KrisenFEST

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Wie die frühe Kirche in Jerusalem können wir krisenfest werden durch gemeinsames, im Wesen Gottes Halt findendes, im Blick auf unsere Berufung bittendes Gebet.

Notes
Transcript
What is a win? Wenn meine Hörer Wege einschlagen, sich dein Wesen vor Augen zu halten und mehr gemeinsam um Ausrüstung und Unterstützung für deinen Auftrag an uns zu beten.
What is a win? Wenn meine Hörer Wege einschlagen, sich dein Wesen vor Augen zu halten und mehr gemeinsam um Ausrüstung und Unterstützung für deinen Auftrag an uns zu beten.
Requisiten:
Eine Predigt zu
Flipchart, auf dem während der Predigt notiert wird: KrisenFEST / durch / GEMEINSAMes / in GOTTES WESEN Halt findendes / im Blick auf unsere BERUFUNG bittendes / GEBET. - Zwecks guter Verteilung (teils mehrzeilig; Titel und “GEBET” größer) vorher mit kleinen Strichen die Zeilen einteilen!
What is a win? Wenn meine Hörer Wege einschlagen, sich dein Wesen vor Augen zu halten und mehr gemeinsam um Ausrüstung und Unterstützung für deinen Auftrag an uns zu beten.
Zusätzlich Beamer mit PowerPoint
Klettergurt mit Karabiner
Der Text für die Predigt heute steht in , ab Vers 23. Und er beginnt etwas unvermittelt: @1 „Sobald Petrus und Johannes wieder auf freiem Fuß waren, gingen sie zu den Mitchristen und berichteten ihnen, was die führenden Priester und die Ratsältesten zu ihnen gesagt hatten“ (; NGÜ). Was war passiert? Was gab es zu erzählen?
Die Apostelgeschichte berichtet von den ersten Tagen der Kirche: Jesus war als Wanderprediger umhergezogen. Man hatte ihn an einem Holzkreuz hingerichtet. Aber er hatte es angekündigt und so kam es: Er war stärker als der Tod. Am dritten Tag wurde er lebendig. Er sprach viel mit seinen Freunden. Und er gab ihnen einen Auftrag: „Macht in aller Welt bekannt: Ich bin der Dreh- und Angelpunkt der Weltgeschichte. Ich wurde in das Dunkel des Todes gerissen, aber ich bin stärker als der Tod. Ich lebt und jeder, der sich mir anvertraut, kann auch auf eine neue Art, in Frieden mit Gott, dem Vater, leben.“
Das Ding ging durch die Decke. An einem Tag schließen sich fast 3000 Leute der noch jungen Bewegung an. Alle Welt spricht von ihnen. Und sie erleben Wunder! Petrus und Johannes heilen im Tempel einen Gelähmten. Und man kannte diesen Mann. Jeder wusste, das war kein Heilungsklamauk, das war echt!
Das rüttelte am Alltagstrott der Leute. Petrus ergreift die Gelegenheit und predigt. Aber noch während er spricht, werden Johannes und er festgenommen. Sie werden vor den Hohen Rat gestellt, quasi das jüdische Bundesverfassungsgericht. Man versucht sie einzuschüchtern und verbietet ihnen jemals wieder von diesem Jesus zu reden. Das war die erste Krise (> Krise) der noch so jungen Kirche.
Es war, als hätte Jesus sie ins Gebirge geschickt und anfangs lief es echt gut. @2 Aber jetzt hängen sie am Fels und wissen nicht, ob sie weiter gehen sollen. Ob der nächste Schritt ein Schritt zu viel ist? Ob sie sich überschätzen? Ob sie abrutschen?
Es wird gefährlich. Vor ihnen bauen sich Menschen auf, die mächtiger sind als sie. Widerstände, die unüberwindlich scheinen. Hindernisse, die zu groß sind für sie.
Sie wissen nicht, ob sie weiter oben Halt finden. Sie wissen nicht, wonach sie als Nächstes greifen sollen. Aber sie spüren, wie die Angst nach IHNEN greift. Unter ihnen geht es steil hinab. Vielleicht steht es ihnen noch einmal ganz lebendig vor Augen: Das waren die Leute, die Jesus ans Kreuz gebracht haben. Er hatte sie zurückgelassen, um in seine Fußstapfen zu treten. Aber sie konnten sich sicher vorstellen, den Teil mit der Kreuzigung auszulassen. Ob sie einfach nach Hause gehen sollten? Aber sie hatten doch einen klaren Auftrag, eine Berufung!
Am Ende unseres Textes heißt es: @3 „Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten die Botschaft Gottes weiterhin frei und unerschrocken“ (; NGÜ). Überhaupt erzählt die Apostelgeschichte von Widerstand um Widerstand, der sich der jungen Kirche in den Weg stellte, der ihre Berufung in Frage stellte — aber es ging weiter und wuchs. @4 Wie das? Was macht sie krisenfest (> KrisenFEST)?
Die Antwort in diesem Text mag furchtbar platt klingen. Aber das ist es, was Lukas uns berichtet. Was taten sie, um krisenfest zu werden? Sie beteten. (> durch … Gebet)
Apostelgeschichte 4,24 GN
Darauf beteten alle miteinander einmütig zu Gott: »Herr, du hast Himmel, Erde und Meer geschaffen und alles, was lebt.
lesen. Was war das für ein Gebet?
lesen. Was war das für ein Gebet?
Apostelgeschichte 4,23–31a NGÜ NT+PS
Sobald Petrus und Johannes wieder auf freiem Fuß waren, gingen sie zu den Mitchristen und berichteten ihnen, was die führenden Priester und die Ratsältesten zu ihnen gesagt hatten. Die Reaktion der Versammelten auf das, was sie hörten, war, dass sich alle gemeinsam und einmütig an Gott wandten. Mit lauter Stimme beteten sie: »Du großer Herrscher! Du bist es, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat, das ganze Universum mit allem, was darin ist. Du bist es auch, der durch unseren Vater David, deinen Diener, geredet hat, als dieser, vom Heiligen Geist geleitet, sagte: ›Was soll das Aufbegehren der Nationen? Was bringt es den Völkern, nutzlose Pläne zu schmieden? Die Könige dieser Welt haben sich zum Angriff bereitgemacht, und die Machthaber haben sich miteinander verbündet zum Kampf gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.‹ Und so ist es tatsächlich gekommen: Hier in dieser Stadt haben sich Herodes und Pontius Pilatus zusammen mit den heidnischen Nationen und den Stämmen Israels gegen deinen heiligen Diener Jesus verbündet, den du gesalbt hast. Doch indem sie so vorgingen, ist genau das eingetreten, was du in deiner Macht vorherbestimmt hattest und was nach deinem Plan geschehen sollte. Höre nun, Herr, wie sie uns drohen, und hilf uns als deinen Dienern, furchtlos und unerschrocken deine Botschaft zu verkünden. Erweise deine Macht, und lass durch den Namen deines heiligen Dieners Jesus Kranke geheilt werden und Wunder und außergewöhnliche Dinge geschehen!« Nachdem sie in dieser Weise gebetet hatten, bebte die Erde an dem Ort, an dem sie versammelt waren. Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten die Botschaft Gottes weiterhin frei und unerschrocken.

Im Wesen Gottes Halt finden

Kennt ihr die Maus @5 Frederick? Die immer nur rumsitzt, während alle anderen die Wintervorräte sammeln? Sie tragen Nüsse zusammen fürs Futter und Stroh für die Betten und Frederick sitzt rum. Da fragen sie: Und was machst du? Und er sagt: Ich sammle Farben, ich sammle Sonnenstrahlen. Aber als der Winter kalt wird und dunkel, da bitten sie: Du hast doch Farben und Sonnenstrahlen gesammelt — gibst du uns etwas ab? Und dann erzählt er von roten Blumen und gelben Rapsfeldern, von den Sonnenstrahlen, die sich im Regen brechen und warm über die Haut streichen. Er wusste: Es wäre fahrlässig im Leben nur für Nahrung und Wohnung zu sorgen. Wir brauchen auch Vorräte für die Seele.
Davon erzählt dieses Gebet — wie die Kirche in ihrer Krise diese Vorräte anzapft. Sie stellt sich Gott vor Augen als den Schöpfer aller Dinge, größer und mächtiger als alles andere (> in GOTTES WESEN Halt findendes).
Noch deutlicher ist es mit , den sie ausdrücklich zitieren: Menschen versammeln sich, um Gottes Pläne zu durchkreuzen — aber ihre Pläne führen zu nichts. Es beeindruckt ihn kein Stück. Und sie stellen fest: Genau das ist doch mit Jesus passiert! Ja, Herodes und Pilatus, sie haben sich versammelt und sie haben Jesus hingerichtet. Das war mal eine Niederlage. Aber sie konnten doch nur das tun, was Gott längst beschlossen hatte — und was er völlig umgedreht hat!
Darin finden sie Trost. Als Jesus gekreuzigt wurde, da sah es aus als wäre er gescheitert, als hätte er seine Berufung nicht leben können. Aber genau das war seine Berufung! Und auch in ihrem Leben wackelte wirklich alles — aber in dieser größten Krise ihres Lebens hatte Gott alles unter Kontrolle. Da sagen sie sich: Dann hat er das auch jetzt! In ihrer Ohnmacht flüchten sie sich zur Macht Gottes. Sie beten Gott an für das, was er ist und finden Mut.
Ein „alter Bruder“ beklagte mal, dass wir in unseren Gebetsgemeinschaften so viel danken und so wenig anbeten. Wir sollen Gott immer und für alles danken. Aber da feiern wir das, was er uns gibt. Anbetung heißt: Feiern, was Gott für uns IST. Und das ist es, was diese Christen tun.
Sie hängen immer noch an der Wand und wissen nicht, ob sie mit dem nächsten Schritt den Bogen überspannen und abrutschen. Aber sie haben sich wieder vor Augen geführt, dass es einen Karabiner gibt. Dass sie gesichert sind.
Seid ihr schon mal geklettert und dabei gesichert worden? Oder beim Kistenklettern? Es braucht ein wenig Mut, sich fallen zu lassen. Aber wenn man gemerkt hat „es funktioniert“, dann kann man umso mutiger weitermachen. Die Christen in Jerusalem werden krisenfest, weil sie wissen, dass Gott ihre Sicherungsleine fest im Griff hat.
Aber sie tun das nicht einfach losgelöst. Sie zitieren die Bibel. Wie Frederick hatten sie Farben, Wörter und Sonnenstrahlen gesammelt, von denen sie jetzt zehren konnten. Sie kannten die Bibel, vielleicht gerade die Psalmen: Gebete und Lieder, die ihnen beten halfen.
Wo die Not unsere Worte verschlingt, da kann die Bibel uns noch Worte geben, an die wir uns halten können. Wo Angst und Trauer unseren Blick trüben, da fordert Petrus uns auf, an der Bibel „festzuhalten und darauf acht zu haben als ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen“ (2 Pet 1,19; LU84).
Was ist deine Krise? Wo blickst du in den Abgrund? Was macht dir Angst? Und welche Wahrheit über Gott kann gerade dein Karabiner sein? Die Christen damals haben sich Gottes MACHT vor Augen gestellt — was brauchst du?
Einer meiner Lieblingsverse ist @7 : „Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre“ (LU84). Wie gut tut das, wenn ich Angst davor habe, wie andere über mich denken. Meine Ehre ist bei ihm, da kann sie keiner nehmen. „Herr, in meiner Angst vor ihren abschätzigen Blicken, will ich es bekennen: Bei DIR ist mein Heil und meine Ehre.“
Oder nach @8 : „Herr, du siehst meine Müdigkeit — aber du wirst nicht müde noch matt. Herr, du siehst meine gedankliche Trägheit — aber dein Verstand ist unausforschlich.“
Hast du mal Bibelverse auswendig gelernt, die du dann beten kannst? Es tut so gut, nicht nur zu wissen: „Es steht doch irgendwo“, sondern „Da hat Gott es mir schwarz auf weiß gegeben“.
Ihr Gebet war ein Gebet, das in Gottes Wesen Halt fand. In der Angst vor dem freien Fall fanden sie Trost in dem Karabiner der Macht und Liebe Gottes, der selbst Jesu Niederlage in einen Sieg verwandelt hatte.

Im Blick auf unsere Berufung bitten

Was finden wir noch in ihrem Gebet? Das elfte Schuljahr habe ich in den USA verbrach. Im Herbst gehörte ich zum Laufteam. Sechs Mal die Woche sind wir gerannt. Montag bis Freitag Training, Samstag Wettkampf. Aus dem Training ist mir vor allem ein Satz hängen geblieben: „Wenn du einen Berg hochläufst und dann auf der Kuppe ankommst — dann gib Gas! Da kannst du vorwärts kommen. Denn alle anderen lassen sich innerlich fallen, weil der Berg geschafft ist.“
Das ist es, was die junge Kirche tut — sie sind dem Hohen Rat für den Moment noch mal entkommen und haben sich an Gott gehängt. Aber die Macht Gottes lässt sie nicht passiv werden. Ganz im Gegenteil — sie gibt ihnen neue Kraft. Sie machen weiter. Sie beten um Mut. Sie beten sogar um noch mehr Öffentlichkeit durch Heilungen, Zeichen und Wunder. Sie wollen sich nicht verstecken. Sie geben mitten in der Krise noch mal richtig Gas.
Aber manchmal geht es nicht mehr. Miriam Welte, Olympiasiegerin im Bahnradfahren gab im September überraschend ihr Karriereende bekannt. Warum? „Die letzte Bereitschaft, komplett an die absoluten Grenzen ranzugehen, die ist einfach nicht mehr da“, sagte sie der Rheinpfalz. Sie wollte nicht mehr auf der Kuppe beschleunigen.
Und auch das hat seine Zeit. @9 Paulus schreibt an Timotheus, dass die Kirche darum beten soll, „ungestört und in Frieden“ leben zu können (; NGÜ).
Aber: Das Ziel bleibt dasselbe. Wieso soll man um ein „ruhiges Leben“ beten? Weil Gott will, „dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen“ (; NGÜ). Die Ruhe soll Gelegenheit geben, die Nachricht von Jesus unters Volks zu bringen. Genau dafür waren auch die Zeichen und Wunder da. Das waren Augenöffner, damit Menschen zuhören und glauben (vgl. ). „Herr, tu doch heute etwas, das Menschen wachrüttelt, das sie fragen lässt! Dräng dich neu ins Bewusstsein dieser Stadt!“
Die Christen hatten ihre Berufung vor Augen (> im Blick auf unsere Berufung bittendes): Aller Welt sagen, dass Jesus der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist. Die Ruhe und die Wunder — beide wurden erbeten, um der Berufung entsprechend leben zu können.
Im Vaterunser kommt zuerst die Bitte: „Dein Name werde geheiligt“ — darum geht es im Leben. Und dann kommt die Bitte: „Unser täglich Brot gib uns heute“. Das ist untergeordnet. Das hat ein Ziel: Gib mir, was ich brauche, um zu tun, was du möchtest. Darum beten die Christen in Jerusalem und zu diesem Gebet fordert Paulus auf: „Gib uns, was wir brauchen, um zu tun, was du möchtest.“ „Schenk uns Mut, um weiter von dir zu reden und misch du die Stadt auf durch Zeichen und Wunder“ oder auch: „Nimm du die Widerstände weg, gib uns freie Bahn“ — aber immer mit dem Wunsch, dass dadurch Menschen von Jesus hören können.
Was ist deine Berufung? Vielleicht ist deine Krise auch dafür da, das noch mal zu fragen. Vielleicht stellt deine Krise gar nicht deine von Gott ausgesprochene Berufung Frage, sondern nur deine ganz persönlichen Ziele. Aber für die Kirche war und ist die Berufung klar. Und sie beten genau in diese Richtung.

Zusammenstehen

Und schließlich ist das Gebet der Kirche damals ein gemeinsames (> gemeinsames) Gebet. Ich werde nie vergessen, dass der 11. September 2001 ein Dienstag war. Denn früher war dienstags in unserer Kirchengemeinde Gebetsstunde. Was tat das gut an diesem Abend, da hinzugehen und gemeinsam zu beten, sich mit der eigenen Angst und Verunsicherung gemeinsam an Gott zu wenden. Sie wandten @10 „sich alle gemeinsam und einmütig“ an Gott, heißt es (; NGÜ). Wie ist das in deinen Krisen? Die eine Gefahr ist, dass wir uns einfach ins Getümmel stürzen und unsere Krise überspielen. Aber die andere ist, dass wir versuchen, alles allein zu lösen.
Ich finde es auffällig, dass die Christen im Gebet zitieren: „Die Machthaber haben sich verbündet“ heißt es da. Aber nach dem Gebet, bebte die Erde an dem Ort, an sie versammelt waren. Das ist beide Male das gleiche Wort. Die Machthaber haben sich versammelt — aber auch die Christen versammeln sich.
Gott hört dein Gebet auch, wenn du allein betest. Aber Christsein ist Mannschaftssport. Selbst wenn du gerade auf der verletzt auf der Bank sitzt — allein dabei zu sein ist gut. Und auch wenn andere dir dein Spiel nicht abnehmen können, können sie doch dein 12. Mann sein und dich anfeuern. Jesus sagt: Wo Menschen gemeinsam beten — und wenn es nur zwei der drei sind — da bin ich in besonderer Weise anwesend.
Mit unserem Gebet sollen wir uns bei Gott einhängen. Aber wir sollen uns auch gegenseitig sichern. Mit wem kannst du gemeinsam beten in deiner Krise?
Vielleicht betest du auch noch gar nicht. Aber du weißt, dass du Hilfe brauchst. Kirche ist für Menschen, die gemeinsam Hilfe suchen wollen. Kirche ist kein Eliteclub für die, die alles so machen, wie Gott sich das vorstellt. Sondern für die, die wissen, dass sie Hilfe brauchen. Wir würden dir gern Mut machen, dich bei Gott einzuhängen. Hast du das schon getan? Tu es doch heute! Ihm macht das Gewicht deiner Sorgen keine Mühe. Und wir sichern dich gerne mit.

Was wir vor allem brauchen

Am Ende ist von einem Erdbeben die Rede. Timothy Keller schreibt: Wie am Berg Sinai, als Gott die Zehn Gebote gab, ist das Erdbeben ein Zeichen für eine besondere Gegenwart Gottes. Er ist überall und doch gibt es Momente, in denen er uns besonders nahe kommt, in denen wir seine Nähe besonders real empfinden. Das schenkte Gott den Christen damals.
Ihre innere Welt war längst am Wackeln, sie waren hin und her geschüttelt durch die Drohungen des obersten Gerichtshofs. Aber dann kommt Gott spürbar an ihre Seite und alles, was sonst so unüberwindlich und übermächtig scheint, beginnt zu wackeln.
Johannes schreibt später in einem Brief: @11 „der, der in euch lebt, ist größer ´und stärker` als der, von dem die Welt beherrscht wird“ (; NGÜ). Das Erdbeben soll die Jünger erinnern, dass an ihrer Seite der ist, der viel realer ist als alles, was wir sehen; viel mächtiger als alles, was ihnen Angst macht; viel größer als jedes Hindernis. Und als sie das neu glauben und spüren können, da machen sie gerade weiter. Auf zum nächsten Berg — denn sie werden gehalten.
Das wünsche ich mir für uns. Für deine ganz persönliche Krise. Und für uns als Gemeinde. Vor einem Jahr hatten wir im November Gemeindeversammlung. Und wir als Gemeindeleitung haben von einer Krise gesprochen. Wir hatten uns als zwei Gemeinden zusammengeschlossen. Und wir waren dankbar für viele gute Entwicklungen. Aber wir haben auch gesehen: Es fehlten immer noch die Kräfte und es fehlte auch Richtung. Und wir wussten uns keine Hilfe als beten. Jede Woche. Gemeinsam.
Und dann kamen plötzlich Leute. Die gehören noch nicht alle dazu, vielleicht gehen manche wieder. Aber für uns scheint klar: Als wir beteten, da kam Bewegung rein und wir hatten den Eindruck: Gott tut etwas.
Jetzt sind wir mehr und eine ganze Reihe Leute haben neue Aufgaben übernommen. Das ist total stark. Aber wir wollen nicht einfach mehr sein. Sondern wir möchten, dass Gott uns gebraucht in dieser Stadt. Dass er uns noch viel realer wird und dass wir erleben dürfen, wie er diese Stadt erbeben lässt und alle Blick auf sich richtet.
Darum beten wir montagabends. Wir sind oft nur 3-4. Und das reicht. Und ich habe großes Verständnis dafür, wenn dir die Abendtermine einfach zu viel sind. Ich möchte einfach noch mal dafür werben, den Abend nicht grundsätzlich abzuschreiben. Sondern dir vielleicht alle paar Wochen einen Ruck zu geben und gemeinsam zu beten, dass Gott durch uns handelt. Lasst uns beten, dass Gott Kraft schenkt und Mut, vielleicht tatsächlich Zeichen und Wunder — einfach das, was Menschen wachrüttelt, und was wir brauchen, um zu tun, was er möchte.
Bei ihm können wir uns einhängen mit unseren kleinen und großen Krisen. Wir sind gehalten. Das macht uns krisenfest.
Quellen:
Timothy Keller, “Shaken”, The Timothy Keller Sermon Archive, Logos Bible Software.
„Olympiasiegerin Welte beendet überraschend ihre Karriere“, Spiegel Online, 23.9.2019, https://www.spiegel.de/sport/sonst/radsportlerin-miriam-welte-beendet-ueberraschend-ihre-karriere-a-1288156.html (Zit. aus Interv. m. „Rheinpfalz“).
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