Predigt (unbenannt)
Notes
Transcript
Hagar
Hagar
Und Sarai, Abrams Frau, gebar ihm keine Kinder; aber sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. Und Sarai sprach zu Abram: Sieh doch, der Herr hat mich verschlossen, daß ich keine Kinder gebären kann. Geh doch ein zu meiner Magd; vielleicht werde ich durch sie Nachkommen empfangen! Und Abram hörte auf die Stimme Sarais. Da nahm Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische Magd Hagar, nachdem Abram zehn Jahre lang im Land Kanaan gewohnt hatte, und gab sie Abram, ihrem Mann, zur Frau.
Und er ging ein zu Hagar, und sie wurde schwanger. Als sie nun sah, daß sie schwanger war, wurde ihre Herrin verächtlich in ihren Augen. Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, das mir zugefügt wird, treffe dich! Ich habe dir meine Magd in den Schoß gegeben. Da sie nun aber sieht, daß sie schwanger ist, bin ich verächtlich in ihren Augen. Der Herr sei Richter zwischen mir und dir!
Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand; tue mit ihr, was gut ist in deinen Augen! Da nun Sarai sie demütigte, floh sie von ihr.
Aber der Engel des Herrn fand sie bei einem Wasserbrunnen in der Wüste, beim Brunnen auf dem Weg nach Schur. Er sprach zu ihr: Hagar, du Magd der Sarai, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von meiner Herrin Sarai geflohen!
Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Kehre wieder zurück zu deiner Herrin und demütige dich unter ihre Hand! Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Siehe, ich will deinen Samen so mehren, daß er vor großer Menge unzählbar sein soll.
Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Ismael geben, weil der Herr dein Jammern erhört hat. Er wird ein wilder Mensch sein, seine Hand gegen jedermann und jedermanns Hand gegen ihn; und er wird allen seinen Brüdern trotzig gegenüberstehen.
Und sie nannte den Namen des Herrn, der mit ihr redete: Du bist »der Gott, der mich sieht«!, indem sie sprach: Habe ich hier nicht dem nachgesehen, der mich sieht? Darum nannte sie den Brunnen einen »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht«. Siehe, er ist zwischen Kadesch und Bared.
Und Hagar gebar Abram einen Sohn; und Abram gab seinem Sohn, den ihm Hagar geboren hatte, den Namen Ismael. Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar ihm den Ismael gebar.
Übersehen
Aufsehen
Gesehen
Übersehen
Vorstellung —> beschäftige mich gerne mit den Stellen in der Bibel, die man normalerweise gerne überliest, mit den Personen, mit denen man sich nicht so häufig beschäftigt… Es gibt die großen Persönlichkeiten der Bibel (Abraham, David, Josef, Paulus) , die jeder kennt. In Gemeinden ähnlich: Gemeinde mit über 500 Mitgliedern, leicht übersehen wird —> es gibt die Leute, die jeder kennt, die immer vorne sind, die gefühlt alles machen und auch alles können; Frage: Sehen mich die Leute überhaupt, oder werde ich übersehen? Mögen die mich?
Erstes Schlagwort
Übersehen
Bibel: Personen, die Prediger und Bibelleser mögen, ABER: dankbar für die Randfiguren, die gerne übersehen werden. Eine solche Person heute vorstellen; Bibelschullehrer: “Eine Person, die keiner so wirklich mag.” Ihr findet sie in 1.Mo 16.
WIr kennen ziemlich gut: Abram und Sarai, später Abraham und Sara. Und heute sehen wir uns mal etwas genauer die Magd der Sarai an:
Hagar
Bibl. Namenslexikon: “Schön” oder “Flucht”
tritt als Magd aus ihrem Schattendasein heraus, um Abram - an Sarais Stelle - den verheißenen Nachkommen zur Welt zu bringen. Daraus ergbt ssich eine problematische Situation: auf der einen Seite steht Hagar, die Magd, die nun schwanger ist. Auf der anderen Seite Sarai, ihre Herrin, die ihr ganzes Leben lang kinderlos war. Aus dem Übersehen wird nun großes Aufsehen.
Zweites Schlagwort
Aufsehen
Lesen (nur 4b-6)
Und er ging ein zu Hagar, und sie wurde schwanger. Als sie nun sah, daß sie schwanger war, wurde ihre Herrin verächtlich in ihren Augen. Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, das mir zugefügt wird, treffe dich! Ich habe dir meine Magd in den Schoß gegeben. Da sie nun aber sieht, daß sie schwanger ist, bin ich verächtlich in ihren Augen. Der Herr sei Richter zwischen mir und dir!
Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand; tue mit ihr, was gut ist in deinen Augen! Da nun Sarai sie demütigte, floh sie von ihr.
großes Aufsehen im Hause Abrams
Hagar bringt Sarai Verachtung entgegen, Sarai demütigt sie - das hört sich stressig an. Aus diesem Stress und Konflikt flieht Hagar.
Pers. Bsp. —> kann mich gut in Hagar hineinversetzen: merke, ich hab Stress o. einen Konflikt verursacht. Jemand ist böse auf mich. Da macht mich jemand gerade runter. Beine in die Hand und weg - v. a. Zuhause (Fahrrad geschnappt und weg)
schwangere Hagar genauso: Beine in die Hand und weg, wohin? nebensächlich, Hauptsache weg, von niemandem mehr gesehen werden, in keinem Konflikt mehr stehen, weg von Sarai und ihrer Demütigung
Gesehen
letztes Schlagwort
an dieser Stelle hat Gott den Konflikt gesehen und greift ein.
nur 7-8a lesen!
Aber der Engel des Herrn fand sie bei einem Wasserbrunnen in der Wüste, beim Brunnen auf dem Weg nach Schur. Er sprach zu ihr: Hagar, du Magd der Sarai, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von meiner Herrin Sarai geflohen!
Gottes sensibler und freundlicher Umgang mit Hagar. Keine Vorwürfe, keine Predigt, sondern er nennt sie beim Namen und stellt ihr 2 Fragen: die Frage nach dem Woher? und die Frage nach dem Wohin? - die meisten Menschen können die erste Frage ziemlich gut beantworten, bei der zweiten Frage wird es schon schwieriger. So auch bei Hagar:
V.8b lesen
beantwortet nur die erste Frage, klar: Wohin soll sie denn?
Bibel gibt uns die besten Vorlagen für Mission und Seelsorge: viele Menschen, die davonlaufen vor Konflikten und Stress, die vielleicht genau wissen, woher sie kommen, aber nicht wohin sie eigentlich wollen, Menschen, die übersehen werden und die irgendwie keiner mag. Vielleicht kennst du solche Leute in deiner Umgebung… die sich fragen, wohin mit meiner Schuld, mit meinen Verletzungen, mit dem Stress, den Konflikten, den Dingen, die ich selbst kaputt gemacht habe? Wir wissen, dass es für diese Dinge nur einen richtigen Ort gibt: zum Kreuz.
Weiterlesen.
Da sprach der Engel des Herrn zu ihr: Kehre zu deiner Herrin zurück, und demütige dich unter ihre Hände! Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so sehr mehren, dass man sie nicht zählen kann vor Menge. Und der Engel des Herrn sprach weiter zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Ismael geben, denn der Herr hat auf dein Elend gehört. Und er, er wird ein Mensch wie ein Wildesel sein; seine Hand gegen alle und die Hand aller gegen ihn, und allen seinen Brüdern setzt er sich vors Gesicht.
Zuerst: Anweisung, die sie wahrscheinlich nicht so gerne hört: “Kehr zurück!” Aber vielleicht wusste Hagar schon selbst, dass es für sie keinen anderen Weg gab, als den Weg zurück. Gott sagt ihr: demütige dich selbst <—> statt dass Sarai dich demütigt;
Auch ich: manchmal im Kopf Szenarien durchgespielt, wo ich jetzt hinkönnte. Eigentlich wusste ich: Ich muss zurück, mich demütigen. Auch Hagar keine Wahl, als zurückzugehen: trägt den Nachkommen Abrams in ihrem Leib.
Genau wie Abram bekommt sie Verheißung: viele Nachkommen V.10
Gott macht Einschränkung: V.12 —> du gehst zurück, Konflikt wird sich vllt. lösen, aber das Leben wird nicht einfacher. Ein Konflikt weg, der nächste wartet: bekommst ein wildes, bockiges Kind (Hagars Charakterzüge?)
Nach Begegnung mit Gott nicht heile Welt, komme zurück aus der Gebetsstunde, Gottesdienst, Veranstaltung, neue Problem warten auf mich.
Was lernt Hagar jetzt aus der gesamten Situation?
Und sie nannte den Namen des Herrn, der mit ihr redete: Du bist »der Gott, der mich sieht«!, indem sie sprach: Habe ich hier nicht dem nachgesehen, der mich sieht? Darum nannte sie den Brunnen einen »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht«. Siehe, er ist zwischen Kadesch und Bared.
Eine besondere Sache lernt sie: Gott hat sie gesehen: ihre Verachtung ggü. Sarai, den Konflikt, den peinlichen Stress, die Demütigung, ihr Weglaufen, ihre Schuld, die sie sich aufgeladen hat und die Verletzungen, die ihr zugefügt worden sind.
Du bist der Gott, der mich sieht. El-Roi heißt es so schön im Hebräischen. El-Roi.
Brunnen des lebendigen, der mich sieht —> im AT viele Orte eine besondere Geschichte; Ort kommt noch 2x vor:
Und Isaak kam vom »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht« — denn er wohnte im Negev —,
Und es geschah nach dem Tod Abrahams, da segnete Gott seinen Sohn Isaak. Und Isaak wohnte bei dem »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht«.
Wer damals an diesen Ort gekommen ist, wird sich an diese Geschichte erinnert haben und an die Tatsache: Gott sieht und Gott sieht mich!
David greift diese Tatsache in Psalm 33 auf.
Der Herr blickt vom Himmel herab, er sieht alle Menschenkinder.
Von der Stätte seines Thrones schaut er auf alle Bewohner der Erde;
er, der ihnen allesamt das Herz gebildet hat, achtet auf alle ihre Werke.
Lasst uns, wenn wir beten, an die Menschen denken, die wir in der Gemeinde, vielleicht bewusst, übersehen. Die sich vielleicht daneben benommen haben und die wir mit Demütigung bestraft haben. DIe vielleicht keiner so wirklich mag.
Lasst für den Stress und die Konfllikte beten, die einem ziemlich peinlich sein könnten, die aber auch in der Gemeinde vorkommen.
VUnd lasst uns für die velen Menschen beten, die haben vergessen, dass es einen Gott gibt, der sie sieht. Wir müssen die Aufgabe diese Brunnens übernehmen und sie daran erinnern.
Wenn Du dir nichts merken kannst, Bibelverse schlecht auswendig lernen kannst, dann hilft es mir, nur ein paar kurze Wort zu behalten. Und für die nächste Woche behalte 1.Mose 16 in Erinnerung und die Worte:
Du bist der Gott, der mich sieht.
