Loben ist out
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Loben ist out oder?
Loben ist out oder?
Singen und Loben ist out! Seit über einem Jahr singen und spielen sogut wie keine Chöre mehr in unseren Gemeinden. Nur noch hier und da sporadische, mit viel Abstand und mit einfacher Musik. Große Chorwerke sind zur Zeit nicht möglich. Auch das Singen in unseren Gottesdiensten, was ja ein wichtiger Bestandteil ist, ist schon lange nicht mehr möglich. Nur noch Sologesang oder sogar aus der Konserve. Und doch heißt es gerade heute an diesem Sonntag: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Singen ist eine wichtige Lebensäußerung von uns Menschen. Ihr kennt ja alle das Sprichwort: “Wo man singt, da lasst dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder”. Das gilt nicht nur für uns Christen, sondern überhaupt für das Menschsein im Allgemeinen. Darum werden wir gerade auch als Christen ermutigt zu singen - Gott ein Lob zu singen . In Psalm 104,33 heißt es
33 Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.
In den Bibel kommt das Wort singen mindesten 53 mal vor. Singen und Loben hat da immer etwas mit Gott zu tun. Auch im Predigttext dieses Sonntags Kantate aus Lukas 19, 37-40
37 So kam Jesus zu der Stelle, wo der Weg vom Ölberg nach Jerusalem hinabführt. Da brach die ganze Schar der Jüngerinnen und Jünger in lauten Jubel aus. Sie lobten Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten. 38 Sie riefen: »Stimmt ein in unser Loblied auf den König, der im Namen des Herrn kommt. Friede herrscht im Himmel und Herrlichkeit erfüllt die Himmelshöhe!« 39 Es waren auch einige Pharisäer unter der Volksmenge. Die riefen ihm zu: »Bring doch deine Jünger zur Vernunft!« 40 Jesus antwortete ihnen: »Das sage ich euch: Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien!«
Der zweite Sonntag Kantate ohne Gotteslob aus unserem Mund. Die Menschen lobten Gott damals für die Wunder, die er durch Jesus getan hatte. Auferweckung des Lazarus, Heilung des Blinden, Bekehrung des Zachäus und vieles mehr. Sie lobten Gott, weil sie in Jesus den Messiaskönig sahen, dern nun in Jerusalem einzieht. Leider war das Geschehn nur von kurzer Dauer. Nicht Jesus musste seine Jünger zum Schweigen bringen. Sie verstummten allein. Und die anderen, die hier noch Hosianna riefen und Gott über Jesus lobten, schrien später: kreuzigt ihn!”.
Gott loben im Jahr 2021 können wir das - auch im Angesicht der Corona-Pandemie - jetzt im 2. Jahr - jetzt im Angesicht der vielen Kranken und Toten - bei uns wieder etwas rückläufig - aber in Indien fast eine halbe Million pro Tag.
Was ist das überhaupt loben? Einfach ein Lied singen? Ich habe einmal ein wenig recherchiert nach der hebräischen und der griechischen Bedeutung. Hebrähisch hat “Loben” (jadah) die Grundbedeutung »bekennen, bejahen«, während in dem griech. doxazein »loben, preisen, ehren« das Wort für »Herrlichkeit, Ehre, Pracht, Macht« enthalten ist. Loben ist somit die Antowirt der Schöpfung und besonders von uns Menschen auf das Schöpfungsgeschehen Gottes, der auch alles erhält und diese Welt erlösen wird. Letztlich ist das Lob und der Lobpreis die Antwort der Gemeinde auf das Heilshandeln Gottes - auch heute.
Tja und da wo es Menschen nicht mehr mit ihrer Stimme tun können, tun es eben die Steine. Darum sind auch offene Kirchen so wichtig - ich setzte mich gern in eine offene Kirche und lasse sie auf mich wirken und oft empfinde ich einen inneren Lobpreis.
Aber auch Musik aus der Konsere hilft - ich nutze dazu den einen oder anderen Streamingdienst für Adio oder Video.
Wie lautet der Spruch für diesen Sonntag Kantate: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!
Ihr Jörg Bachmann
