Notizen Jesus und die Ehebrecherin

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Geschichte, was passiert hier. Wer sind die Parteien?
Jesus wird nach dem Strafmaß gefragt. Falle für Jesus.
Was macht Jesus?
a) Er zeigt auf, wer in der Position ist zu richten. Gott sorgt für Gerechtigkeit.
“Wer ohne sünde ist, werfe den ersten Stein”. Die Leute erkennen, dass sie genauso schlecht sind wie diese Frau. Keiner hat das Recht, zu richten, alle gehen weg. Jesus ist der einzige, weil er schuldlos war. Er hätte werfen können, weil er Gott ist.
Bei uns selber. Wie oft richten wir? Wen richten wir?
Öffentlichkeit: Menschen machen Fehler, evtl. Politiker, Virologen zu dieser Zeit, Trump Style: Erstmal den Schuldigen suchen.
Privat: Freunde, in der Beziehung bzw. Ehe, Auf der Arbeit
b) Er begnadigt die Frau, weil er für sie ans Kreuz gehen wird und ihre Schuld trägt.
Wir merken, dass wir in dieser Geschichte nicht die Ankläger sind, sondern die Frau.
Wir machen Fehler und Jesus ist derjenige, der uns begnadigt. Der uns annimmt. Der uns weiter liebt.
Gott als Richter, Jesus derjenige der die Strafe trägt, für uns.
für alles, auch wenn wir mal wieder den Richter spielen.
Bei uns selber: Wir sollten versuchen gnädig mit unserem Umfeld umzugehen. Zu verzeihen.
Aber Jesus ermahnt auch: Sündige von jetzt an nicht mehr. Wir dürfen gnädig sein, aber ebenso auch in Liebe zurechtweisen. Meinung sagen. Position beziehen.
Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen Kapitel 81–11 Nur zwei Worte spricht in dieser Geschichte die Frau, die eigentlich mit dem Tode rechnen muß: Sie sagt „Herr“ zu Jesus, ohne wohl ganz zu ahnen, wie richtig sie ihn mit dieser Anrede kennzeichnet, und sie sagt; „Niemand“. Durch die Frage Jesu sind plötzlich alle Frommen mit ihr zu Sündern geworden. Jesus hat in göttlicher Weisheit zur gleichen Zeit erreicht: Die Frommen wurden überführt, die Sünde wurde nicht verharmlost, der Sünderin wurde vergeben, und sie wurde zugleich auf einen neuen Weg des Gehorsams gewiesen. Das ist die Seelsorge Jesu.
Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel. Neuausgabe mit Apokryphen Das Evangelium nach JohannesZur Situationsangabe V. 1–2 vgl. Lk 21:37–38. Die →Schriftgelehrten und die Pharisäer wollen Jesus eine Falle stellen. Wenn er in seiner bekannten Barmherzigkeit und Liebe zu den Sündern für Aussetzung der Strafe eintreten würde, würde er sich gegen das Gesetz Moses (5Mo 22:22–24) stellen, andernfalls aber gegen die Römer, die sich die Verhängung und Vollstreckung von Todesurteilen vorbehielten (ähnlich gefährlich die Frage Mk 12:14 par). Jesu Tun in V. 6b - eine Geste verlegenen Abwartens? - enthält möglicherweise eine Anspielung auf Jer 17:13 und will dann sagen: Alle in Israel sind als »Abtrünnige« (s. dort) auf Gottes Erbarmen angewiesen; keiner kann sich als Richter über den anderen aufspielen (vgl. Mt 7:1).
Grundzüge des Neuen Testaments Kapitel 8Die Juden mochten sich dem Gefühl überlassen, die Streitpunkte in ihrem Sinn geklärt zu haben. Sie wandten sich ein jeder der Annehmlichkeit des eigenen Hauses zu, während Jesus, der doch das Wort war, das Fleisch wurde, und dem die Erde kein Heim bot, die Nacht auf dem Ölberg verbrachte. Als Er am Morgen in den Tempel zurückkehrte, konfrontierten Ihn einige Seiner Gegner mit einem Problem, von dem sie hofften, daß es Ihn in tiefste Verlegenheit stürzen würde. Die Volksmenge mochte das Gesetz nicht kennen und darum verflucht sein; sie dagegen, Schriftgelehrte und Pharisäer, waren des Gesetzes kundig und zogen daraus, wie sie meinten, geistlichen Gewinn. Und sie kannten die Güte und die Gnade im Herzen des Herrn Jesus. So brachten sie die sündige Frau zu Ihm und führten zu ihrer Verurteilung gleich das Gesetz Moses an. Es kam aber anders, als sie dachten. Der Herr richtete das Gesetz gleich einem Scheinwerfer auf sie, und seiner überführenden Kraft konnten ihre verhärteten Gewissen sich nicht entziehen. Diese zweimal erstorbenen religiösen Heuchler, die so zungenfertig den Fluch über die Volksmenge auszusprechen wußten, merkten wohl, daß hier der Fluch des Gesetzes sichtbar wurde, um sich drohend gegen sie selbst zu wenden. Was der Herr tut, indem Er sich niederbeugt und auf die Erde schreibt, ist sehr bezeichnend. Hier war, wenn wir es so sagen dürfen, der Finger, der einst das Gesetz auf zwei steinerne Tafeln schrieb – jenes Gesetz, in dem für Israel ein Verdammungsurteil geschrieben war. Derselbe Finger schrieb das Verdammungsurteil gegen den stolzen heidnischen Monarchen in den Tagen Daniels auf den Kalk der Wand. Wie zutreffend sind die Forderungen des göttlichen Gesetzes. Unbeugsames Recht auf unveränderlichem Stein! Ein Verächter „starb ohne Barmherzigkeit“, da das Gesetz nicht gebeugt werden konnte, wie man ein Radiergummi biegen mag. Mörtel ist brüchig und zerfällt, wie auch die mächtigsten und stolzesten Reiche wieder zusammenbrechen. Jesus schrieb auf die Erde. Was Er schrieb, wird uns nicht mitgeteilt, aber wir wissen, daß es vor Ihm stand, selbst „in den Staub des Todes“ gelegt zu werden (Ps 22,15), und dahinein würde Er das unlöschbare volle Zeugnis von der Liebe Gottes schreiben. In Offenbarung 5 wird das Buch der Gerichte gesehen, und ein starker Engel ruft mit lauter, herausfordernder Stimme: „Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen?“ Die gleiche Herausforderung spricht Jesus hier aus, wenn auch mit anderen Worten. Bei der Frage im Himmel zeigt sich, daß „niemand in dem Himmel, noch auf der Erde, noch unter der Erde“ würdig gefunden wird, das Buch zu öffnen, noch es anzublicken; so auch in der Szene, die vor uns steht: Jeder Ankläger stiehlt sich davon. Nur der „Löwe“, der das „Lamm“ wurde, bleibt übrig, um das Gericht zu vollstrecken. Auch hier wurde Jesus allein gelassen mit der Frau in der Mitte; doch es war nicht die Stunde des Gerichts, sondern der Gnade, so daß der, der das Recht hatte, zu verdammen, es doch jetzt nicht tat. Er war „voller Gnade und Wahrheit“. Er richtete den Scheinwerfer der Wahrheit auf die Heuchler und wendete der Frau Gnade zu, mit der Absicht, sie von der Sünde zu befreien.
Das Evangelium nach Johannes Ein später Einschub: Jesus und die Ehebrecherin 7,53–8,11Ein später Einschub: Jesus und die Ehebrecherin 7,53–8,11* Mit dieser Perikope verbinden sich komplexe textgeschichtliche, literarische und theologische Probleme. Der äußere textkritische Befund ist eindeutig: Joh. 7,53–8,11 fehlt in P66.75 א B L N T W X Y Δ Θ Ψ 0141 0211 al. Geboten wird die Perikope von Hss. des ›westlichen Textes‹: D E (F) G H K M U Γ Π 28 700 892 al (nach 7,52). Die Stellung der Perikope variiert zudem, nach 7,36 (ms. 225), nach 7,44 (georg. Hs), nach 21,25 (1 565 1076 1570 1582 armmss), nach Luk. 21,38 (f13), nach Luk. 24,53 (1333s). Der textkritische Befund läßt zwei Interpretationen zu: 1) Es handelt sich bei Joh. 7,53–8,11 um eine (alte) mündliche post-johanneische Tradition synoptischen Typs, die erst relativ spät in die für das Neue Testament relevante Textüberlieferung gelangte. Sie wird deshalb in den Kommentierungen des Johannesevangeliums entweder gar nicht,34 in einem Anhang oder nur summarisch behandelt.36 2) Der Text ist johanneisch und gehörte zum Johannesevangelium in seiner ursprünglichen Gestalt; er wurde aus inhaltlichen Gründen in einem frühen Stadium der Textüberlieferung gestrichen. Mit diesem Erklärungsmodell verbindet sich die These, daß nicht textkritische, sondern vornehmlich inhaltliche Kriterien darüber entscheiden müssen, ob Joh. 7,53–8,11 ein originärer Bestandteil des 4. Evangeliums ist. (53) Und sie gingen, ein jeder in sein Haus. (1) Jesus aber ging auf den Ölberg. (2) Am frühen Morgen kam er wiederum in den Tempel, und das ganze Volk kam zu ihm. Und er setzte sich und lehrte sie. (3) Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ergriffen worden war, und stellten sie in die Mitte (4) und sprachen zu ihm: »Meister, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen. (5) Im Gesetz hat uns Mose geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du?« (6) Dies sagten sie, um ihn zu versuchen, damit sie einen Grund hätten, ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf den Boden. (7) Als sie ihn aber weiterhin fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: »Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!« (8) Und wieder bückte er sich und schrieb auf den Boden. (9) Als sie das hörten, gingen sie fort, einer nach dem anderen, angefangen bei den Älteren, und er blieb allein zurück mit der Frau, die in der Mitte stand. (10) Da richtete sich Jesus auf und sprach zu ihr: »Frau, wo sind sie? Hat dich niemand verurteilt?« (11) Sie aber sprach: »Niemand, Herr!« Da sprach Jesus: »Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von nun an nicht mehr!« 53 Die Erzählung setzt den jetzigen Kontext nicht voraus; nach dem Lehrvortrag Jesu gehen die Zuhörer nach Haus. 1/2 Jesus selbst geht zum Ölberg; die Abfolge ›Lehrtätigkeit im Tempel – Ölberg – früher Morgen – das ganze Volk‹ verdankt sich offensichtlich Luk. 21,37.38. Am frühen Morgen kehrt Jesus zum Tempel zurück, um wiederum zu lehren. Das herbeiströmende Volk bildet die Kulisse für das folgende Geschehen. Im Johannesevangelium setzt sich Jesus nur hier nieder, um zu lehren (vgl. Mark. 4,1par., Matth. 5,1; Luk. 5,3). 3 Die eigentliche Handlung beginnt, Schriftgelehrte und Pharisäer bringen die beim Ehebruch ertappte Frau zu Jesus. Die Schriftgelehrten werden im Johannesevangelium sonst nicht erwähnt, die Wendung οἱ γραμματεῖς καὶ οἱ Φαρισαῖοι findet sich aber 7mal bei Matth., 1mal bei Mark. und 5mal bei Luk. Die Frau wird in die Mitte eines Kreises gestellt, sie rückt – neben Jesus – in den Mittelpunkt der Erzählung, obwohl sie nur zwei Worte spricht (V. 11). 4 Dem Fall entsprechend reden die Ankläger Jesus als ›Lehrer‹ an, dem ein eigentlich klarer Tatbestand vorgelegt wird, um ihn auf die Probe zu stellen (vgl. Mark. 12,13par.; 10,2par.; Matth. 19,3par.). 5 Ehebruch war untersagt (Ex. 20,14) und wurde nach Deut. 22,22; Lev. 20,10 mit dem Tod bestraft. Ez. 16,38–41; 23,45–48; Jub. 30,8 f. zeigen, daß in der Zeit vor den Regelungen der Mischna41 die Steinigung die übliche Hinrichtungsart bei Ehebruch war. Angesichts dieser Konstellation wird Jesus ausdrücklich nach seiner Meinung gefragt. 6 Die Verfänglichkeit der Situation ist offenkundig: Wenn Jesus sich gegen die Steinigung der Frau ausspricht, wendet er sich gegen das Gesetz. Stimmt er zu, dann verleugnet er die Liebe Gottes zu den Sündern (vgl. Mark. 2,17; Joh. 9,2 f.) und qualifiziert sein eigenes Verhalten am Sabbat als strafwürdig (vgl. Joh. 5,9 ff.; 9,14 ff.). Wie in Mark. 12,13–17par. rechnen die Fragesteller damit, daß Jesus sich selbst zu Fall bringt. Aber auch diesmal reagiert Jesus mit überlegener Souveränität! Er ignoriert durch sein Verhalten43 die Fragesteller, weil er ihre hinterlistigen Absichten kennt. 7 Ihre Hartnäckigkeit veranlaßt Jesus dann doch, mit einem entwaffnenden Wort zu reagieren: »Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.« Deut. 13,10 f.; 17,5–7 gesteht den Zeugen eines Verbrechens das Recht zu, zuerst einen Stein zu werfen. Jesus verschärft diese Regel: Nur wer ohne Sünde ist, darf die Frau bestrafen. Wie in Matth. 7,1 (»Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet«) legt Jesus die wirkliche Situation eines jeden Menschen offen: Niemand ist wirklich unschuldig, jeder hingegen müßte im Gericht Gottes verurteilt werden. 8 Jesu Verhalten unterstreicht die Wucht des vorangehenden Wortes; es spricht für sich allein, bedarf keiner Kommentierung. 9 Das Wort verfehlt seine Wirkung nicht, ein Ankläger nach dem anderen verläßt den Platz. Niemand vermag diesem Wort Jesu etwas entgegenzusetzen, und am Ende bleiben die Frau und Jesus allein zurück. 10 Erst jetzt kommt es zu einer Begegnung zwischen den beiden. Jesus erwähnt allein das überraschende Verhalten der Ankläger, während er über die Anklage kein Wort verliert. 11 Auch Jesus verurteilt die Frau nicht, er spricht sie aber auch nicht frei. Vielmehr wählt er einen positiven Weg, der aus der Schuld der Vergangenheit herausführt: »Gehe hin und sündige von nun an nicht mehr!« Die Erzählung weist einige joh. Spracheigentümlichkeiten auf (V. 5: λιθάζω; zu V. 6a vgl. Joh. 6,6a; V. 11: μηκέτι ἁμάρτανε wörtlich nur hier und in Joh. 5,14), die aber nicht eindeutig sind und einen ›johanneischen Charakter‹ der Perikope nicht erweisen können. Traditionsgeschichtlich haben auf die Erzählung synoptische Stoffe (vgl. Luk. 7,36–50; Mark. 12,13–17; Mark. 10,3; Luk. 6,7), vor allem aber die Susanna-Erzählung eingewirkt.48 Jesus wird in Analogie zu Daniel dargestellt, beide bewahren eine Frau durch ihr weises Verhalten vor der Verurteilung. Die formgeschichtliche Beurteilung von Joh. 7,53–8,11 fällt sehr unterschiedlich aus. R. Bultmann nennt die Erzählung ein ›apokryphes Apophthegma‹, U. Becker ordnet sie den synoptischen Streitgesprächen zu,50 während R. Schnackenburg von einer ›Zeichenhandlung‹ spricht. Eine überzeugende Klassifizierung fällt schwer, deutlich ist allerdings die Konzentration der Erzählung auf den in prophetischer Weisheit handelnden Jesus. Die Haltung Jesu, vor allem aber das Logion V. 7b lassen es nicht ausgeschlossen erscheinen, die Erzählung im Leben des historischen Jesus zu verankern. Jesus nimmt zu einem im damaligen Judentum aktuellen Thema Stellung, indem er nicht direkt gegen die Vorschriften der Tora votiert, sondern in eigener Vollmacht dem ursprünglichen Willen Gottes Geltung verschafft (vgl. Mark. 2,27 f.; 3,4). War die Erzählung ein ursprünglicher Bestandteil des Johannesevangeliums? Die fehlende Bezeugung in der zeitlich frühen Textüberlieferung reicht allein nicht aus, den Text aus dem 4. Evangelium zu verbannen. Andererseits: Warum sollte der Text – seine Ursprünglichkeit vorausgesetzt – gestrichen worden sein? Das Argument, er sei aus inhaltlichen Gründen weggelassen worden, überzeugt nicht, denn Jesu Verhalten in Kap. 7,53–8,11 ist so anstößig oder nicht anstößig wie in anderen Partien des Evangeliums (vgl. Joh. 5,1–9; 9). Jesus billigt den Ehebruch der Frau nicht, er spricht sie auch nicht frei, sondern ermöglicht ihr mit einer klaren Weisung einen Neuanfang. Joh. 7,53–8,11 sollte deshalb als eine alte apokryphe Jesuserzählung angesehen werden, die erst spät Eingang in die kanonische Textüberlieferung fand und als Illustration von Joh. 8,15 verstanden wurde.
Kritisch Exegetisches Handbuch über das Evangelium des Johannes Kapitel VIIIsondern nach ständiger synoptischer Darstellung des Verhältnisses jener Menschen zu Jesu und nach dem gleich Folgenden vom böswilligen Versuchen. Das Verfängliche des Planes war: „Entscheidet er mit Mose für die Steinigung, so wird er bei der Römischen Obrigkeit verklagt; denn nach Römischem Criminalrecht wurde Ehebruch nicht mit dem Tode bestraft, und die Steinigung insonders wurde von den Römern überhaupt verworfen (s. Staeudl. u. Hug). Entscheidet er aber gegen Mose und gegen die Steinigung, so wird er beim Sanhedrin als Gegner des Gesetzes belangt.“ Dass sie Ersteres erwarteten und wünschten, beweist ihre präjudicielle Einleitung der Frage durch Anführung der ausdrücklichen Strafbestimmung Mose’s. Aehnlich ist der Plan der Frage vom Zinsgroschen Matth. 22. Man wendet ein, dass sich die Römer in den Provinzen nicht streng nach ihren eigenen Gesetzen gerichtet hätten; aber bis zum Rigorismus der Mosaischen Bestrafung des Ehebruchs bequemten sie sich bei der Sittenlosigkeit der Zeit gewiss nicht, und wie leicht war es, der gehofften Entscheidung Jesu für Mose vor der Römischen Behörde eine revolutionäre Wendung zu geben, selbst wenn er die Zuständigkeit der Römer irgendwie vorbehalten hätte! Sagt man aber, Jesus hätte ja nur für die Hinrichtung, nicht grade für die Steinigung sich zu erklären gebraucht, so verkennt man, dass eben der besondere Eall, auf welchen ausdrücklich die Steinigung gesetzt war, vorlag. Sagt man endlich, Jesus hätte, wenn man ihm die Richterstellung zumuthete, die Frager nur an den Sanhedrin zu verweisen gebraucht, die Frau dahin zu führen (Ebrard), so wäre das auf eine Ablehnung hinausgekommen, die freilich der sicherste Ausweg aus jedem Rechts-Dilemma, aber zu Jesu genialem Wesen in solchen Fällen unpassend genug gewesen wäre.
Kritisch Exegetisches Handbuch über das Evangelium des Johannes Kapitel VIIIDie Erklärung von Sündenfreiheit überhaupt (Baur, der einen unrichtigen Lehrgehalt aus u. St. zieht, Luthardt, Ewald, Hengstenb., Godet nach Aelteren) lässt Jesum eine für den gegebenen Fall unpraktische Bedingung stellen, welche nicht geeignet gewesen wäre, die Gegner durch ihr eigenes Gewissen zu entwaffnen, weil sie eben eine rein ideale Bedingung, etwas menschlich Unmögliches enthalten hätte. In jenem concreten Sinne von ἀναμάρτητος aber war die gestellte Bedingung ganz geeignet, die Absicht der versuchlichen Frager zu vereiteln, da einerseits die Bestimmung des Mos. Gesetzes an und für sich völlig gewahrt, anderseits aber dessen Vollziehung an eine Voraussetzung geknüpft ward, welche den Fragestellern, in deren Gewissen Jesus schauete, jeden Gedanken vertreiben musste, seine Antwort zum Klagepunkte bei der Obrigkeit zu machen. — Bemerke übrigens, wie die allgemeine sittliche Maxime, welche aus u. St. zu entnehmen ist, in der Gemeinschaft der Christen, wie sie ihrer Idee nach sein sollte, das persönliche Verurtheilen fremder Sünde überhaupt aufhebt (vrgl. Matth. 7, 1 ff. Gal. 6, 5.), und an die Stelle desselben das brüderliche Zurechtweisen, Gewinnen, Verzeihen, überhaupt die Liebe als πλήρωσις des Gesetzes einführt. — τὸν λίθον) den Stein, mit welchem er sie nach dem Gesetze werfen will. — ἐπʼ αὐτῇ) auf sie. S. Bernhardy p. 249. Ellendt Lex. Soph. I. p. 647. — βαλέτω) nicht blose Gestattung, sondern Geheiss, damit desto schlagender
Kritisch Exegetisches Handbuch über das Evangelium des Johannes Kapitel VIIIWas demnach in vorliegendem Fall seines Amtes war, nämlich der Sünderin, statt sie zu verurtheilen, Anregung u. Raum zur Busse zu geben, das thut er, indem er sie mit der Ermahnung entlässt: μηκήτι ἁμάρτανε. Gut Augustin.: „Ergo et Dominus damnavit, sed peccatum, non hominem.“ Beachte das Treffende der negativen Erklärung und der positiven Ermahnung.
Predigt Berlinprojekt 2015 Was bewirkt das Evangelium von Jesus Christus?Es beunruhigt die Ruhigen. Es lässt die nervös werden, die sich seiner Sache sicher sind.Die Unruhigen, die beruhigt er. Denen gibt er Ruhe. Die SituationJesus beunruhigt die RuhigenJesus beruhigt die Unruhigen. 1.Frau, wird erwischt als sie mit einem anderen Mann geschlafen hat. Sie muss entweder verlobt oder verheiratet gewesen sein.Das steht nicht nur in den 10 Geboten das man das nicht tun soll, sondern auch an zwei anderen Stellen im AT. Wo auch das Strafmaß genannt wird: Tod.Sehr strenges Gesetz, daher war es wichtig, das die Tat auch richtig bewiesen werden musste. Daher wurde so ein Urteil extrem selten gefällt. Das kam fast nie vor, aber in diesem Fall scheint es wohl so gewesen zu sein, die Frau auf frischer Tat ertappt.Die Dramatik ist hoch. Die Todesstrafe kann keiner nachempfinden von uns, daher können wir die Todesangst die die Frau gehabt haben muss keiner nachempfinden.Wir können uns auch nicht vorstellen warum die Ankläger das überhaupt machten. Warum auf das Strafmaß pochen. Und warum sagt Jesus nicht: Was soll der Quatsch, lasst die arme Frau gehen? Jesus wird nach der Strafe gefragt. Was sagt er dazu?Im Text steht noch, dass das eine Falle sein soll. Warum Falle?Würde er die Frau laufen lassen, dann würde er selber gegen das Gesetz verstoßen.Gleichzeitig sagt Jesus, er ist der Messias und seine Taten waren von Liebe und Annahme und Gnade geprägt, also würde er sie verurteilen, dann würde er sich selber verraten und nicht treu sein.Also egal wie er sich entscheidet, er hat nen Problem.Also wie bringt man, Gnade vor Recht zusammen mit Gerechtigkeit und Wahrheit.Jesus bringt beides zusammen. 2. Jesus beunruhigt die Ruhigen Jesus hockt sich hin und schreibt in die Erde.Wer von euch ohne Schuld ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen.Was bedeutet das?Jesus sagt nicht: Strafe ist völliger Quatsch, sondern er deutet damit schon an, hier ist was kaputt gegangen, was falsch gemacht worden was Konsequenzen hat.Aber er wendet sich zuerst an die Ankläger. Und Jesus wollte sicherlich keine allgemeingülige Aussage machen, dass nur jemand etwas anklagen darf, der absolut ohne Schuld ist.Wer von euch ohne schuld ist. Von denen die da stehen. Denn es gibt in diesem akuten Fall ein paar ungereihmtheiten. Wenn der Akt wirklich so genau beobachtet worden ist, von min. 2 zeugen. Warum haben sie dann nur die Frau mitgebracht? Das schwache geschlecht zu dieser Zeit, wo man leicht mit dem Finger drauf zeigen konnte.Warum nicht auch den Mann dazu? Das passt nicht zusammen. Warum haben sie den laufengelassen?Und es war auch nicht gefordert, die Frau in die Mitte zu stellen, also die Anklage in aller öffentlichkeit zu machen.Wenn es den Leuten wirklich nur um Gerechtigkeit ginge, dann hätten sie der Frau einen gewissen Schutz geben können und sie nicht vor allen anderen hinstellen müssen.Also die Leute hatten hier nicht wirklich reine Gründe.Was interessant ist:: Erst als JEsus das sagt, gehen sie weg.Sie haben an dieser Stelle nicht mehr weiter diskutiert sondern es gab so eine gewisse Einsicht. Sie gingen weg. Erst dann. Sie hatten es vorher nicht gecheckt, dass sie auch schludig waren. Auch nicht mit reinen motiven unterwegs.Sie dachten sie wären im REcht. und es waren menschen denen es wichtig war im recht zu sein und alles richtig zu machen.Gemälde: Es betrifft uns alle. Und es war schon immer ein aktuelles Thema. zu 1600 bis heute oder damals.Warum sind wir denn verurteilend im großen und im kleinen .Warum suchen wir so selten ermutigende Worte und zur Einsicht mahnende Worte?Sondern stattedessen und verurteilende und harte Worte. Warum konfrontieren wir Menschen nicht in geschützten Rahmen, wenn es für die Person leichter wäre Dinge ein zu gestehen und für sich selbst wahrzunehmen. Warum machen wir das oft so, dass es auch andere mitbekommen?Brauchen wir den Scheinwerfer der sich auf uns richtet um damit andere in den Schatten zu stellen?Es ist so leicht Aufmerksamkeit abzukriegen wenn fehler anderer öffentlich werden.Man kann sich ja selber auch besser fühlen, wenn wir die Fehler anderer hervorheben.Aber was wir dabei nicht bemerken ist, das wir uns auf die fehler andere abstützen um selbst größer dazustehen. Wir nutzen den anderen um besser dazustehen.Es geht hier um uns und nicht um die Sache oder die Gerechtigkeit.Jesus schafft es hier, dass wir unruhig werden wenn wir denken, dass wir hier richtig unterwegs sind. Aber unsere vermeintliche Wahehit bzw. fehlerlosigkeit hat zur folge, dass da was kaputt geht. Das strahlt nicht ehrlichkeit uas, sondern macht mehr kaputt. Keine Umkehr.Wer von euch ohne schuld ist werfe den ersten Stein.Nebenbemerktung: Die Älteren verließen zuerst die Szene.Genau das macht das Evangelium, es ist nicht so das je länger wir christen sind und je mehr wir uns mit Jesus beschäftigen, wir reiner werden, wir weniger fehler machen.Sondern im Gegenteil, je länger wir dabei sind, desto tiefer begreifen wir eigentlich erst unsere unzulänglichkeiten. Desto mehr freiheit bekommen wir uns dem zu stellen.Desto mehr verstehen wir, dass wir viel mehr diese Frau sind, und nicht die Ankläger. 3. Jesus beruhigt die unruhigen.Jesus wendet sich der Frau zu. Er spricht sie an.sagt 2 dinge: a) ich verurteile dich auch nicht, geh. b) aber tue jetzt kein unrecht mehr.Das zweite ist interessant, Die Ankläger sind alle weg, aber Jesus hat hier ein ganz gleiches Verständnis wie die Ankläger. Tue kein unrecht mehr. Er sah es also als Unrecht an. Er wusste was dadurch kaputt gegangen ist. was da beim partner, familie und in iherem eigenen Herzen angerichtet hat. Sie fordert sie auf, da umzukehren.Wahrnehmen, dass sie erfüllung an falscher stelle gesucht hat und das es ihr das gegenteil gebracht hat. Einsehen, dass sie inneren Frieden gesucht hat in Beziehung, die Zerbruch gebracht hat.Und im gleichen Atemzug sagt er, ich verurteile dich nicht du kannst gehen.Was steckt dahinter?Jesus spricht hier als Rabbi, der so etwas sagen konnte. Der in der Position war so etwas zu sagen. Aber bei ihm kommt eine neue Authorität mit hinein.Wir sehen das an den Pharisäern, seine worte hatten Vollmacht. Diese Authorität zeigt sich aber auch an anderen stellen, wie z.B. direkt nach dem Texzt. Danach behauptet er: Ich bin das licht der Welt. Er sagt nicht, durch mich findet ihr das licht, sondern er ist es. Es ist diese Authorität.Jesus ist tatsächlich Gott in menschlicher Gestalt. Diese Authorität hat er auch.Wenn wir das weiterdenken, dann ist ein Ehebruch wie hier, eigentlich ein Treuebruch von etwas, was Gott selbst zusammengeführt hat.DAnn ist ein Vertrauensbruch was das Herz der angehörigen kinder, und was es mir selbst antut, auch ein Treuebruch mit Gott.Wenn Jesus das hier sagt, ist das weit größer, weil er gott ist.Aber wie kann Jesus hier sowas sagen, wie kann er quasi sagen, Es ist ok.Er sagt hier gar nicht: Es ist ok. Sondern er zeigt mit seinem Leben, dass das was hier bei der Frau passiert ist, ist so schwerwiegend, das es mein eigenes Leben kostet um euch zu vergeben.Es sind genug Konsequenzen da, die ihr selber hinkriegen müsst. Die aufarbeitung, vertrauen zurück zu gewinnen. Trennung evtl. usw.Das kann ich euch nicht abnehmen, aber ich kann euch die Gewissheit geben, dass zwischen Gott und euch, zwischen mir und euch nichts mehr steht.Damit zahlte Jesus mit seinem Leben. Mit seinem Leib der gebrochen wurde, wie wir es im Abendmahl immer sagen. Mit seinem Blut was floss. Er hat sich brechen lassen, damit die Konsequenzen zwar nicht alle weggewischt, aber die Macht ist gebrochen ide unser Herz immer wieder klein halten möchte.Wir werden die Verletzungen spüren, wir müssen evtl. lebenslang mit den Narben leben, aber wir erfahren durch Jesus, dass wir bedingungslos bei ihm angenommen sind.Bediungslose Vergebung erhalten wir. Mitten im zerbruch. Mitten in den Anklagen, die wir vielleicht von Mesnchen erhalten, finden wir einen Gott der uns immer wieder annimmt und vergibt und dem wir uns sicher sein können.Wörtlich heißt der Satz übersetzt: Sündige von nun an nicht mehr. Das gibt uns einen Hinweis: Sünde ist nicht nur die Tat die wir begehen, sondern es gibt eine Sünde hinter der Sünde, nämlich das was uns zum handeln bewegt.Zuallerst ist da ein misstrauen gegen Gott, ein unglauben. So nach dem Motto, ich glaube nicht, dass du mein Herz voll machen willst, ich glaube nicht, das du meine Sehnsucht wahrnimmst. ich glaube nicht, dass du mich liebst. ich glaub dir nicht das du stolz auch mich bist usw.Erst wenn ich das im Herzen sage, dann werde ich bereit dazu, was Jesus im Herzen unrecht nennt.Aber durch Jesu Tod können wir Vergebung finden, wenn wir das wollen.Und was er evtl. in dem moment gedacht hat, war: Denn den Urteilsspruch nehme ich auf mich.Jesus hat alles auf sich genommen, für das was wir verbockt haben.Wenn wir mit Jesus unterwegs sind, dann lernen wir, uns aus seiner Liebe heraus zu betrachten, aus seiner Gnade heraus zu betrachten.Und dann finden wir einen hervorragenden Weg, mit Zerbruch weiter zu leben. Wir brauchen dabei die Nähe von Jesus.Jesus zeigt uns, dass beides auf uns zutrifft: Unruhe, und Ruhe, Selbstsicherheit und unsicherheit. Selbstgerechtigkeit, wo wir meinen wir treten für das richtige ein.
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