Hebräerbrief 3-Von der Wurzel zur Frucht III: Wachstumsfaktor Ermahnung
Wachstumsfaktoren Gottes • Sermon • Submitted
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Predigt 14.01.2018 Hebr. 3:12-4:1 und Hebr. 10:24-25
Von der Wurzel zur Frucht : Wachstumsfaktoren für die Kinder Gottes Thema 3: Wachstumsfaktor Ermahnung
Leitgedanke: Frucht braucht Pflege: Wachstum ist ein Gemeinschaftsprojekt
Ich weiß nicht wer von euch sich an die letzte Predigt von mir erinnert. Vielleicht gibt es einige von euch mit einem außerordentlich guten Gedächtnis. Den meisten wird es aber wohl doch zu lange her sein. Deshalb habe Ich euch heute Morgen wieder etwas mitgebracht. (Früchtekorb)
Letztes Jahr hatte ich eine Themenreihe begonnen, in deren Verlauf ich euch immer wieder Updates von meinen Bemühen gegeben habe in meinem Garten etwas anzubauen um eine erfolgreiche Ernte einzufahren. Und wie das so ein wenig schief ging. Meine Tomaten starben an der Braunfäule und meine Zucchini sind während meines Urlaubs verdurstet. Vielleicht kennt ihr ja diese Höhen und Tiefen auch in eurem Garten. Nun 2018 ist ein neues Jahr und es gibt eine neue Chance es diesmal besser zu machen.
Aber eigentlich ging es uns um etwas viel wichtigeres. Es ging um die große Berufung die über deinem und meinem Leben steht, wenn wir Kinder Gottes sind.
Erinnert ihr euch? Wir hatten uns Gedanken darüber gemacht, was wirklich zählt in unserem Leben. Damit du und ich mit unserem Leben gute, bleibende Frucht bringen zur Ehre Gottes.
Der Schlüsselvers, von dem ich mir wünschte wir würden jeden Tag damit aufwachen, war folgender:„Dadurch wird der Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet“ Johannes 15:8
Hast du das vor Augen gehabt in den letzten Monaten? Oder hast du auch das vergessen? Ist es unter der ganzen Last des Alltags, dem täglichen Wahnsinn des Lebens verloren gegangen? Das wäre wirklich schade! Denn das ist deine und meine Berufung!!
Das dein Wesen dem Wesen Christi ähnlich wird! Dass Demut, Liebe, Freude, Friedfertigkeit, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung dein Leben kennzeichnet, so wie es den Sohn Gottes gekennzeichnet hat (Phil. 2:5; Gal 5:20; 2.Petrus 3:9; Hebr. 3:2; 2.Kor 3:11...).
Dein kleines vergängliches Leben hier auf der Erde kann und soll leuchten als ein „Licht in der Welt“ und soll das Wesen des ewigen Gottes reflektieren. Dazu hat Gott alle seine Kinder durch seinen Geist befähigt und berufen.
Es sollte uns immer wieder überwältigen das Gott uns zu etwas derartig Großartigem beruft!
Dein Leben auf dieser Erde erhält dadurch einen ewigen Wert, einen Sinn, einen Zweck, ein Ziel und einen Lohn.
Denn was zählt es schon, wo du alles im Urlaub warst, wenn du morgen den Weg in die Ewigkeit betrittst? Was zählt wie viel Geld du hattest? Was du für ein Auto, Haus besessen hast? Was zählt dein beruflicher Erfolg, oder ob du es bis zum Nobelpreis gebracht hast? Was zählt denn, ob dein Bild je auf dem Titelblatt irgendeiner Zeitung gestanden hat? Das letzte Hemd hat keine Taschen...sagt man.
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Aber was wenn dein Leben zum Spiegel der Wahrhaftigkeit, der Liebe und der Gerechtigkeit Gottes wird, dann wird dein Leben bleibend bedeutsam sein! Jesus selbst
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, (Joh. 15:16)
Was in einem Akt echten Verzeihens, in einem großmütigen Verzicht, in einer glühenden selbstlosen Liebe wirklich wird und uns aufleuchtet, das ist größer und bedeutsamer, wichtiger und ewiger als alle Kulturwerte. W. von Hildebrand.
Die Berufung die du mit allen anderen Christen auf dieser Erde teilst ist die Berufung bleibende Frucht zu bringen. Es ist ein Ruf nach dem was ewig Bedeutung hat. Ein Ruf in ein radikales, sinnvolles Leben.
So ein Leben zu führen ist zugleich das höchste, aber auch das Schwierigste dass ein Mensch sich vornehmen kann. Und das macht Frucht auch zu einem sehr ernsten Thema.
Denn anders als mit meinen Gartenpflanzen bei denen ich nächste Saison noch einmal von vorne beginnen kann, haben wir nur ein Leben auf dieser Erde in dem wir diese Frucht bringen können. Frucht verherrlicht unseren Schöpfer und Erlöser. Und wir haben nur begrenzte Zeit hier auf der Erde. Grund genug uns Gedanken zu machen was nötig ist um Veränderung in unserem Leben zu erfahren.
Deshalb hatten wir uns in den letzten beiden Predigten Gedanken gemacht, was nötig ist um zu wachsen. Denn wenn wir uns nur hinsetzen und auf eine bessere Phase warten, wird unser Leben niemals Frucht bringen.
Geistliches Wachstum ist aber auch kein Automatismus. Du und ich wir wachsen so viel und soweit, wie wir unser geistliches Leben pflegen. Frucht braucht Pflege.
Und den letzten beiden Predigten hatten wir uns mit einigen grundsätzlichen Wachstumsfaktoren beschäftigt. An Psalm 1 hatten wir gesehen: Du wächst entsprechend deiner Hingabe an Gottes Wort.
Aus uns selbst heraus werden wir keine Frucht bringen. Dein Verstand, dein Bauchgefühl, deine Analysen über gut und böse, deine Ideen wie das am Besten auf dieser Welt zu laufen hat, oder am Besten für dich und andere ist, sind keine Quelle der du vertrauen kannst. Erstens sind weder du und ich aus uns selbst weise genug um alles zu durchschauen und zweitens, wenn du dich auf deine eigenen Kapazitäten verlassen wirst, wirst du dich garantiert selbst betrügen! Dein eigener Rat wird getrübt werden durch die sündigen Wünsche die in deinem Wesen schlummern. Das ist es was die Bibel immer wieder bezeugt: dein Herz ist ein trügerisches Ding! (Jer. 17:9) Wir brauchen die Überführung, die Ermutigung und die Zurechtweisung durch die Offenbarung unseres Gottes. Wie ein Patient mit Nierenversagen von der Reinigung seines Blutes durch Dialyse abhängig ist, genauso nötig hast du es deine Gedanken alle Tage durch Gottes Wort reinigen und ausrichten zu lassen (Eph. 5:23). Wie ein Säugling die Muttermilch benötigt um zu wachsen, so benötigst du die tägliche Nahrung durch die Bibel (1.Petrus 2:2).
Das hatten wir aus Psalm 1 gelernt. Letztes Mal hatten wir uns dann Philipper 1 angeschaut und einen weiteren Wachstumsfaktor betrachtet: Ich hatte die Predigt folgendermaßen überschrieben: Frucht braucht Pflege: Du wächst entsprechend deiner Hingabe zum Gebet!
Wir hatten Paulus Gebet für die Gemeinden betrachtet und gesehen wie essentiell es ist, dass wir aus der Kraft des Geistes Gottes leben, zu dem wir kommen dürfen weil Christus uns den Weg frei gemacht hat. Du hast als Christ freien Zugang zu jedem geistlichen Segen Gottes, der mehr tun kann als du fähig bist zu erbitten und zu erdenken! Gewaltig, oder?
Gebet ist die Tankstelle deines Christenlebens.
Wenn du lernst im Blick und Vertrauen auf die Ressourcen deines uneingeschränkten Vaters im Himmel zu denken und diesen durch Jesu Tod erkauften Zugang zum Vater tatsächlich nutzt dann stehen Segnungen bereit, die du und ich uns nicht einmal vorstellen können. Genug Kraft für ein fruchtbares Leben.
Diese Beiden Wachstumsfaktoren hatten wir bereits betrachtet. Aber noch einen weiteren finden wir in Gottes Wort.
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Einen den wir vllt nicht sofort vor Augen haben. Einen den mancher von uns wohl vernachlässigt hat. Also ich habe hier zumindest gemerkt dass ich da noch wachsen muss. Denn in meinem eigenen fehlbaren Denken, habe ich darüber zu gering gedacht. Und da hat der heutige Predigttext auch an mir arbeiten müssen. Und muss es noch weiterhin.
Vielleicht trifft das auch auf dich zu. Dann möchte ich dich bitten heute gut zuzuhören. Prüfe was ich sage an dem Wort Gottes. Und wenn das da so steht wie ich es verstehe, dann ordne dich diesem Wort unter. Es geht hier nicht um mich, die Fehlbarkeit die du in mir siehst, es geht darum das du bereit bist deine Position zu dieser Gnade die Gott uns hier anbietet zu überdenken. Auch wenn es vllt unbequem ist.
Unser Predigttext steht in Hebräer 3, die Verse 12-14. Ich habe diese Predigt folgendermaßen überschrieben:
Frucht braucht Pflege: Wachstum ist ein Gemeinschaftsprojekt
Des Kontexts wegen lese ich in Auszügen ab Vers 1.
Daher, ihr heiligen Brüder, die ihr Anteil habt an der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohepriester unseres Bekenntnisses Christus Jesus, welcher dem treu ist, der ihn eingesetzt hat , ... Darum wie der Heilige Geist spricht: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung am Tag der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten, sie prüften mich und sahen meine Werke 40 Jahre lang. Darum wurde ich zornig über dieses Geschlecht und sprach: Immer gehen sie in ihrem Herzen in die Irre, und sie haben meine Wege nicht erkannt, sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen. Und nun der Text der uns in der heutigen Predigt begleiten wird:
Habt acht, ihre Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist von dem lebendigen Gott abzufallen! Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es „Heute“ heißt damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde! Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten.
Krasse Verse oder? Eigentlich ist der ganze Hebräerbrief ein ziemlich krasser Brief. Einige der Wichtigsten Lehren über Jesus als den Fleischgewordenen Sohn Gottes, seinen stellvertretenden Tod für dich und mich, und sein Amt als Hohepriester Gottes werden in diesem Brief in einer erfrischenden Klarheit thematisiert. Aber der Hebräerbrief ist sicherlich auch kein leicht zu lesender Brief.
Man stößt da immer wieder auf Verse und Abschnitte die sich nicht intuitiv gleich in unsere Denkschemata eingliedern. Also zumindest mir ist das so ergangen als ich den Hebräerbrief als Ganzes für diese Predigt noch einmal studiert habe. Ich habe das ein oder andere Fragezeichen in meine Bibel gemalt. Einfach weil ich gemerkt habe, dass ich mir das noch einmal genauer anschauen muss.
Es ist aber auch heute nicht meine Absicht, schwierige Stellen abschließend zu klären. Ich will vielmehr das wir heute Morgen aus diesen Versen einen wichtigen Gedanken mitnehmen: Die Gemeinschaft der Christen ist entscheidend.
Ich habe in diesem Text drei Beobachtungen gemacht, die diese Schlussfolgerung stützen. Und diese drei Punkte möchte ich euch heute weitergeben.
Den ersten Punkt habe ich folgendermaßen überschrieben.
1. Suche die Gemeinschaft der Christen – denn um dein Herz tobt ein Kampf
Habt acht, ihre Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist von dem lebendigen Gott abzufallen! Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es „Heute“ heißt damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde! Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten.
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Als wir vor einiger Zeit in der Jungschar einmal über das Leben als Christ geredet hatten, gab einmal eine Situation die ich seitdem nie wieder vergessen habe: Wir sprachen davon wie denn so ein Leben aussehen würde und fragten die Kinder, ob es denn immer einfach sei Jesus zu folgen. Die Antwort war so ehrlich, wie falsch: JA natürlich! Schließlich darf man ja über das Leben das Gott gibt nichts Schlechtes sagen! Ich musste damals schmunzeln als diese Antwort kam. Und ehrlicher Weise habe ich als Kind ganz ähnlich gedacht.
Doch dann wurde ich erwachsen und es wurde ernster als ich es als Kind jemals vermutet hätte. Es war eben nicht alles schön easy, es lief nicht alles glatt, so wie ich mir das damals gedacht hatte. Sünde war nicht mit einem Gebet besiegt, im Beruf lief nicht alles glatt, Gemeinde war nicht immer nur Sonnenschein und meine Kollegen haben nicht sofort Buße getan als ich sie mit Gottes Wort konfrontierte. Und der Part mit dem ‚sich selbst verleugnen‘ und die eigenen Begierden zu bekämpfen ist auch nicht zu unterschätzen.
Um dein Herz tobt ein Kampf! Das ist die erste Beobachtung die wir in diesem Text machen können. Ist dir das bewusst?
Den Hebräern war das bewusst. Sie befanden sich mitten im Kriegsgebiet.
Der Kampf der Hebräer darum die Hoffnung aufrecht zu erhalten, der Sünde zu fliehen und nicht dem Druck nachzugeben, waren für sie Alltag.
Sie befanden sich unter direktem Beschuss des Feindes. Wenn man den Hebräerbrief einmal durchliest und mit einer Farbe alle Stellen markiert, welche sich auf den Zustand dieser Geschwister beziehen oder sie zu etwas ermahnen, was sie unterlassen hatten zu tun, bekommt man einen Eindruck von ihrer Situation!
Sie litten unter Ausgrenzung und Verfolgung (Hebr. 10:32-36). Ihnen wurde widersprochen, man hatte sie beraubt, man hatte sie unter Druck gesetzt (Hebr 10:33-24). Die Ausgrenzung, die Verfolgungen, das Leid drohte ihnen über den Kopf zu wachsen (Hebr 13:13). Die Schmach die man ihnen zufügte weil sie Christen waren lastete so schwer auf ihnen das sich überlegten in ihrem Bekenntnis Kompromisse zu machen. Darüber hinaus drückte sie die eigene Schwachheit und Unvollkommenheit wie ein Felsbrocken zu Boden (Hebr 9:14). Der Kampf gegen die Sünde erschien ihnen so unsagbar schwer! (Hebr 12:1).
Das ist der Kampf in dem die Empfänger standen! Aber kommt dir nicht etwas bekannt vor?
Aber nicht damals tobte der Kampf um die Herzen der Gläubigen!
Sünde, das lesen wir in diesen Versen, führt einen beständigen Krieg in dem Versuch dich zu betrügen und dein Herz gegenüber dem Reden Gottes gleichgültig zu machen! In dieser Realität befinden auch wir uns.
Deshalb die Forderung in diesen Versen: Habt acht Brüder! Seid wachsam! Passt auf!
Liebe Geschwister, wir befinden uns im Feindesland! Gott hat uns auf dieser Erde keine heile Welt oder ein leichtes Leben versprochen!
Hier auf der Erde ist der Ort, an dem uns vielmehr der Widerstand und Anfeindung verheißen ist. Und das je mehr, je mehr du beginnen wirst zu Gottes Ehre zu leben!
Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. 2. Tim 3:12
Was soll man auch anders anfangen mit Menschen denen nicht alles relativ egal ist und die für Christus Jesus als den einzigen Weg zum Vater einstehen? Keine Toleranz den Intoleranten!! Oder? Und da geht es uns noch gut in unserem Land!!
Hier auf der Erde ist der Ort, an dem uns verheißen ist, dass wir gegen „die listigen Anläufe des Teufels“ zu bestehen haben. Hier ist der Ort an dem wir laut Epheser 6 eine Waffenrüstung Gottes brauchen um Widerstand zu leisten und das Feld behalten zu können!
Hier auf der Erde ist der Ort an dem Jakobus davon berichtet, das die eigene Begierde uns „reizt und lockt“ Gott zu misstrauen und Böses zu tun!
Und Gottes Wille ist es, dass du und ich uns diesem Kampf im Vertrauen auf seine Erlösungstat stellen.
Darum lasst auch uns, weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die Sünde ablegen, die uns immer umringt, und lasst uns mit Geduld in dem Kampf laufen, der uns
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verordnet ist und aufsehen auf Jesus, den Urheber und Vollender des Glaubens. (12:1)
Bist du dir dessen bewusst? Du bist berufen zu diesem Kampf. Dem Kampf um Frucht. Den Kampf um Heiligkeit. Kämpfst du diesen Kampf, oder hast du aufgegeben? Nimmst du ihn wahr? Erwartest du ihn? Morgen Abend, wenn deine Kinder wieder Amok laufen? Wie bereitest du dich darauf vor? Mit dem Wort Gottes und dem Aufsehen auf deinen Erlöser hoffe ich! Aber noch eine andere Frage: Willst du in diesen Kampf lieber alleine kämpfen oder mit Hilfe deiner Geschwister? Unser heutiger Predigttext gibt dir hier einen weisen Rat! Denn er sieht dich nicht als Elite- Einzelkämpfer! Sondern er sieht dich eingebettet in eine Gemeinschaft die mit dir betet, mit auf dich achtet, dich mitträgt und mitzieht. Die Frage ist: lässt du das zu?
Suche die Gemeinschaft der Christen – denn um dein Herz tobt ein Kampf das ist der erste Grund der dich zum nachdenken bringen sollte.
2. Suche die Gemeinschaft der Christen – denn es geht um sehr viel!
Aber es gibt da noch einen zweiten Grund: ich habe ihn folgendermaßen überschrieben: Suche die Gemeinschaft der Christen, denn es geht um sehr viel!
Habt acht, ihre Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist von dem lebendigen Gott abzufallen! Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es „Heute“ heißt damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde! Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten.
Sünde, das lesen wir in diesen Versen, führt einen beständigen Krieg in dem Versuch dich zu betrügen und dein Herz gegenüber dem Reden Gottes gleichgültig zu machen! Wenn Sie Erfolg hat, regiert nicht mehr das Vertrauen auf Gott in deinem Herzen und du rebellierst gegen Gott, desertierst von seinem Weg, fällst von Gott ab, wie es Schlachter hier übersetzt.
Und diese Worte schreibt der Autor an Gläubige. Das ist schon ein wenig erschreckend, oder? Was bedeuten diese Verse? Ich meine man könnte hier schnell zu einem gefährlichen Schluss kommen: Ihr seht ja diese Wenn /Dann Verbindung hier oder? Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten.
Heißt das nun, dass Gläubige ihr Heil verlieren können, oder dass sie sich den Weg in den Himmel verdienen müssen?
Nein. Es geht hier nicht um die Frage ob ein Mensch das Heil verlieren kann. Die Bibel ist ausreichend klar in dieser Sache. Dafür müsste Gott die Wiedergeburt rückgängig machen. Er müsste den Heiligen Geist mit dem er uns versiegelt hat wieder von uns nehmen (Eph.1:13-14)! Er müsste uns aus dem Leib Christi dem wir hinzugefügt worden sind wieder abschneiden! Er müsste uns aus der Hand seines Sohnes rauben! Und all das hat ER versprochen, dass ER es niemals tun würde! Es ist tatsächlich so wie Paulus in Römer 8 triumphiert
38 Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
39 weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Kein Geschöpf kann uns scheiden von der Liebe Christi! Das ist das Fundament unseres Glaubens! Gott der Herr rettete uns obwohl wir nichts hatten was seine Gnade verdient hätte. Stattdessen litt der Sohn Gottes selbst für dich, und sühnte mit seinem eigenen Blut am Kreuz für deine Sünden. Und all das wurde dir völlig frei geschenkt in dem Moment, in dem du deine Sünden vor Gott bekanntest und in Jesu Namen um Erlösung gebeten hast. Er gab dir seinen Geist versiegelte dich für Zeit und Ewigkeit als sein Eigentum, machte dich zu seinem Kind.
Es gibt nichts, womit wir diese jemals zurückzahlen könnten. Wir schulden ihm vielmehr, mehr und mehr Dank, je länger wir leben. Und ich kann euch gar nicht sagen wie froh ich darüber bin das meine Erlösung nicht von meiner Tagesform abhängig ist!
Aber trotz alledem, stehen hier diese ernsten, ermahnenden Verse. Warum? Worum geht es Gott
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mit ihnen?
Die Wiedergeburt ist eben doch mehr als eine hastig ausgefüllte Bekehrungskarte während einer Predigt über die Schrecken der Hölle. Es ist mehr als der Kauf einer VIP Karte für den Himmel.
Es war der Startschuss für deinen Glaubenslauf in dem sich zeigen wird, dass der, welcher wirklich auf Christus vertraut ein Überwinderleben führen wird. Im ganzen Hebräerbrief geht es um das Bestehen des Glaubenskampfes, darum dabeizubleiben und bis zum Ende durchzuhalten.
Offb 3,21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie
auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.
Gott wünscht sich eben nicht nur „einen guten Anfang, sondern: ans Ziel soll kommen wer mit dir begann!
Wie es in dem bekannten Lied heißt.
Oder wie eines meiner Lieblingslieder es ausdrückt: Faith is shown by those who make it home! Der echte Glaube zeigt sich im Durchhalten bis zum Ende. Glaube offenbart sich in der Frucht und ein Bekenntnis ohne Frucht ist tot.
Damit möchte ich nicht sagen, dass wir im Stande wären, den Glauben der Nächsten grundsätzlich zu beurteilen. Wir sehen nur was vor Augen ist, das dürfen wir nie vergessen. Aber wie Oliver es letztens in einer seiner Predigten einmal erwähnt hat: Mach ein Selfie!
Es geht um viel. Es geht um die Bewährung deines Glaubens. Es geht darüber hinaus aber auch um die Frage ob du einst als „fleischlicher Christ“ gerade so ins Reich Gottes kommst, oder voller Früchte. Daher:
Werde nicht nachlässig in deinem Kampf gegen Sünde! Es ist der Kampf den Gott dir verordnet hat! Achte darauf ob dein Blick beständig beim Herrn bleibt! Dort erhältst du die Gewissheit deiner Erlösung! Dies ist es ja auch was der Hebräerbrief hier seinen Empfängern ans Herz legt!
14 Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. 15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. 16 Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. (Hebräer 4:14-16)
Hebräer 2:17-3:2
Denn da er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden. Daher, ihr heiligen Brüder, die ihr Anteil habt an der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Christus Jesus, welcher dem treu ist, der ihn eingesetzt hat, wie es auch Mose war in seinem ganzen Haus.
Merkst du etwas? Es geht im Überwinden gar nicht um deine eignen Ressourcen! Es geht um die Ressourcen deines Heilandes, der dich in seinem Tod nicht nur von der Schuld, sondern auch von der Kraft der Sünde erlöst hat!
verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen. (Phil 2:12-13)
Wie gehst du damit um? Du bist berufen zu diesem Kampf. Es geht um Bewährung deines Glaubens. Es geht um Frucht in deinem Leben. Bist du dir dessen bewusst? Wie bereitest du dich täglich darauf vor? Mit dem Wort Gottes und dem Aufsehen auf deinen Erlöser hoffe ich! Aber noch eine andere Frage: Willst du in diesen Kampf lieber alleine kämpfen oder mit Hilfe deiner Geschwister?
Suche die Gemeinschaft der Christen – denn es geht um sehr viel! das ist der zweite Grund der dich zum nachdenken bringen sollte.
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3. Suche die Gemeinschaft der Christen – denn ihre Ermahnungen halten dich auf Kurs
Einiges haben wir heute schon in diesem Text beobachten können. Ich weiß nicht was für einen Eindruck dieser Bibeltext bis jetzt auf euch gemacht hat. Mich hat er aufgerüttelt, tatsächlich auch ein wenig verunsichert. Es findet ein Kampf statt und es geht dabei um ewige Dinge.
Auch die Hebräer befanden sich in einem solchen Kampf. Ich habe ja schon zu Anfang das ein oder andere darüber erzählt. Aber es war noch schlimmer als ich es geschildert hatte.
Ihr Vertrauen in Christus als ihren Hohepriester und Erlöser stand unter Beschuss. Sie kämpften um den Blick auf ihn und damit um ihre Hoffnung und Glaubenskraft (3:1). Sie kämpften gegen den Zweifel, Ihre Hoffnung lag am Boden (Hebr 6:18)und die Verlockungen der Sünde begannen ihnen plötzlich verdammt erstrebenswert zu erscheinen. Ihr Eifer kühlte ab und sie wurden müde. Kommt dir da vielleicht etwas bekannt vor?
Lord I'm Tired, so tired of travelin
This straight and narrow is so much harder than I thought On this road, i've met both doubt and pain
I've heard their voices say
"boy you've given all you've got"
Genauso erging es den Hebräern. Sie waren müde und abgekämpft (Hebr 12:3).
Aber diese Geschwister waren nicht allein. Ein unbekannter Schreiber wurde von Gott beauftragt ihnen diesen Brief zu schreibenMerkt ihr worauf ich hinaus will? Was war Gottes Weg diesen Gläubigen vor 2000 Jahren in ihren Kämpfen und ihrer Entmutigung zu helfen?
Er schenkte ihnen Zurechtweisung und Ermutigung durch den Brief eines Bruders. Das sollte uns zu denken geben. Und lasst uns jetzt noch einmal unseren Predigttext lesen, denn einen letzten Punkt muss ich euch hier noch zeigen: Suche die Gemeinschaft der Christen – denn ihre Ermahnungen halten dich auf Kurs
Habt acht, ihre Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist von dem lebendigen Gott abzufallen! Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es „Heute“ heißt damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde! Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten.
Was sagt Gottes Wort ist die rechte Vorsorge gegen ein verstockt werden in Sünde?
Ermahnt einander vielmehr alle Tage,... damit nicht jemand von euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!
Die Ermahnungen deiner Geschwister halten dich auf Kurs.
Mal gleich zum unbequemsten Teil: Ein Aspekt des „Ermahnens“ schwingt in unserem Predigttext sehr deutlich mit. Nämlich der des Zurechtweisens. Das schmeckt so keinen von uns oder? Lieber Bruder, hab ach das hier kein böses und ungläubiges Herz in der ist: hier sündigst du das ist nicht recht, das ist inakzeptabel vor Gott!
Natürlich sollte das in Liebe geschehen, Aber einmal ehrlich: Wer hört das schon gern? Das er falsch liegt. Was kränkt den Stolz denn schlimmer als so eine Zurechtweisung? Und wer von euch käme auf die Idee sich so etwas bewusst auszusetzen?
Und doch ist es der Weg Gottes, mit dem er uns auf Kurs hält.
- Wer Unterweisung liebt, der liebt Erkenntnis,wer aber Zurechtweisung hasst, der ist töricht. (Spr.12:1) -Gehorche dem Rat und nimm die Zurechtweisung an, damit du künftig weise bist! (Spr.19:20)
-Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, (2. Tim 3:16)
-Besser Zurechtweisung, die aufdeckt, als Liebe, die verheimlicht. Treu gemeint sind die Schläge des Freundes, aber reichlich sind die Küsse des Hassers. (Spr 27:5-6)
Man könnte noch eine ganze Weile damit weiter machen. Was wir daraus lernen können ist: du und ich brauchen die Zurechtweisung der Geschwister. Wir brauchen sie denn der Kampf ist hart. Wir brauchen Sie denn unser Herz ist nicht zuverlässig. Wir brauchen sie denn es geht um die
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Ehre Gottes. Und Gott hat Verordnet! Das wir durch Sie bewahrt werden.
Die Frage ist: Nimmst du Zurechtweisung an? Suchst du sie? Oder sind dir die Küsse des Hassers lieber?
Wenn jemand an dem Teppich zieht, auf dem du stehst und wenn man sieht, dein sicherer Auftritt war nur Schein, und keiner fällt mehr darauf rein. Wenn man dir deine Fehler nennt und kräftig gegen die Fassade rennt, die du so kunstvoll aufgebaut. Wenn einer deine Schau durchschaut:
Wenn man dir sagt, wie du so wirkst, und jemand ahnt, was du verbirgst, Wenn dich dein Schweigen nicht mehr schützt und sich verteidigen nichts nützt, du spöttisch fragst: bin ich so schlecht obwohl du weißt, er hat ja recht. Wenn du erkennst, ich bin erkannt bin vor mir selber weggerannt.
Schlag nicht zurück, lauf nicht davon, willst du denn bleiben, wie du bist Es könnte sein, daß dir die Wahrheit heute nah, wie selten ist. Schlag nicht zurück, lauf nicht davon, wenn man dich ernsthaft kritisiert. Es könnte sein, daß man es tut, damit man dich nicht ganz verliert. Frag nach dem Grund, warum dir einer seine Meinung sagen will und ist es Liebe, dann hör zu und halte still. (Arno&Andreas)
Wie ist das bei dir? Glaub mir, ich höre Kritik auch nicht gern. Aber wir sind doch Familie! Die Gemeinschaft der Christen, die gegenseitige Ermahnung ist ein entscheidender, durch Gott verordneter Faktor in deiner Heiligung, deinem Glauben, deinen Bemühungen Frucht zu bringen. Hast du so einen Freund der dich zurechtweisen darf?
Aber wir brauchen nicht nur Zurechtweisung von einander.
Wir brauchen auch Auferbauung und Ermutigung.
Wir wachsen gemeinsam. Letzte Woche haben wir das erst gesungen! Erinnert ihr euch?
Keiner der noch alles braucht, keiner der schon alles hat, jeder lebt von allen andern, jeder macht die anderen satt.
Und auch das zeigt sich auf wunderbare Weise im Hebräerbrief. Er ist Brief voller Ermutigungen nicht aufzugeben! Voller Hinweise auf die Treue, Kraft und Pläne ihres Heilands! Ein Brief der sie an ihre eigenen vergangenen Glaubensiege erinnerte! Ein Brief der ihnen diese gewaltige Wolke von Zeugen vor Augen hielt, Menschen des Glaubens die ihnen vorangegangen waren und bezeugten das Gott seine Leute ans Ziel bringt!
Und genauso brauchen auch wir einander um Frucht zu bringen. Wir brauchen die gegenseitige Ermutigung und das gegenseitige Hinweisen auf unseren Heiland.
Ich fand das sehr spannend was ich während der Vorbereitung im einen Buch von Bonhoeffer gelesen habe:
Der Christ braucht den anderen Christen um von ihm das Wort Gottes (er meint damit die Wahrheit offenbart in der Schrift) zu hören. Er braucht ihn wieder und wieder wenn er selbst entmutigt und unsicher wird. Er braucht seinen Bruder als Herold des göttlichen Wortes der Erlösung.
Das ist genau das, was wir im Hebräerbrief beobachten können. Und es ist genau das was uns hier geboten wird. Bist du solch ein Herold?
Was ist die Gemeinde für dich? Ein Club von Leuten die Sonntag nicht ausschlafen wollen? Ein Verein bei dem du deine verbindliche Mitgliedschaft und Teilnahme deinem persönlichen Befinden unterordnest? Wow hier muss ich selbst grad schlucken! Ein Trupp Gleichgesinnter mit denen man ganz angenehme Gespräche führen kann? Glaubenskollegen die es an Intellektualität und an Frömmigkeit zu übertrumpfen gilt? Menschen die es zu dominieren gilt?
Oder deine Familie der du nach besten Kräften helfen möchtest zum Vollmaß der Reife Christi zu gelangen? Geschwister die du wenn nötig bis zur Ziellinie tragen wirst? Teilst du Ermutigung aus und lässt du Ermutigung zu?
Ich möchte uns herausfordern darüber nach zudenken. Wachstum ist ein Gemeinschaftsprojekt. Nicht nur persönliches Bibelstudium, nicht nur persönliches Gebet, sondern im Miteinander sollen
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wir Frucht bringen.
Hebräer 3 ist eine eindringliche Aufforderung an uns alle aufeinander zu achten, einander zu erbauen und in Liebe zu korrigieren. Damit wir feststehen. Damit auch nicht einer von uns strauchelt und nicht mehr aufkommt. Damit wir überwinden. Und schließlich damit wir Frucht bringen zur Ehre Gottes.
Ich hoffe das konnte ich euch aus diesem Versen zeigen. Wir brauchen einander. Wachstum ist ein Gemeinschaftsprojekt. Der Kampf ist hart und es geht um viel. Aber dieses aufeinander achten hält uns auf Kurs.
Die Frage ist, wie gehen wir, wie gehst du darauf ein? Das ist eine Frage mit der ich uns gerne in die nächste Woche entlassen möchte. Und wo ich uns herausfordern möchte
darüber tiefer nachzusinnen. Amen
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