Endzeitrede

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Notes
Transcript

Einleitung

Die folgende Worte des Herrn Jesus über die letzte Zeit, waren aus dem Gespräch über die Zerstörung des zweiten Tempels entstanden.
Nach Matthäus entstand das Gespräch als Jesus alleine auf dem Ölberg saß.
Matthäus 24,3 Als er aber auf dem Ölberg saß, traten die Jünger allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?
Auch wenn die Jünger nach den Zeiten interessiert waren, nannte der Herr Jesus ihnen nur Zeichen. Insgesamt werden in der Bibel über 40 Zeichen der Endzeit erwähnt. Sie sind in der Gemeinde, in der Natur, in Israel und in der Welt zu sehen. Eine Eigenart der biblischen Prophetie ist dabei aber zu beachten. Wenn die Bibel prophetisch von Israel spricht, dann sind oft Zahlen und Zeiten genannt; wenn sie aber von der Gemeinde spricht, dann werden nur selten Zahlen oder Zeiten genannt.
Insgesamt haben die Jünger drei Fragen dem Herrn Jesus gestellt. Jesus gab auf alle drei Fragen eine Antwort, doch nicht in der Reihenfolge wie es gestellt worden war.
Wann wird der Tempel zerstört werden, und was wird das Zeichen sein, das dies ankündigt?
Welches wird das Zeichen seiner Wiederkunft sein?
Welches wird das Zeichen des Endes der Weltzeit sein?
Die letzten beiden Fragen werden in allen drei Evangelien beantwortet. Die erste Frage aber nur im Lukas 21,20-24.
Unser Abschnitt ist eine Antwort auf die dritte Frage und lässt sich in drei Hauptthemen aufteilen:
Verführung V.8
Schrecken V.9-11
Verfolgung V.12-19

Verführung

Nach allen Evangelien hat Jesus die Warnung vor der Verführung gleich am Anfang ausgesprochen.
Matthäus 24,5 Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen.
Nichts schadet der Gemeinde so stark, wie die Verführung. Verführung ist für die Gemeinde sogar gefährlicher als die Verfolgung. Verfolgung einigt die Gemeinde, Verführung spaltet sie. Verfolgung lässt das Echte hervortreten, die Verführung lässt das Falsche triumphieren.
Die treuen Jünger, die mir Sehnsucht auf das wiederkommen ihres Herrn warteten, konnten schneller durch falsche Christusse verführt werden. Ungeduld macht oft leichtgläubig.
Verführung - ist die zum Erfolg gekommene Versuchung.
Der Ursprung und die Grundlage der Verführung liegt in dem Fürsten dieser Welt, dem Satan. Unermüdlich ist er selbst aber auch mit und durch seine Diener und Werkzeuge dabei die Menschen zu verführen. Der Höhepunkt seiner Verführungskünste lesen wir in Off.13,11-14 und Off.20,7-10.
Zwischen den ersten Kapiteln der Bibel und den Letzten lesen wir durchgehend von der Verführung zum Bösen und Sünde. Die Menschheit befindet sich dauerhaft in dem Umfeld der Verführung, der sie unterliegt. Darum haben auch die Jünger Jesu ständig mit Verführungen verschiedener Art zu tun. Wir sind zwar den Verführungen zugänglich, sind aber ihnen nicht schutzlos ausgeliefert.
Nicht nur der Herr Jesus war um seine Nachfolger besorgt, sondern die Apostel selbst und jede Vorstehende und von Gott eingesetzte Autorität in der Gemeinde tragen sorge wegen der Gefahr der Verführung.
Römer 16,18 Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen.
2. Korinther 11,3 Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus.
Epheser 4,14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen,
1. Johannes 2,18–19 Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist. 19 Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, daß sie alle nicht von uns sind.
1. Johannes 2,26 Dies habe ich euch geschrieben von denen, die euch verführen.
2. Petrus 3,17 Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im voraus wißt, so hütet euch, daß ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert!
Die Schrift sagt uns aber auch, dass die Intensität der Verführungen wird in der letzten Zeit zunehmen. Darum spricht auch die Schrift vom großen Abfall, was auch zur leichtgläubigen Annahme des Antichristen führen wird.
2. Thessalonicher 2,3 Laßt euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens,
9 ihn, dessen Kommen aufgrund der Wirkung des Satans erfolgt, unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder
10 und aller Verführung der Ungerechtigkeit bei denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können.
So vielseitig die Verführung auch sein mag, der Herr Jesus warnte seine Jünger damals vor bestimmten Verführungen.
“viele werden in meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es!
und sagen: Die Zeit ist nahe!
Das Kommen in seinem Namen geschieht nicht so, dass sie sagen werden: “Ich bin Jesus”, sondern: “Ich bin Christus”. Es ist nicht auszuschließen, dass auch Eingebungen darunterfallen, bei denen Glieder der Gemeinde aufstehen und im “Ich” - Still scheinbar Worte Christi weitergeben. Jedenfalls ist die Reihe der falschen Christusse zur Zeit der Jünger noch längst nicht zu Ende gekommen.
Falsche Messias werden vermehrt auftreten. Jeder falscher Messias bringt auch zwangsläufig eine falsche Lehre mit sich. Die starke Verbreitung der Irrlehrer, das Auftreten der Propheten und der Männer, die sich für Christus ausgeben brachte viel Spaltungen, Leid, Verwirrung und Schande in die Christenheit. Es gibt in der Christenheit unserer Tage ca. 900 Richtungen, über 260 Hauptrichtungen und weit über 600 Nebenrichtungen.
“Jetzt ist das Ende da” war nicht einfach aus der Luft gegriffen. Jesus sah im Voraus, dass es viele versucht werden den Zeitpunkt des Eintreten des Reiches Gottes festzulegen und viele dadurch verführen, obwohl er seinen Jünger in Apg. es verwehrt hatte. Der lebendige, bibelorientierte Christ hält geistliche Balance, dass er kein Datum berechnet und dennoch täglich bereit ist und sich dadurch bewährt.
Pfarrer Michael Stifel berechnete den Termin des jüngsten Tages auf 19 Oktober 1533 und zwar Morgens um 8:00 Uhr. Die Bauer bestellten ihre Felder nicht mehr und zogen am 19 Oktober dem Herrn entgegen.
Der Amerikaner William Miller berechnete die Wiederkunft des Herrn auf die Zeit zwischen 21 März 1843 und dem 21 März 1844. Viele verschenkten darauf hin ihre Güter. Aus dieser Bewegung entstanden die Sieben - Tage -Adventisten.
Der Amerikaner Charles Russell dachte, die Wiederkunft ereigne sich 1874. Von ihm leiten sich die Zeugen Jehovas ab. Als neue Termine der Wiederkunft nannten sie 1914, 1918, 1925.
“Lauft ihnen nicht nach” Die werden von anderswo Nachläufer genug bekommen, die sich vielleicht sogar christliche Nachfolger nennen werden.

Schrecken

Warnte der Herr Jesus zuerst vor der Verführung, so warnt er danach vor der lähmenden Furcht und Panikmacherei.
Unruhe - Unordnung, Tumult, Aufruhr.
Die Gemeinde muss damit nicht unbedingt betroffen sein. Sie wird es aber deutlich zuhören bekommen. Im Grunde setzt diese Stelle ein weltumspannendes Informationssystem, das weltweit Kriege und Unruhe hören lässt - WWW. Jesus sagt also gerade nicht voraus, dass unsere Welt zum Frieden kommt. Es geht um Kriege und Unruhen im Weltmaßstab. Darunter sind auch die nationale Kämpfe zwischen den Völkern gemeint.
Am 1. Weltkrieg nahmen 38 Staaten mit 74 Millionen Soldaten teil. Es kostete zehn Millionen Menschen das Leben.
Am 2. Weltkrieg waren 72 Staaten mit 110 Millionen Soldaten beteiligt und 55 Millionen Menschen verloren ihr Leben.
Die Gründung der UNO sollte die Menschheit vor dem Schrecken des neuen Krieges zu bewahren. Doch seit ihrer Gründung gab es keinen Tag ohne Krieg auf diesem Planeten. Im gegenteil die Waffenindustrie gehört zu der Grössten Industriemacht Weltweit. Milliarden von Dollar werden bis heute noch Wetteifern zwischen den Ländern in die Werkzeuge des Todes investiert. Das internationale Friedensforschungsinstitut Sipri beziffert den Gesamtumsatz der 25 grössten internationalen Rüstungsunternehmen 2019 auf insgesamt knapp 300 Mrd Euro.
Diese Kriege und Unruhen waren neben anderem, eine Ursache von noch nie zahlenmäßig so groß gewesenen Völkerbewegungen, von Flucht und Umsiedlung vieler Menschen, was vielerorts zum Chaos, Unruhe, Unordnung und Aufruhr führte und weiter führen wird.
Die Aufgeklärte gottlose Masse ist aber immer noch vom guten Menschen überzeugt und prophetisch auf eine bessere Welt hofft:
“sie wird gewiss kommen, die Zeit der Vollendung, da der Mensch… das Gute tun wird, weil er das Gute ist.” G.E. Lessing
Jesus sprach aber auch, dass sie noch von Erdbeben, Hungersnöten, Seuchen, Schrecknissen und große Zeichen vom Himmel hören werden.
Erdbeben gehören zu den besonderen geophysischen Zeichen der Endzeit, wenn es sie auch schon immer gab. Bis 1856 gab es jährlich 10-20 Erdbeben in der Welt. Seit 1948 haben sie stark zugenommen, bis zu 400 Beben jährlich. Es sind die Vorwehen des Endes dieser Weltzeit und gehört zu den Gerichten Gottes über dieser Erde.
Jesaja 29,6 Vom Herrn der Heerscharen wirst du heimgesucht werden mit Donner und Erdbeben und mit großem Krachen, Sturmwind und Ungewitter und mit verzehrenden Feuerflammen.
Die Hungersnöten, von denen der Herr Jesus sprach, gehörten auch seit der alten Zeit zu den gerichtlichen Heimsuchungen Gottes an abgefallen Menschheit.
Was Hungersnot angeht, so muss man sagen, so groß wie heute ist es noch nie in der Welt gewesen. Fast drei Milliarden Menschen leiden Hunger. Über 30 Millionen Menschen verhungern jährlich, darunter 20 Millionen Kinder. Die Ursache eines zunehmendes Hungers ist nicht die Unfruchtbarkeit der Erde oder die Überbevölkerung. Sie liegt in der selbstsüchtigen Natur des gefallenen Menschen.
Es handelt sich um die ungerechte, ungleiche Verteilung der Lebensmittel-Ressourcen. Während Millionen Menschen verhungern, werden in den reichen Ländern riesige Mengen von Lebensmitteln vernichtet, um die Preise auf dem Weltmarkt nicht sinken zu lassen. 25 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich in Deutschland zu Alkohol verarbeitet. Viel Getreide und Lebensmittel werden in den Bio-Gasanlagen verbrannt. Nicht enden wollende Kriege und das erwähnte Waffenwettrüstungen sind eine weitere Ursache des Hungers. Auch eine schlecht genutzte Landwirtschaft trägt viel Schuld am Lebensmittelmangel.
Wenn man alle Felder der Welt so bearbeiten würde, wie z.B. in den Niederlanden, dann könnte die Erde 60 Milliarden Menschen ernähren. Und wenn die Landwirtschaft in der ganzen Welt ein hohes Niveau hätte wie in Japan, dann könnten sogar 105 Milliarden Menschen ernährt werden.
Seuchen. Epidemien und Pandemien sind uns heute wohl vertraute Begriffe und erlebter Alltag geworden.
Seuchen schickte der Herr zu verschiedenen Zeiten als Strafe für den Ungehorsam der Menschen.
Jeremia 24,10 und ich werde gegen sie das Schwert, die Hungersnot und die Pest loslassen, bis sie vollständig aus dem Land vertilgt sind, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe!
Aber je näher die letzten Tage heranrücken, desto häufiger und verheerender werden sie, und das trotz der hohen Stands der Medizin und der Hygiene.
Im Jahr 1347 starb am “Schwarzen Tod” - Pest ein Drittel der europäischen Bevölkerung.
1918 starben mindestens 25 Millionen Mensche an der “spanischen Grippe”
nach heutigen Stand rechnet man mit 2,2 Millionen Menschen, in Verbindung mit Covid - 19 starben.
Alle die Seuchen zeigen dem Menschen seine Ohnmacht gegen die Strafgerichte Gottes.
Zu all dem bisher Gesagtem sagt der Herr Jesus Dreifaches:
Die Jünger sollen sich nicht erschrecken. Also eine Bewegung, die mit Angst darauf reagiert hat, kann deshalb niemals eine christliche Bewegung sein. Nach Kriegen und Unruhe kommt noch manches dazu. Der Glaube der Christen darf deshalb nicht kurzatmig sein. Er muss sich auf den langen Atem Gottes einstellen und sich darüber im klaren sein, dass die irdische Geschichte viel länger dauern wird, als manche meinen. Nicht Furcht vor diesem Kommenden, sondern Hoffnung auf die Erlösung soll die Haltung der Kinder Gottes bestimmen.
Es muss alles geschehen. Es handelt sich um einen göttlichen muss, den festgelegten göttlichen Plan der Weltgeschichte (Off.1,1). Der Teufel hat zwar einen Plan, Gott hat aber einen Ratschluss, von dem IHN niemals und niemand abbringen wird. Für den Glaubenden ist es ein Trost, weil er weiß, dass auch die geringste Einzelheit in Gottes Hand bleibt. Es kommt weder zu schnell noch zuspät. Hiermit gibt der Herr Jesus eine lebendige, aber auch nüchterne und belastbare Hoffnung seiner Gemeinde.
Es ist aber noch nicht das Ende. Alle Ereignisse dieser Art werden in einem immer größeren Ausmaß dem Weltende vorausgehen. Es wird also nicht zu übersehen sein. Damit ist von Jesus klar gestellt, dass die endzeitliche Entwicklungen Zeit brauchen.
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