#1 - "Wie die Welt die Gemeinde verführen will"

Daniel - Gott hat einen Plan  •  Sermon  •  Submitted
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Handout
Heute Morgen beginne ich mit einer Predigtreihe über das Buch Daniel. Im Fokus steht dabei, wie wir mit dem Gott der Prophetie noch enger leben können. Unser Glaube, unsere Treue und unser Lebensstil stehen dabei im Mittelpunkt!
Die öffentliche Meinung hat sich in den letzten Jahren gegenüber der Familie, Liebe, Sexualität, Toleranz und biblischer Werte massiv geändert, so dass Gesetze diejenigen in die Defensive drängen, die biblisch-christliche Werte vertreten. Die dominierende Kultur übt immer mehr Einfluss in die Richtung aus, dass Christen sich zunehmend unbiblischen Praktiken gegenübersehen.
Warum ist es so bedeutsam, das Buch Daniel zu studieren?
Die Situation Daniels ist unserer Situation sehr ähnlich. Die meiste Zeit seines Lebens, war Daniel vom Heidentum umgeben.
Er diente während seines Lebens verschiedenen heidnischen Königen. Er hatte nie die Gelegenheit, in einem Land zu leben, wo die meisten Menschen den gleichen Glauben teilten, wie er. Daher können wir etliche Prinzipien aus seinem Leben erkennen, die uns helfen, in unserer Zeit zu leben, wo der christliche Glaube, der Glaube an die Bibel als Wort Gottes immer mehr abnimmt.
Die meisten der Prophezeiungen haben sich bereits erfüllt und wir leben in dem, was Daniel als “Zeit des Endes” oder “letzte Zeit” beschreibt.
Diese Zeit wird mit der Erfüllung der wenigen noch ausstehenden Vorhersagen bald zu Ende gehen. Wir werden im Verlauf dieser Predigtserie erkennen, wie wichtig das Buch Daniel für das 21. Jahrhundert ist.
Der Gott Daniels ist der Gott auch unserer Zeit - er ist der Gott auf dem Thron des Universums.
Gott übersieht alles - die Entwicklung der Nationen, der Familien, und jeder einzelnen Person. Er ist der Gott der guten und der schlechten Zeiten. Der Gott der Freude und der Trauer. Der Gott, der keine Fehler macht. Der Gott, der Liebe und Barmherzigkeit. Gott hat einen Plan - einen Master Plan!

Ein Buch für jeden - besonders für Teenager

Das Buch Daniel beginnt mit einigen Teenager, die der Heimat entwurzelt in einer völlig fremden Umgebung, Glauben, Kultur, Sprache und Lebensstil, ihre Position einnehmen mussten.
Jeder Teenager sollte dieses Buch intensiv lesen. In diesem Buch kannst du alles darüber entdecken, welchen Unterschied Teenager machen, die dem Gott der Bibel vertrauen.
Dieses Buch hat alles, was man will: Geschichte - Prophetie - Politik - Gebete - Löwen - Statuen - Feuerofen - Träume und Visionen - einen König, der dachte, er sei eine Kuh - unglaubliche Abenteuer - Engel - Dämonen - Einblicke in die Antike - Ausblicke auf die Endzeit.
Das wichtigste Anliegen der ersten sechs Kapitel beschäftigen sich mit der Frage, wie wir als gläubige Menschen in einer Welt leben können, in der wir zahlenmäßig in der Minderheit sind.
Wie gehen wir um mit all den Weltanschauungen, die nur auf das Menschliche konzentriert sind? Wie gehen wir um mit der Flut an wider-biblischen Lebenshaltungen? Wie gehen wir um mit den Herausforderungen unserer Kultur, wie gelebter Homosexualität, Sterbehilfe, Abtreibung, Pornografie, Drogenkonsum, Ungerechtigkeit usw.
Wie können wir in einer Welt unseren Glauben leben, die überhaupt kein Verständnis mehr für Wahrheit besitzt, ja die das Konzept von Wahrheit und absolute Werte verwirft?
Wir finden unsere Antworten in diesem kleinen Buch von ca. 20 Seiten. Gott liefert uns Prinzipien, nach denen Daniel und seine Freunde gehandelt haben und nach denen wir heute ebenso handeln müssen.
Die zweite Hälfte des Buches - die Visionen - betreffen die Wahrheit. Was ist wahr? Das ist die zentrale Frage in unserem Leben. Was ist Wahrheit? Jesus sagt:
Johannes 8,31–32 LUT84
Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
Pilatus war der Wahrheit nahe, doch machte er einen entscheidenden Fehler, als er Jesus fragte:
Johannes 18,38 LUT84
Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.
Wir sehen es im Text. Sein Kardinalfehler war es wegzugehen und nicht auf die Antwort zu warten.
Das Buch Daniel ist auch ein Buch der Fragen nach Wahrheit und der von Gott gegebenen Antworten. Wenn wir wahre Antworten auf unsere existenziellen Lebensfragen haben wollen, dann müssen wir auch abwarten und zuhören können.

Historischer Hintergrund

Daniel lebte ungefähr 400 Jahr nach David und 600-500 Jahre vor Jesus Christus.
Das Buch selbst deckt die Zeit von 605-530 v.Chr. ab. Am Anfang ist Daniel ein Teenager - ungefähr 15-16 Jahre jung (EGW, UL 83) . Beim Abschluss des Buches ist er ungefähr 90 Jahre alt.
Während seines langen Lebens hat Gott ihn unter babylonischen und persischen Herrschern arbeiten lassen. Von einer importierten Geisel wurde er zum Premierminister und Ratgeber einiger der mächtigsten Führer in der Weltgeschichte.
Zeitleiste Daniel
Wenn wir das Buch Daniel öffnen, so erkennen wir auf den ersten Blick die Hauptakteure. Zuerst, Nebukadnezar und die Babylonier. Ebenso Daniel und seine Freunde, die nach Babylon deportiert wurden - ihrer Heimat entwurzelt.
Die jungen Israeliten werden einer enormen kulturellen Umgestaltung unterzogen, während sie für einen heidnischen König ausgebildet werden.
“Sie kamen mit dem Verständnis dorthin, dass sie eine bestimmte Minderheit in einer Kultur sein würden, die ihren Glaubensüberzeugungen gegenüber großteils feindlich eingestellt ist. Sie kamen mit einer ständig bohrenden Frage dorthin: Wie können sie in der neuen Kultur leben, ohne von ihr verschlungen zu werden?”
(Ellsworth, R. (2010). Face2Face with Daniel: Encountering the Jerusalem Exile Living in a Babylon World. (S. J. Robinson, Hrsg.) (S. 6). Leominster: Day One Publications.Identifying the Main Players)

Daniel 1,1-7

Daniel 1,1 Schlachter 2000
Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es.
Bereits im ersten Vers 1 des Buches Daniel wird uns der Konflikt dargestellt, der sich durch die gesamte weitere prophetische Darlegung bis zum Ende der Weltgeschichte begleitet: der Kampf zwischen zwei Städten: Jerusalem und Babylon. Vergessen wir nicht, dass in der Bibel IMMER - ohne Ausnahme - Babylon das Symbol für das anti-göttliche Heidentum ist.
Was mit dem Turmbau zu Babel startet (Gen 11) findet seinen Höhepunkt in Offb 17-18 als einer Weltordnung, welches schließlich beim zweiten Kommen Jesu zerstört wird.
Die ersten Verse des Buches Daniel zeigen uns, wie die Welt die Gemeinde Gottes verführen will. Was mit einem Frontalangriff beginnt, wird zu einem sehr unterschwelligen Verführungsversuch, indem Babylon versucht, dass die gefangen genommenen Juden völlig in ihrem System aufgehen. Und doch gibt es ein paar wenige, die sich nicht durch das System beherrschen, noch verführen lassen. Damit beginnt das Buch Daniel und setzt damit ein Ausrufezeichen in dreifacher Hinsicht:
Es gibt einen Gott, der trotz aller Katastrophen, Krisen und Konflikte der Gott ist der alle kontrolliert und
Es gibt einen Gott, der denen, die ihm treu sind, Kraft schenkt, für jede mögliche Herausforderung und Aufgabe und
Es gibt einen Gott, der die Zukunft kennt und denen, die für seine Führung offen sind, seinen Master Plan offenbart, damit sie mit Zuversicht leben können.

Vier Lebensfragen

Wenn es um unser Leben geht, dann sind es vier tiefsten Fragen, die von entscheidender Bedeutung sind:
Ursprung - Woher komme ich? (Wie bin ich entstanden?)
Sinn - Warum lebe ich? (Was sind die Bezugspunkte, die meinem Leben Bedeutung geben?)
Moral - Wie lebe ich? (Wie kann ich zwischen Gut und Böse unterscheiden?)
Schicksal - Wohin gehe ich? (Was passiert wenn ich sterbe?)
Wenn wir diese Fragen korrekt beantworten können, dann geht unsere Reise in Richtung der Wahrheit. Und das ist das Ziel unserer Lebensreise, die Wahrheit zu erkennen.
Jesus sagte dies in dem Wort:
Johannes 17,3 LUT84
Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
Christus erkennen, Gott erkennen, das ist die Wahrheit! Und ihn zu erkennen, das ist das Ziel unseres Lebens. Wenn die vier wichtigsten Fragen unseres Lebens zusammenhängend und schlüssig beantwortet werden, dann erkennen wir die Wahrheit.
Noch deutlicher wird dies, wenn wir 1.Joh 5,20 ansehen:
1. Johannes 5,20–21 REB
Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kinder, hütet euch vor den Götzen!
Gott hat uns den Verstand, den Sinn, das Verstehen dafür gegeben, dass wir den wahren Gott, die Wahrheit erkennen. Und das bedeutet, ewiges Leben zu haben. Und Johannes warnt deshalb vor den Abgöttern. Alles, was nicht zur Erkenntnis des wahren Gottes führt, ist Abgötterei. Ist den Göttern dieser Welt folgen (2Kor 4,4)
Weil der Teufel weiß, dass er mit seiner Verführung erfolgt hat, wenn er uns in diesen vier wichtigsten Lebensfragen verwirrt, setzt er zu jeder Zeit mit einer ähnlichen Strategie an - auch im Buch Daniel.
Schauen wir uns an, wie diese vier wichtigsten Lebenfsragen durch die Geschichte im Buch Daniel gleich auf der ersten Seite berührt werden.

1. Die Welt will unsere Geschichte zerstören

Der Angriff Nebukadnezars auf Jerusalem war ein Angriff auf das Volk Gottes. Es war nicht irgendein Angriff auf irgendeine Stadt, in irgendeinem Land. Dieser Angriff im Jahre 605 v.Chr. war ein demütigender Angriff auf ein Volk, welches den Gott des Himmels und der Erde größtenteils verlassen hatte (Jer 25,8.9). Von dieser Zeit an fiel alles das, was am meisten gezählt hatte, in die Hände der Heiden: der Tempel, die Stadt, die Menschen.
Jerusalem sollte die Herrlichkeit und Wahrheit Gottes für die Nationen um sich herum darstellen. Gott in ihrer Mitte.
2. Chronik 6,6 LUT84
aber Jerusalem habe ich erwählt, dass mein Name daselbst sei, und David habe ich erwählt, dass er über mein Volk Israel Herr sei.
Doch haben sie sich immer wieder von Gott abgekehrt. Sich Götzen zugewendet. Die Gebote Gottes missachtet. Maßlosigkeit und Ungerechtigkeit untereinander verübt. Sich arrogant auf Verheißungen berufen, ohne die Bedingungen zu beachten. Sie ließen sich auf die Lebensweisen ihrer umgebenden Kulturen ein. Israeliten heirateten die Heiden. Der Sabbat wurde entleert und entehrt. Und Gott? Er war gnädig. Barmherzig und gnädig. Von dieser Geschichte schreibt Nehemia (Neh 9). Aber irgendwann musste Gott dieser Entwicklung ein Ende setzten, um sie wieder auf sich aufmerksam zu machen. Und so kam es zur “babylonischen Gefangenschaft”. Gott wollte der Herr in Jerusalem, in Juda und in Israel sein. Und die Gefangenschaft sollte sie wieder zu ihm bringen. Manchmal geht Gott seltsame Wege, um uns zurück zu gewinnen. Manchmal muss er uns in Nöte bringen, damit wir erkennen, was wir nötig haben.
Nicht umsonst hat Jesus über Jerusalem geweint. (Mt 23,37) Es war der Augapfel Gottes - wegen der Menschen, denen er seine Gnade und Vergebung geschenkt hatte und die im Gehorsam gegenüber seine Geboten leben sollten. Zu seiner Ehre! Und genau das wird Jerusalem immer bleiben - bis in die Ewigkeit.
Doch wie anders verläuft zur Zeit Daniels die Geschichte Jerusalems. Das neu geschaffene Weltreich Babylon vernichtet Tempel, Stadt und Volk. Viele gehen in die Gefangenschaft. Und die Jahre in Babylon haben viele verändert. So weit verändert, dass sie nach den 70 Jahren (Jer 25,11) nicht mehr in ihre Heimat zurück wollten, weil sie ihnen völlig unbekannt geworden war. So sehr hatten sie sich daran gewöhnt.
Der in Daniel 1,1 beschriebenen ersten Deportation war noch nicht die völlige Zerstörung der Stadt und des Tempels vorausgegangen. Erst die zweite (597 v.Chr.) und die dritte Angriffswelle führte zur völligen Zerstörung.
Daniel und seine Freunde gehörten zur ersten Welle der Deportierten. Nun waren sie weit von dem entfernt, was ihnen bekannt war. Wie würden sie nun Gott anbeten können: ohne Tempel, ohne Opfer während sie unter Ungläubigen lebten? Vielleicht denken wir: Wo ist das Problem? Das haben wir doch ständig! - Aber vielleicht ist ja genau das unser Problem. Wir haben uns so sehr an “babylonisches” Denken gewöhnt, dass wir unsere eigentliche Heimat nicht vermissen!
Wir dürfen nie, nie, nie vergessen, dass wir in einem Kampf leben.
Es ist der Kampf um die Wahrheit und den wahren Gott. Wie es damals in Babylon ein Kampf um den echten, wahren Gott gewesen ist, so ist es auch heute. Es geht um die Wahrheit. Nicht mehr und nicht weniger. Der Gott dieser Welt will uns von Gott trennen. Diese Welt will uns von Gott trennen.
Und die Welt versucht es, indem sie uns von unserer Geschichte trennt. Wie ist das möglich? - Indem es uns unangenehm oder peinlich ist, zu sagen, an wen wir glauben!
Das Problem ist, dass viele von uns ihre eigene Vergangenheit, ihre eigene Geschichte - nämlich ihre Glaubensgeschichte - vergessen haben. Und so kommt es, dass wir nicht mehr sicher sind, wer wir sind und woher wir kommen und warum wir da sind, wo wir sind.
Daniel und seine Freunde stellen die treuen Gläubigen in der Welt dar, die danach streben Gott inmitten lauter widergöttlicher Opposition zu gehorchen. Sie haben ihre Geschichte nicht vergessen, wie wir noch sehen werden.
Denken wir immer daran, dass nur der weiß, wohin er geht, der auch weiß, woher er kommt. DARUM: kenne deine Geschichte!
Psalter 137,5–6 NeÜ
Wenn ich dich vergesse, Jerusalem, dann versage meine Hand ihren Dienst! Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich nicht mehr an dich denke, Jerusalem, wenn du nicht meine allergrößte Freude bist.
In Bezug auf die Geschichte finden wir folgende inspirierte Aussage:
“Wenn ich auf unsere Geschichte zurückblicke und dabei jede einzelne Stufe des Fortschritts bis zu unserem gegenwärtigen Stand verfolge, kann ich nur sagen: Preist den Herrn! Wenn ich sehe, was der Herr gewirkt hat, bin ich von Staunen erfüllt und voller Vertrauen auf Christus als unseren Führer. Wir haben für die Zukunft nichts zu fürchten, wenn wir nicht vergessen, wie der Herr uns geführt hat und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat.”
Life Sketches of Ellen G. White 196 (1902).
Wo kommst du her? Was ist deine Geschichte? Kenne deine eigene Glaubensgeschichte. Sei vertrau mit dieser Geschichte und dem Gott der hinter deiner Geschichte steht!

2. Die Welt will unseren Glauben neu interpretieren

Daniel 1,2 Schlachter 2000
Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand, auch einen Teil der Geräte des Hauses Gottes; diese führte er hinweg in das Land Sinear, in das Haus seines Gottes; und er brachte die Geräte in die Schatzkammer seines Gottes.
Nebukadnezar nahm etliche Gegenstände aus dem Tempel (Gegenstände aus Gold und Silber für den Gottesdienst) und brachte sie mit zurück nach Babylon. Dort stellte er sie in den Tempel seines Hauptgottes von Babylon, den Gott Bel oder Marduk. Diese Gegenstände zu entwenden, sollte die totale Niederlage Israel zeigen. Eine klare Botschaft war damit verbunde: “Unser Gott ist größer, ist stärker als euer Gott.” Für Nebukadnezar bedeutete die Plünderung des Tempels, dass der Gott Israels besiegt war.
Doch es gibt noch einen anderen Hintergrund bezüglich des Tempels. Viele Jahre zuvor hatte der geistliche Verfall in Israel dazu geführt, dass sie heidnische Gottheiten in den Tempel Gottes gebracht hatten. Götzen (Hes 8,7-17; siehe auch Jer 7,16-20). Sie haben ihren Gott mit Füßen getreten. Sie haben ihn und seine Gebote nicht geachtet. Sie haben sich mit denen Völkern um sie herum eingelassen und haben ihre verabscheuungswürdigen Götzen und Praktiken übernommen. Welch eine Provokation des Schöpfers.
Und nun gestattet Gott es, dass ein heidnischer König seine Schätze in einen heidnischen Tempel bringt. Das ist ein gerechtes Gericht Gottes. Es erfüllt sich nur dass, was aufgrund ihrer Sünden einfach geschehen musste.
Jeremia 32,28 NeÜ
Darum pass auf! So spricht Jahwe: ‚Ich lasse diese Stadt in die Hände der Chaldäer fallen, ich gebe sie in die Gewalt des Königs Nebukadnezzar von Babylon.
Und Gott nennt auch deutlich den Grund für diese heidnische Invasion:
Jeremia 32,31–35 NeÜ
Denn diese Stadt hat mich vom Tag ihrer Gründung an bis heute zur Weißglut gebracht, sodass ich sie nun aus meinen Augen wegschaffen muss. Es geschieht wegen der ganzen Bosheit, mit der die Leute von Israel und Juda mich herausgefordert haben, sie und ihre Könige, ihre hohen Beamten, ihre Priester und Propheten, die Männer von Juda und die Bewohner Jerusalems. Sie haben mir den Rücken zugekehrt und nicht das Gesicht. Obwohl ich sie immer wieder belehrte, hörten sie nicht und nahmen keine Belehrung an. Sie haben ihre Scheusale in das Haus gestellt, das meinen Namen trägt, und haben es so entweiht. Im Hinnomtal haben sie die Opferhöhe des Baal gebaut, um ihre Söhne und Töchter für den Moloch zu verbrennen, was ich ihnen nie befohlen habe. Niemals ist es mir in den Sinn gekommen, solche abscheulichen Taten zu verlangen und Juda in Sünde zu stürzen.“
“Was man sät, wird man ernten.” - Nichts ist in der Bibel so klar dargelegt wie dieses Prinzip. Das gilt für jeden Menschen. Die Juden hatten ihren Tempel entweiht indem sie ihn mit heidnischen Gottheiten dekorierten. Nun ließ Gott zu, dass Nebukadnezar kam und die Tempelgeräte in den Tempel seines Gottes Bel Marduk brachte.
Was musste das in den Israeliten ausgelöst haben? Sie hatten sich immer für unbesiegbar gehalten, weil sie Gott und den Tempel hatten. Aber nun war er doch offensichtlich besiegt. Gott ist tot - so saß es von einem weltlichen Standpunkt aus. Und die Babylonier ließen sie genau diesen Gedanken fühlen! “Euer Gott ist besiegt und er ist ein schwacher Gott.” Das bringt uns zu der entscheidenden Frage: “Kann ich einem Gott vertrauen, der besiegt wurde?”
Seit Richard Dawkins und seiner Bus-Kampagne “Es gibt wahrscheinlich keinen Gott” scheinen die Agnostiker und Atheisten wieder Aufwind zu bekommen. Für viele ist der Glaube an einen lebendigen Gott nicht mehr als der Glaube an den Osterhasen. Und weder den einen noch den anderen haben wir jemals zu Gesicht bekommen. Also gibt es diesen Gott nicht.
So versucht unsere Kultur, den Glauben an Gott neu zu interpretieren. Und das Schlagwort unserer Zeit dazu heißt “Wissenschaft”. Da die Wissenschaft Gott bisher nicht bewiesen hat, kann es ihn nicht geben - zumindest ist es höchst unwahrscheinlich. Und die Universitäten und Schulen sind angefüllt von angeblichen “wissenschaftlichen” Erkenntnissen und gießt sie einem Füllhorn voller Erkenntnis über unsere Kinder und Jugendlichen aus, damit sie die selbstgemachten Götter dieser Zeit annehmen.
Der Pantheon der Götter Babylons findet seine Entsprechungen in der Kultur der Wissenschaftsgläubigkeit heute. Es geht nicht darum, Wissenschaft abzulehnen. Wir dürfen für Wissenschaft sehr dankbar sein, aber wenn die Wissenschaft die Stelle Gottes einnimmt - und das ist in der Tat der Fall - dann ist es Götzendienst.
Es heißt in Daniel 1,3-4
Daniel 1,3–4 NeÜ
Seinem obersten Hofbeamten Aschpenas befahl er, einige junge Israeliten aus dem Königshaus und den vornehmen Familien auszusuchen. „Die jungen Männer müssen gesund sein und gut aussehen“, sagte er. „Sie müssen gut unterrichtet, klug und begabt sein, denn sie sollen in den Dienst am Königshof treten. Und dann sollen sie in der Sprache und Literatur der Chaldäer unterwiesen werden.“
Was waren die Disziplinen der Chaldäer? Wie sah die Indoktrination Babylons aus?
Sprache: Sumerisch, Akkadisch (Babylonisch) und Aramäisch
Astronomie (Chaldäisch)
Astrologie (Horoskope, Wahrsagerei)
Sie sollten echte chaldäische Priester werden, Vertreter der Götter Babylons.
Und heute? Evolution, Humanismus, Atheismus...
In einem jahrelangen, steten Prozess der Flut von wiedergöttlichen Worten, Liedern, Bildern und Sinneseindrücken, fängt der Glaube vieler an zu bröckeln. Und die List der alten Schlange bringt ihre verderbliche Frucht.
Hiob 4,8 NeÜ
So wie ich es sah: Die Unheil pflügen und Unrecht säen, die ernten es auch.
Vergessen wir nicht, dass Daniel, Hananja, Misael und Asarja zu den wenigen gehören, die den Prozess der Auflösung überstanden haben. Die mit ihnen am babylonischen Hof waren, sind so geworden, wie alle um sie herum.
Das die Medien uns sagen, was wir glauben sollen, ist eine Sache. Ja, eine permanente Berieselung mit falschen Ansichten, einem Lebensstil der dem biblischen absolut entgegengesetzt ist, der Verherrlichung all dessen, was die Bibel Sünde nennt, soll unseren Glauben neu definieren. Und in vielen Fällen erreichen die Medien genau das. Da werden unsere Gehirne neu “verdrahtet”. Und was wird uns geliefert? Auch unter der Fahne “christlich?
Eine 6-Tage-Schöpfung - sie wird in Zweifel gezogen. Statt dessen der hilflose Versuch eine theistischen Evolution. Eine exklusive eheliche Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau wird zunehmend ersetzt mit der Akzeptanz homosexueller Lebensformen. Der Glaube an das historische erfüllte prophetische Wort wird ersetzt mit historisch-kritischen Aussagen, die Gott als Autor der Bibel in Misskredit bringen. Der Glaube an ein himmlisches Heiligtum, in dem Jesus seinen versöhnenden Dienst für uns Menschen versieht, wird seiner Realität beraubt. Und der Mensch setzt sich mehr und mehr über das Wort Gottes hinweg oder überhebt sich und es trägt seine Früchte.
Wahrheit heute? Fehlanzeige! Wir leben ist Post-Wahrheits-Gesellschaft - oder einer post-faktischen Gesellschaft. Das zählt nicht mehr die Wahrheit, das Faktum, sondern nur “die gewünschte Wirkung in der Öffentlichkeit” zu erreichen (SPON, Schneller als die Fakten erlauben, 06.11.2012) - das war sogar noch vor Donald Trump! Und so werden heute nicht mehr Fakten, also überprüfbare Wahrheiten geliefert, sondern Meinungen über etwas. Und eine Meinung kann ja jeder haben. Oder sollten wir sagen: jeder hat seine oder ihre Wahrheit!
Ja, die Welt will unseren Glauben neu interpretieren! Die modernen Weltbilder sollen unseren Glauben neu interpretieren. Was gestern wahr gewesen ist, ist heute überholt - so meint man.
Wie ist es mit dir? Was ist die Grundlage deines Glaubens? Kennst du das Wort Gottes gut? Gut genug, damit dein Glaube nicht uminterpretiert wird? Was säst du in deinem Leben? Welche Frucht wird in deinem Leben aufgehen?

3. Die Welt will unsere Werte neu konstruieren (Moral)

Nichts könnte in seinen Wertesystem weiter voneinander entfernt sein, als die beiden Städte Jerusalem und Babylon. Wenn wir von der historischen zur prophetischen Ebene wechseln, stellt Jerusalem mit seinen Werten das genaue Gegenteil dessen dar, was Babylon repräsentiert. Nicht das in jedem Detail alles schlecht ist, was in Babylon gemacht wird. Aber Babylon beansprucht in den wesentlichen Bereichen das gleiche Terrain wie Jerusalem.
Babylon ist schon seit der Erwähnung der Stadt Babel (hebr. Wort für Babylon) das Symbol für die Welt, die Macht beansprucht, die allein Gott gehört. Das Wort Babel stammt von der Wortwurzel ‘bll’ her, was “verwirren” bedeutet (1Mose 11,9).

Babylon testified to many gods; Jerusalem to the one and only God, the Maker of heaven and earth and Ruler of the same. Babylon testified to man and what he could accomplish through his own power and wisdom. Jerusalem gave testimony to the helplessness of man and his radical need for the grace of God. Babylon testified to the here and now; Jerusalem to eternity. Babylon testified to living for the purpose of gratifying the flesh; Jerusalem to living for the glory of God.

Babylon steht für viele Götter; Jerusalem nur für den einen wahren Gott, den Schöpfers des Himmels und der Erde und den, der sie regiert.
Babylon steht für den Menschen und was er durch eigene Kraft und Weisheit erreichen kann. Jerusalem zeugt von der Hilflosigkeit des Menschen und seinem grundlegenden Bedürfnis der Gnade Gottes.
Babylon steht für das hier und jetzt; Jerusalem für die Ewigkeit.
Babylon steht für das Leben der Bedürfnisbefriedigung des Fleisches; Jerusalem für das Leben zur Ehre Gottes.
Wir müssen das Buch Daniel genau in diesem Kontext lesen - der Konflikt zwischen Babylon und Jerusalem.
Schauen wir uns Daniel 1,3-5 noch einmal genauer an:
Daniel 1,3–5 Schlachter 2000
Und der König befahl Aspenas, dem Obersten seiner Kämmerer, daß er ihm etliche von den Söhnen Israels bringen solle, die von königlichem Samen und von den Vornehmsten sein sollten, junge Männer ohne jeden Makel, schön von Gestalt und für alle Wissenschaften begabt, die Einsicht und Verstand hätten und tüchtig wären, im Palast des Königs zu dienen, und daß man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwiese. Diesen bestimmte der König den täglichen Unterhalt von der feinen Speise des Königs und von dem Wein, den er selbst trank, und ordnete an, daß man sie drei Jahre lang erziehen sollte, und daß sie danach dem König dienen sollten.
Da finden wir das Ziel Babylons! Ein Kommentator schreibt:
“Nebukadnezar war darauf aus, dass Daniel und seine Freunde ‘völlig in babylonischen Idealen mariniert wurden, sich dem Weg und den Werten dieser Kultur völlig anpassend, die Vergangenheit vergessend. Worüber sie lachen, wofür sie ihr Leben geben, würde von nun an babylonisch sein.”
Ellsworth, R. (2010). Face2Face with Daniel: Encountering the Jerusalem Exile Living in a Babylon World. (S. J. Robinson, Hrsg.) (S. 10). Leominster: Day One Publications.
Assimilation. Das beginnt mit der Auswahl der Jugendlichen. Diese Teenager sind die Creme de la Creme aus Israel. Und die rechte Hand Nebukadnezars wird mit der Ausbildung und der Umerziehung betraut: Aschpenas. Drei Jahre lang Indoktrination. Und am Ende sollen sie als hochrangige Vertreter der Regierung Babylons Posten bekleiden, die dann im völligen Interesse Babylons agieren.
Und der Plan dazu ist sehr clever. Wenn du den Verstand kontrollieren willst, wenn du Werte formen willst, dann beginne in jungen Jahren. Nebukadnezar wollte ihnen das nach seiner Meinung beste Ausbildungs- und Erziehungsprogramm zu Gute kommen lassen, das möglich war. Das war ein kostenloses Studium wie in Harvard, Stanford oder Oxford. Und doch war es eine klare Umerziehung.
In dieser Phase sollten die Werte dieser Teenager neu geprägt werden. Der König, der sich selbst für eine Inkarnation des Gottes Marduk hielt, brauchte Menschen, die seine Werte in jede Ecke seines Königsreichs bringen. Und damit sie keine Bedrohung für seinen eigenen Thron darstellten gab es eine Prozedur, die möglicherweise auch diesen Teenager auferlegt wurde, wie sie Ashpenaz bereits erlebt hatte. In Jesaja 39,7 wird dies bereits angedeutet:
Jesaja 39,7 LUT84
Dazu werden sie von deinen Söhnen, die von dir kommen werden, die du zeugen wirst, einige nehmen, dass sie Kämmerer werden müssen am Hofe des Königs von Babel.
Leider gibt es nur wenige deutsche Übersetzungen, die das orginale Wort auch korrekt wiedergeben, welches hier mit “Kämmerer” wiedergegeben wird. Die Zürcher Bibel hat es aber so:
Und von deinen Söhnen, die von dir abstammen, die du zeugen wirst, wird man einige nehmen, und sie werden Eunuchen sein im Palast des Königs von Babel. (Jesaja 39,7 ZB)
Das heißt, sie wurden wie es damals häufig geschah, kastriert. Ashpenaz war der Chef-Eunuch.
Zudem sollten sie in ihrer Ernährung ebenso gehalten werden, wie der König selbst. Sie bekamen die gleichen Speisen und Getränke wie er. Der König nimmt hier die Stelle des Schöpfers ein. Er “bestimmt” die Speisen. Dieses Verb kommt hat sonst nur mit Gott selbst zu tun und erscheint auch nur in einem Schöpfungszusammenhang.
Jona 1,17 REB
Und der HERR bestellte einen großen Fisch, Jona zu verschlingen; und Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches.
Jona 4,6 REB
Da bestellte Gott, der HERR, einen Rizinus und ließ ihn über Jona emporwachsen, damit Schatten über seinem Kopf sei, ihn von seinem Mißmut zu befreien. Und Jona freute sich über den Rizinus mit großer Freude. –
Es ist der Schöpfer, der über seine Schöpfung bestimmt. Und im Falle der Juden Israeliten hat König Nebukadnezar diese Rolle übernommen. Er wollte über das gesamte Leben dieser jungen Männer bestimmen.
Die intimsten, die persönlichsten Bereiche ihres Lebens sollten nun von den heidnischen Gebräuchen und Werten bestimmt werden. Wie konnte dieser Assimilierungs-Prozess von Statten gehen? - Sprache, Literatur, Nahrung, Kleidung, Gewohnheiten, Anbetung. Und es war sehr wahrscheinlich sein Ziel, das diese dann Einfluss auf ihr eigenes Volk ausüben würden.
Und wie sieht es bei heute aus? Woher beziehen wir unsere Werte? Was prägt unser Verhalten, unsere Gewohnheiten? Wer entscheidet über unsere Kleidung und unsere Nahrung? Wessen Sprache sprechen wir? Wessen Literatur lesen wir?
Folgendes Zitat gibt sehr zu denken:
“Die Tatsache ist, dass viele Christen ihre Werte von Babylon her beziehen, anstatt von Jerusalem. Dieses Buch [Daniel] ruft uns auf das Gegenteil zu tun.”
Ellsworth, R. (2010). Face2Face with Daniel: Encountering the Jerusalem Exile Living in a Babylon World. (S. J. Robinson, Hrsg.) (S. 7). Leominster: Day One Publications.
Ich stelle dir die Frage: “Welchen Einfluss haben göttliche Werte darauf, wie du redest, wohin du gehst, wie du dich leidest oder schmückst und was du dir im Fernsehen, Kino oder Internet ansiehst?” Manche denken -Babylon - alte Geschichte; 2500 Jahre alt - heute, Götzendienst, ach was!? Einer der größten Götzen heute ist Vergnügung! Aber dazu werde ich einmal eine gesonderte Predigt halten.
Aber die babylonischen, gottlosen, verwirrenden Denk- und Lebensweisen - haben wir uns davon abgewendet? Ich denke, dass heute viele vom Volk Gottes babylonische Werte leben.

4. Die Welt will unsere Identität aushöhlen (Sinn)

Der letzte Bereich der babylonischen Indoktrination betraf die Namen dieser Teenager.
Daniel 1,6–7 NeÜ
Zu den jungen Juden, die ausgesucht wurden, gehörten auch Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja. Aschpenas gab ihnen babylonische Namen: Daniel nannte er Beltschazzar, Hananja Schadrach, Mischaël Meschach und Asarja Abed-Nego.
Alle diese Namen hatte eine besondere Bedeutung. Alle hebräischen Namen hatten einen Bezug zum Gott Israels. Die babylonischen Namen beinhalteten Erwähnungen der babylonischen Gottheiten:
Daniel: “Gott ist mein Richter” - Beltshazzar: “Bel, schütze den König” (Marduk)
Hananja: “Jahwe ist gnädig” - Schadrach: “Befehl von Aku” (sumerischer Sonnengott)
Mischaël: "Wer ist wie Gott?" - Meschach: "Wer ist wie Aku?"
Asarja: "Jahwe hat geholfen" - Abed-Nego: “Knecht des Nebo” (Form von ‘Nabu’)
Die ursprünglichen Namen weisen darauf hin, dass diese Teenager in gottesfürchtigen Heimen aufgewachsen sind, damit sie dem wahren Gott dienen. Indem ihnen neue Namen gegeben wurde, sollte ihre Vergangenheit und damit ihre Identität ausgehöhlt werden. Das war nicht weniger als systematische Gehirnwäsche.
“Nebukadnezar wollte keine guten Juden, die für ihn arbeiten, er wollte gute Babylonier, welche zufälligerweise einen jüdischen Hintergrund hatten.”
Halten wir fest, dass Nebukadnezar sie nicht zwang, ihre Religion zu ändern. Der Umerziehungsprozess sollte einfach so ablaufen, dass es einfach ist, die Vergangenheit zu vergessen. Schritt für Schritt von ihrer Geschichte entfernt zu werden. Und irgendwann verlierst du im Assimilationsprozess (Anpassung) deine Identität. Warum bin ich das, was ich bin? Was macht mich zu dem, was ich bin?
Ellen G. White beschreibt diese Identitätsauflösung:
“Der König zwang die israelitischen Jugendlichen nicht, ihrem Glauben zugunsten des Götzendienstes abzusagen. Er hoffte jedoch, dies allmählich zu erreichen, indem er ihnen Namen geben ließ, die für den Götzenkult bezeichnend waren, sie täglich in engen Kontakt mit abgöttischen Bräuchen brachte und dem Einfluss heidnischer Anbetungsriten aussetzte. Auf diese Weise hoffte er, sie dazu zu bewegen, ihren Glauben aufzugeben und sich am Gottesdienst der Babylonier zu beteiligen.”
Ellen G. White, MUO-T 323
Es war das Ziel, dass diese Teenager irgendwann so denken, reden und handeln, wie die Heiden um sie herum. Und es ist noch heute das Ziel dieser Welt, uns nach ihrer Form zu gestalten.
Römer 12,2 NeÜ
Und richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt, von Gott erneuern und euch dadurch umgestalten, sodass ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob es Gott gefallen würde und ob es zum Ziel führt!
Die Welt wird immer nur dieses eine Ziel haben - uns in ihrem Sinne formen zu wollen. Dem können wir nicht ausweichen.
Die Babylonier versuchten ihren Plan umzusetzen, indem sie den jungen Männer folgendes gab:
NEUE HEIMAT - Isolation
NEUES WISSEN - Indoktrination
NEUES ESSEN - Kompromiss
NEUE NAMEN - Verwirrung
Aber niemand muss jemals diesem Druck nachgeben. Das ist nicht einfach, aber es ist möglich.
Und dazu kommen wir jetzt!
Das diese Teenager nicht nachgegeben haben, macht die Schreibweise ihrer Namen deutlich. Es war die klare Absicht Daniels in der Niederschrift des Buches, deutlich zu machen, dass sie sich nicht von Babylon haben umerziehen lassen.
Das göttliche Element in den Namen wurde bewusst deformiert:
Bels(ch)azar - Beltschazar - aus ‘Bel’ wird ‘Belt’
Shada Aku - Schadrach - aus ‘Aku’ wird ‘k’ (ch)
Me-sa-aku - Meschach - aus ‘Aku’ wird ‘k’ (ch)
Abed-Nebo - Abed-Nego - aus ‘b’ wird ‘g’ (der nächste Buchstabe des hebr. Alphabets).
Anstatt das die jungen Männer ihre Identität verloren, verlieren die Gottheiten Babylons ihre Identität. Diese jungen Männer machen deutlich, dass die dem Geschehen Widerstand entgegenbrachten. Und den ganzen Verlauf der ersten Hälfte des Buches Daniel wird dies immer wieder deutlich. Daniel macht durch seine Wortwahl in seinem Buch immer wieder deutlich, dass er dem Versuch der in die babylonische Kultur gezwungen zu werden, entschieden entgegengetreten ist.

5. Die Welt kann nicht über die Gemeinde triumphieren

Obwohl Jerusalem besiegt war. Obwohl es hoffnungslos für die jungen Männer aussah, es sollte anders werden. Es war Gottes Plan, durch Jerusalem in Babylon einer Veränderung zu bewirken. Anstatt einer Veränderung der jungen Männer, sollte diese dazu beitragen, dass Nebukadnezar sich veränderte. Obwohl sie nur vier junge Männer waren, sollten sie ein ganzes Weltreich beeinflussen. Obwohl sie jung und unerfahren waren, sollte ihre Treue zu Gott sie zu den vertrauensvollsten Positionen bringen. Obwohl der äußere Einfluss massiv war, sollten ihren Herzen Gott die Treue halten.
Matthäus 16,18 NeÜ
Deshalb sage ich dir jetzt: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und alle Mächte des Todes können ihr nichts anhaben.
Jesus selbst hat es gesagt, dass jemand, der auf ihn gegründet ist, nicht überwunden werden kann. Ja, sogar die scheinbar größte Macht im Dasein des Menschen - der unausweichliche Tod - kann einem Menschen, der völlig in Christus verwurzelt ist, nichts anhaben.
Wie haben es die jungen Männer schaffen können? Sah es nicht so aus, als würden diese Teenager im Kampf mit der Supermacht Babylon unterliegen müssen? Wir dürfen eines in der ganzen Geschichte nicht vergessen: diese Situation war durch Gott herbeigeführt worden. In Dan 1,2 werden wir darauf hingewiesen:
Daniel 1,2 NeÜ
Der Herr gab König Jojakim in die Gewalt Nebukadnezzars und ließ auch einen Teil der Tempelgeräte in seine Hand fallen. Nebukadnezzar brachte sie ins Land Schinar und ließ sie in der Schatzkammer im Tempel seines Gottes aufbewahren.
Es war alles kein Zufall. Der scheinbaren OHNMACHT setzt Gott seine ALLMACHT entgegen.
Und weil Gott es zuließ, hat er auch weiterhin die Kontrolle. Nicht Nebukadnezar sondern Gott ist der Herr der Geschichte. Darum geht es letztlich im Buch Daniel. Gott hat einen “Master Plan”. Wenn Gott Jojakim nicht in die Hände Nebukadnezars gegeben hätte, wäre es nicht geschehen. Auch Nebukadnezar war nur ein Werkzeug in der Hand Gottes (Jer 25,9).
Später würde Gott sogar Nebukadnezar’s Herz erreichen und bekehren. Aber Gott hatte bereits die Verheißung gegeben, dass die Gefangenschaft der Israeliten nicht ewig dauern würde (Jer 25,12 auch wenn Nebukadnezar als “Werkzeug Gottes” beschrieben wird - doch auch den Babylonier steht der Untergang wegen ihrer Gottlosigkeit bevor).
Gott sitzt auf seinem Thron und bringt seine Pläne zur Ausführung. Könnte es sein, dass wir dieses Faktum zu häufig vergessen? Wir rennen in unserem Leben herum und meinen, wir müssten es meistern. Zu Beginn scheint das Buch Daniel mit dem Sieg von Böse über Gut aufzuwarten. Alle Beteiligten glaubten bestimmt, dass Babylon über Jerusalem triumphiert. Doch in Wahrheit war es völlig anders.
Gott gebrauchte die angestrebte Verführung dieser jungen Männer dazu, sie für ein größeres Werk vorzubereiten. Auch das ist ein Zeichen der Souverenität Gottes. Gott stellte diese Teenager an einen Ort, der sie sehr verletzlich machte. Er gestattete es, dass sie unter Heiden ausgebildet wurden, um unter den Heiden Führungspositionen einnehmen konnten. Doch bedenken wir auch: sie hatten sich nicht selbst für diese Umgebung entschieden. Und sie würden den Test bestehen.
Wir können uns auch nicht einfach aus dieser Welt hinweg-beamen. Aber Jesus sagte:
Johannes 17,15 NeÜ
Ich bitte dich nicht darum, sie aus der Welt wegzunehmen, aber ich bitte dich, sie vor dem Bösen zu bewahren.

While Daniel lived in Babylon, he would live for Jerusalem!

Die Welt versucht uns mit allen Mitteln umzuformen. Aber wir haben Gottes Zusage, dass er uns bewahren will. Manchmal lässt er Prüfungen zu, damit wir seine Kraft und Autorität durch unser Leben zeigen.
Und manchmal mag es so aussehen, als seien wir die Looser, die Verlierer. Manchmal lacht die Welt über uns und meint, unser Glaube an Gott ist unsinnig. Auch wenn wir zu verlieren scheinen, Gott hat nicht verloren.
Ich zitiere noch einmal das Wort Jesus in Matthäus 16,18:
Matthäus 16,18 NeÜ
Deshalb sage ich dir jetzt: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und alle Mächte des Todes können ihr nichts anhaben.
Vielleicht stirbt ein geliebter Mensch.
Vielleicht werden wir sehr krank.
Vielleicht verlierst du deine Arbeitsstelle.
Vielleicht geht deine Beziehung in die Brüche.
Vielleicht machst du kolossale Fehler.
Vielleicht hast du das Empfinden, dass Gott in deinem Leben kolossale Fehler begeht.
Vielleicht hast du das Empfinden, dass Gott dich nicht hört.
Vielleicht fragst du dich, ob es überhaupt einen Gott gibt
Offenbarung 1,17–18 NeÜ
Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seine Füße. Aber er legte seine rechte Hand auf mich und sagte: „Hab keine Angst! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, aber jetzt lebe ich in alle Ewigkeit und habe die Schlüssel für Hölle und Tod.
Und der die Schlüssel für Hölle und Tod hat ist der, der das gesamte Universum regiert und kontrolliert. Nichts geht an Gott vorüber.
Heute wie niemals zuvor, kommt es darauf an, dass wir umgeben von einer “babylonischen” Kultur - einer Kultur, in der das Selbst inszeniert und zelebriert wird, einer Kultur, die in ihren Werten dem göttlichen Willen entgegengesetzt lebt, einer Kultur, die sich zunehmend aller christlichen Elemente entledigt - in dieser Kultur müssen und können wir anders sein.
„Biblisches Christentum bleibt immer eine Infragestellung unserer Kultur, ist eigentlich immer eine Gegenkultur… Vieles, was ‘christlich’ benannt ist, hat leider mit der biblischen Botschaft und dem klaren Wort Gottes nur mehr wenig gemeinsam. Wir sind deshalb aufgefordert, unsere Zeit kritisch im Lichte des Wortes Gottes zu hinterfragen, um zu wissen, was wir tun müssen, damit wir glaubhaft Zeugnis für die biblische Wahrheit geben können.“
http://www.fontaene.at/index.php?id=30,45,0,0,1,0 (17.11.2009)
Die Antwort auf unsere Kultur - die Antwort auf alle Weltanschauungen - ist und bleibt das Evangelium von Jesus Christus.
Und dieses Evangelium finden wir bereits in den ersten Versen des Buches Daniel, nämlich in den Namen. Und interessanterweise erwähnt das Buch Daniel am Ende versuchten Umerziehungsprozesses - beim Showdown der Götter - nur die hebräischen Namen der vier Teenager. Was für ein Zeugnis. Diese Welt kann Gott nicht besiegen. Das Evangelium siegt!
“Gott ist mein Richter”
Nicht Menschen haben das letzte Wort, sondern Gott. Und er richtet gerecht.
“Jahwe ist gnädig”
Barmherzigkeit, Gnade, Treue und Güte sind bei Gott zu finden. Für jeden, der sich an ihn hält.
"Wer ist wie Gott?"
Was sind Menschen? Was sind Regierungen? Was sind die Systeme dieser Welt? Nichts und niemand ist diesem Gott gleich. Es gibt keinen anderen Gott als unseren Gott.
"Jahwe hat geholfen"
Welche Mächte, welche Situationen, welche Philosophien könnten dem Menschen, dem verlorenen Menschen wirklich helfen? Nur ein kann helfen und wird helfen. Es ist unser Gott - Jesus Christus menschgewordener Gott. Er war, er ist und er wird kommen.
1. Johannes 2,15–17 LUT84
Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
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