Ein Gott, der beruft - Berufen zum Leben
Ein Gott, der beruft • Sermon • Submitted • Presented
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· 1 viewWir wollen Menschen sein, die einen Unterschied in dieser Welt machen und denken dabei an unser Ansehen, aber für Gott sind Menschen, die einen Unterschied machen diejenigen, die es im verborgenen tun.
Notes
Transcript
Der Unterschied - Was bedeutet es einen Unterschied in dieser Welt zu machen?
Der Unterschied - Was bedeutet es einen Unterschied in dieser Welt zu machen?
Wer von euch wünscht sich, dass sein Leben einen Unterschied macht? Hebt einmal kurz die Hand.
Ich habe oft dieses Bedürfnis und stelle mir die Frage: Macht mein Leben einen Unterschied? Bewegt das, was ich mache, etwas? Wenn wir an Leute denken, die einen Unterschied machen, dann denken wir meistens an große Namen. Wir denken an Jesus, Paulus, Mutter Therea. Oder wir denken an Christoph Columbus, Churchill, Angela Merkel. Es sind Menschen, die einen Fußabdruck in der Welt hinterlassen haben, der historisch ist. Sie haben die Welt verändert. Sie haben Dinge ermöglicht oder verhindert. Sie sind Wege gegangen, wie niemand vor ihnen. Und jetzt sitzen wir hier. Wir mit unserem normalen Leben. Unserem normalen Job. Unserem normalen Alltag. Wir wollen einen Unterschied in dieser Welt machen. Wir wollen anders sein. Wir wollen das Salz und das Licht dieser Welt sein. Wir wollen Geschmack hinterlassen. Wir wollen scheinen. Einen Unterschied in dieser Welt zu machen, bedeutet, dass man möglichst öffentlichkeitswirksam Dinge in Bewegung setzt und verändert. Das bedeutet es auf jeden Fall heutzutage. Öffentlichkeitswirksam ist der, mit den meisten Followern. Der mit den meisten Klickzahlen. Ich erwische mich selbst, wie ich die online Gottesdienste anderer Gemeinden in der Umgebung anklicke, um zu gucken, wie viele Menschen sich ihre und wie viele unsere ansehen. Wirksamkeit. Öffentlichkeit. Gesehen werden. Das ist es, worum es geht. Wir wollen gesehen werden. Wir wollen wahrgenommen werden. Die Welt soll uns sehen.
»Hütet euch, eure Gerechtigkeit
vor den Menschen zur Schau zu stellen.
Sonst habt ihr von eurem Vater im Himmel
keinen Lohn mehr zu erwarten.«
Okay. Das ist ein ganz anderes Prinzip. Kein Lohn hier. Kein Ansehen. Kein Salz und kein Licht? Jesus sagt ein paar Verse vorher: Seid Salz und Licht. Stellt euer Licht nicht unter einen Scheffel, sondern lasst es leuchten. Jetzt sagt er: Stellte eure Gerechtigkeit nicht zur Schau, sonst gibt es keinen Lohn bei Gott. Es geht nicht darum, dass wir kein Salz und Licht sein sollen. Wir sollen die Erde salzen. Wir sollen in die Welt scheinen. Wir sollen nicht handeln mit dem Hintergedanken: Hoffentlich sieht mich jetzt jemand. Ich mache das, damit ich Ansehen habe. Ich mache das, weil es einen guten Eindruck von mir macht. Ich mache das, weil es von mir erwartet wird. Ich weiß genau, was Jesus damit meint. Zum einen weil ich in meinem Job vorne stehe und ich mir schon darüber Gedanken mache: Was kann ich jetzt wie sagen, damit es gut ankommt? Zum anderen kenne ich meine Gefühlswelt. Es gibt Tage und Beziehungen, in denen bin ich gut drauf oder nett, weil ich so sein sollte und weil ich ein bestimmtes Bild aufrecht erhalten will. Nicht weil ich es für richtig halte. Der Mensch ist mir nicht so wichtig, sondern eher das Bild, was er von mir hat. Wo geht es dir darum, den Menschen zu gefallen? Wo zeichnest du ein Bild von dir, das du nicht bist?
Es geht Gott nicht um das Offensichtliche. Es geht Gott um das Verborgene. Es geht um unser Herz. Gott wünscht sich nicht Menschen, die im Offensichtlichen, sondern die im Verborgenen einen Unterschied machen.
Die Motivation - Woran erkenne ich, dass es mir um das Ansehen geht?
Die Motivation - Woran erkenne ich, dass es mir um das Ansehen geht?
Woran machen wir das aber fest? Woran erkenne ich, ob es mir um das Offensichtliche oder das Verborgene geht? Wie erkenne ich, ob es um die Welt oder um Gott geht? Wenn das Offensichtliche immer das Öffentliche wäre, dann könnte ich ja mit meiner Arbeit nie einen Lohn bei Gott haben. Ich als Pastor, der alles was er mit Gott erlebt und was er tut, in seine Arbeit einfließen lässt und auch noch nach Außen hin kommuniziert. Wir, die wir in dieser Welt unterwegs sind, Gutes tun, sind nicht immer ungesehen und wollen es auch nicht sein.
»Häuft keine Schätze auf der Erde an.
Hier werden Motten und Rost sie zerfressen
und Diebe einbrechen und sie stehlen.
Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel an.
Dort werden weder Motten noch Rost sie zerfressen
und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.
Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
Tust du das Gute, nur wenn es einen Mehrwert für dich hat, oder auch wenn du weißt, dass du Nichts dafür zurückbekommst? Gehorchst du Gott nur so lange es für dich bequem ist oder lässt du es dir etwas kosten? Derjenige, der das Offensichtliche im Blick hat, wird immer versuchen, dem eigenen Nachteil aus dem Weg zu gehen oder etwas für sich dabei herauszuholen. Er ist so sehr auf die Welt, ihre Schätze fokussiert, das seine Motivation im Hier und jetzt liegt. Es kam einmal ein junger Mann zu Jesus und sagte: Was kann ich tun, um ewiges Leben zu haben? Die Antwort von Jesus war: Halte die Gebote. Der junge Mann sagte: Das mache ich schon. Darauf antwortete Jesus: Dann verkaufe alles, was du hast. Gib den Erlös den Armen und folge mir nach. Dann wirst du einen Schatz im Himmel haben. Der junge Mann ging enttäuscht davon. Derjenige, der das Verborgene im Blick hat, sieht den Schatz bei Gott, auch wenn er keinen Nutzen davon in dieser Welt hat. Es geht nicht darum, dass unser Handeln keine öffentliche Wirkung haben darf. Es geht auch nicht darum, dass es uns keinen Spaß machen soll. Die Frage ist: Warum tun wir es? Es gibt viele Tage in meinem Leben, in denen ich nur in der Bibel lese, damit ich was in der Öffentlichkeit zu sagen habe. Ich lese in der Bibel, nur damit ich sagen kann: Ich lese in der Bibel, falls mich jemand fragt. Ich tue es nicht aus Liebe zu Gott, sondern für mein Ansehen. Wenn du dich fragst, woran dein Herz hängt, wofür du die Dinge tust, dann gibt es darauf eine Antwort:
alles, was dich hindert, Gott über alle Dinge zu lieben, was zwischen dich und deinen Gehorsam gegen Jesus tritt, ist der Schatz, an dem dein Herz hängt.
Bonhoeffer, Dietrich. 1937. Nachfolge. München: Chr. Kaiser.
Dein Schatz wird dir zeigen, ob du das Offensichtliche dieser Welt oder das Verborgene bei Gott im Fokus hast. Dein Schatz wird dir zeigen, ob deine Liebe zur Welt oder zu Gott ein Leben bestimmt.
Gottes Perspektive - Was macht für Gott den Unterschied in dieser Welt?
Gottes Perspektive - Was macht für Gott den Unterschied in dieser Welt?
Wenn wir einen Unterschied in dieser Welt machen wollen, dann müssen wir nicht die Welt verändern. Wir müssen unser Herz verändern. Es geht nicht um das Große, sondern es geht um das Kleine. Es geht um deine Beziehung zu Gott und ob sie dich erfüllt. Wenn Jesus vom Verborgenen spricht, dann geht es ihm um 3 geistliche Übungen. Es geht um 3 Dinge, die damals das Zentrum des jüdischen Glaubens waren: Geben, Bitten, Verzichten.
Wenn du den Armen etwas gibst,
soll deine linke Hand nicht wissen,
was die rechte tut.
So bleibt deine Gabe im Verborgenen.
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird dich dafür belohnen.«
Wir sollen geben, ohne darüber nachzudenken. Wir sollen Gutes tun, ohne groß zu überlegen. Nicht, weil es Nichts besonderes ist. Nicht, weil es einfach ist. Es ist etwas Besonderes, wenn wir Menschen etwas geben. Es war letzte Woche Sonntag auf dem Stadtfest etwas Besonderes für die Menschen, dass sie Popcorn geschenkt bekommen haben, ohne eine Gegenleistung. Es ist nicht einfach Gutes zu tun. Jemandem zu helfen, ohne etwas zurück zu bekommen. Für einen Nachfolger Jesu sollte es aber nicht besonders sein zu geben. Es sollte etwas natürliches sein, dass wir den Menschen etwas Gutes tun. Uns selbst ist nicht klar, dass es etwas Besonderes ist. Es ist für uns ganz normal. Wir geben und tun Gutes, weil wir Jesus so handeln sehen und wir hinter ihm hergehen. Da ist kein Abwägen, ob es jemand verdient hat. Sondern es ist das Folgen eines Weges, den Jesus vor uns her geht. Deshalb ist es verborgen. Es ist nicht unsichtbar oder unwirkbar. Für uns ist es einfach verborgen, weil es so normal ist. Es ist für uns verborgen, weil wir nicht abwägen. Es ist für die Welt etwas besonderes, weil es keine Selbstverständlichkeit ist. Was ist deine Motivation, wenn du gibst?
Wenn du betest,
geh in dein Zimmer und schließ die Tür.
Bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird dich dafür belohnen.
Wie oft habe ich schon Menschen sagen hören: Ich kann nicht vor anderen beten, weil es sich bei mir gar nicht so schön anhört wie bei dir. Wie oft habe ich schon erlebt, dass die Gebetszeit genutzt wurde, um meine Predigt zu korrigieren. Worum geht es, wenn wir beten? Es geht nicht um schöne Worte. Wahrscheinlich sind die Gebete mit den schönsten Worten nicht unbedingt die ehrlichsten Gebete. Die durchdachten Gebete, die darauf achten ja die richtige Wortwahl zu haben, um schön zu klingen oder nicht anzuecken. Die Korrekturgebete, die auffangen wollen, was jemand anderes falsch gesagt hat. Das sind die Gebete, von denen Jesus hier spricht. Es geht darum, dass wir so beten sollen, als wären wir allein mit Gott. Als würden wir auf dem Schoß unseres Vaters sitzen und ihm unser Herz ausschütten. Es geht um Ehrlichkeit. Es geht um Sorgen und Ängste. Es geht um Bitten, die ein Eingreifen Gottes brauchen, damit sie wahr werden können. Es geht um den Ausdruck eines Vertrauens zu Gott, das alles von ihm erwartet. Lasst uns mutige Gebete sprechen, die wir selbst nicht erfüllen können. Was erwartest du von Gott, wenn du etwas von ihm bittest?
Wenn du fastest,
salbe deinen Kopf und wasch dein Gesicht!
So merkt niemand, dass du fastest –
außer dein Vater, der im Verborgenen ist.
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird dich dafür belohnen.«
Warum sollen wir eigentlich fasten? Abnehmen, Gesundheit, Selbstgeißelung? Das sind vielleicht alles Nebeneffekte, aber es geht nicht darum. Man soll uns nicht ansehen, dass wir fasten. Wir sollen es nicht vor uns hertragen wie eine besondere geistliche Disziplin, die mich zu etwas besserem macht. Guckt mich an, ich faste für meinen Glauben. Hast du das schon einmal gemacht? Noch nicht? Schwach. Fasten ist der bewusste Verzicht. Es ist der Verzicht auf etwas, um den Fokus zu behalten. Der Fokus auf Gott. Bonhoeffer beschreibt die Notwendigkeit des Verzichts mit folgenden Worten:
Das satte Fleisch betet nicht gern und schickt sich nicht zum entsagungsvollen Dienst.
Wenn wir alles haben, niemals auf etwas verzichten, es immer um uns geht, dann wird es uns schwerfallen zu beten. Es wird uns schwer fallen einen Dienst zu tun, der für uns Verzicht bedeutet. Es wird uns schwer fallen uns Zeit zu nehmen, um in der Bibel zu lesen, die wir vielleicht nicht immer gleich verstehen. Ich glaube, dass das die größte Herausforderung ist, vor die Jesus uns hier stellt: Verzicht. Bewusster Verzicht für Jesus. Wir verzichten, um den Fokus zu behalten. In einer Welt, in der alles auf uns abgestimmt ist, wir immer alles haben können, wir heute bestellen und es morgen da ist, ist bewusster Verzicht schwer. Vielleicht sogar unmöglich. Verzicht ist aber notwendig. Er ist nicht notwendig, damit wir uns damit beweihräuchern können. Er ist notwendig, damit wir unseren Fokus auf Gott behalten. Wie behältst du deinen Fokus? Worauf verzichtest du?
Das Verborgene - Wie sieht ein verborgenes Lebens aus?
Das Verborgene - Wie sieht ein verborgenes Lebens aus?
Ein Leben, das aus sich heraus Gut handelt, ohne darüber nachzudenken, einfach weil es Jesus nacheifert. Ein Leben, das ehrlich vor Gott ist und viel von ihm erwartet. Ein Leben, das im Verzicht keinen Verlust sieht, sondern seinen Fokus auf Gott findet. Das ist ein Leben, dass das Verborgene sucht und seinen Schatz bei Gott hat. Das ist ein Leben, dass wirklich einen Unterschied macht. Vielleicht nicht in dieser Welt, aber bei Gott. Es ist ein Leben, dass einen Unterschied macht, weil es anders ist als das Leben der Menschen, die Jesus nicht kennen. Es ist ein sorgloses Leben.
Macht euch also keine Sorgen!
Fragt euch nicht: Was sollen wir essen?
Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Um all diese Dinge dreht sich das Leben der Heiden.
Euer Vater im Himmel weiß doch,
dass ihr das alles braucht.
Strebt vor allem anderen
nach seinem Reich und nach seiner Gerechtigkeit –
dann wird Gott euch auch das alles schenken.
Ich möchte Gutes tun, ohne mir Gedanken zu machen. Ich möchte alles von Gott erwarten und ihm vertrauen. Ich möchte bereit sein, nicht alles zu haben, was die Welt mir bietet, aber alles was für Gott wichtig ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass so ein Leben ein sorgloses Leben ist. Es ist kein problemloses Leben. Es ist kein angstfreies Leben. Es ist kein zweifelsfreies Leben. Es ist aber ein Leben, dass den richtigen Ort für seine Probleme, Ängste und Zweifel kennt. Es ist ein Leben, dass eine Perspektive hat, die auch in den schwersten Momenten trägt. Es ist ein Leben, dass immer einen Fokus hat. Es ist ein Leben, dass Jesus im Zentrum hat, denn es gibt nichts, was zwischen mir und ihm ist. Nicht meine eigene Frömmigkeit. Nicht die Welt. Mein Herz wird zu Jesus gezogen. Das ist es, was ich mir für mein Leben wünsche. Ich wünsche mir, dass es mein Herz zu Jesus zieht. Das ist es, was ich mir für dich wünsche. Ich wünsche mir, dass dein Herz zu Jesus gezogen wird. Das ist es, was ich mir für unsere Gemeinde wünsche. Geben. Bitten. Verzichten. Was gibst du? Was erwartest du? Worauf verzichtest du?
