn wir einander ertragen, einander ermutigen, Vergebung praktisch leben und gemeinsam reifen, dann bleibt diese Liebe nicht in unseren Räumen stecken.
Sie strahlt ganz von alleine aus – in unsere Familien, am Arbeitsplatz, in unserer Nachbarschaft.
5. Stark in seiner Gnade
5. Stark in seiner Gnade
Wir müssen als Gemeinde nicht perfekt sein.
Die Zwölf um Jesus waren niemals eine fehlerfreie Elitetruppe.
Sie waren schwach, sprunghaft und voller Gegensätze.
Ihre Stärke lag einzig und allein darin, dass sie sich von Jesus zusammenstellen und von ihm formen ließen.
Wenn wir heute auf unsere Gemeinde blicken – auf all die bunten Angebote, auf das schöne Miteinander, aber auch auf das, was manchmal anstrengend oder schmerzhaft ist –, dann dürfen wir gewiss sein: Jesus ist hier.
Er ist mitten unter uns.
Er ruft uns nicht in eine Wunschbild-Gemeinde.
Er stellt uns genau jetzt, genau hier zusammen.
Gemeinde ist deshalb nicht der Ort, an dem nur Leute zusammensitzen, die sowieso gleich ticken.
Sie ist der Ort, an dem wir das Leben teilen.
Hier begegnen wir der Trauer von jemandem, an dem wir sonst einfach vorbeigegangen wären.
Hier lernen wir, wie wir vorsichtig mit den Schwächen des anderen umgehen, weil wir wissen, wie oft wir selbst nicht weiterwissen.
Und ja, wir halten auch Unterschiede aus.
Nicht weil wir uns abarbeiten wollen, sondern weil Jesus genau durch diese Begegnungen unser Herz Stück für Stück so formt wie sein eigenes.
Lassen wir uns darauf ein – im Vertrauen darauf, dass er der Meister ist, der uns formt, trägt und Schritt für Schritt verändert.
Amen.
———
ABENDMAHL
ABENDMAHL
1. Überleitung und der Gedanke des Empfangens
1. Überleitung und der Gedanke des Empfangens
Gerade an diesem Punkt, wo wir spüren, dass unsere eigene Kraft zu Ende ist, kommt Jesus uns entgegen. Er lädt uns an seinen Tisch ein.
Das Abendmahl feiern wir als Gemeinschaft. Wir tun das bewusst zusammen als Gemeinde. Das merken wir schon daran, wie wir Brot und Kelch bekommen. Wir bedienen uns hier nicht selbst. Es wird uns in die Hände gelegt. Genau so begegnet uns Gott. Seine Liebe und sein Erbarmen können wir uns nicht verdienen. Wir dürfen sie einfach mit offenen Händen annehmen.
2. Die Einladung (Wer ist eingeladen?)
2. Die Einladung (Wer ist eingeladen?)
Eingeladen ist jeder, der sein Vertrauen auf Jesus setzt. Ganz egal, ob du schon viele Jahre glaubst oder ob dein Glauben sich heute eher wackelig anfühlt. Wenn du zu Jesus gehören willst und sein Versprechen für dein Leben annimmst, dann feiere heute mit uns.
Wenn du heute hier bist und noch viele Fragen hast oder einfach erst einmal beobachten möchtest, dann bleibe ganz entspannt auf deinem Platz sitzen. Niemand erwartet etwas von dir und niemand schaut dich schief an. Genieße einfach die Zeit, höre auf die Musik und sei ganz ohne Druck unser Gast.
3. Erklärung des Ablaufs (Logistik & gemeinsames Einnehmen)
3. Erklärung des Ablaufs (Logistik & gemeinsames Einnehmen)
Wir machen das heute praktisch so: Kommt gleich bitte nach und nach durch den Mittelgang nach vorne. Rechts und links von mir stehen die Abendmahlshelfer bereit. Sie reichen euch das Brot und den Kelch.
Geht dann bitte über die äußeren Seitengänge wieder zurück an eure Plätze. Nehmt Brot und Kelch mit an euren Platz und setzt euch erst einmal wieder hin. Wir warten, bis alle wieder sitzen. Danach essen und trinken wir ganz bewusst alle gleichzeitig, als Zeichen dafür, dass wir zusammengehören.
4. Die Einsetzungsworte
4. Die Einsetzungsworte
(Brot und Kelch anheben oder darauf weisen)
Ich lese uns die Worte vor, mit denen Jesus das Abendmahl eingesetzt hat:
Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten wurde, nahm er das Brot, dankte und brach es, gab es seinen Jüngern und sprach: ‚Nehmt hin und esst; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.‘
Ebenso nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, gab ihnen den und sprach: ‚Trinkt alle daraus; dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr davon trinkt, zu meinem Gedächtnis.‘“
5. Gebet vor der Austeilung
5. Gebet vor der Austeilung
Gebet:
Jesus, wir danken dir von Herzen. Danke, dass du dein Leben für uns gegeben hast. Wir kommen jetzt mit leeren Händen zu dir. Segne dieses Brot und diesen Kelch. Wenn wir das gleich empfangen, dann gib uns neue Kraft und schenke uns den Frieden, den nur du geben kannst. Amen.
(Austeilung)
6. Gemeinsames Einnehmen am Platz
6. Gemeinsames Einnehmen am Platz
(Vor dem Brot:)
Wir haben jetzt alle das Brot in den Händen. Jesus sagt: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Lasst uns jetzt gemeinsam das Brot essen.
(Gemeinsam essen)
(Vor dem Kelch:)
Jesus nahm den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Lasst uns jetzt gemeinsam daraus trinken.
(Gemeinsam trinken)
7. Dankgebet und Zuspruch
7. Dankgebet und Zuspruch
Dankgebet:
Danke, Herr Jesus Christus, dass wir bei dir neue Kraft tanken durften. Danke, dass du uns verzeihst und uns als Gemeinde zusammenhältst. Geh du jetzt mit uns in die neue Woche und erfülle unseren Alltag mit deiner Liebe. Amen.
Zuspruch (nach Philipper 4,7):
Nehmt diesen Zuspruch mit in eure Woche:
Der Frieden Gottes, der viel größer ist als alles, was unser Verstand begreifen kann, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in Jesus Christus.
Geht hin im Frieden des Herrn!
