Die tiefe Liebe des Vaters

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Intro: Vaters Liebe und meine Empfindungen

Vor kurzem nahm ich in einer Predigtbesprechung wahr, wie jemand sagte “Da war nichts Neues für mich enthalten.” Offenbar erwartete die Person neue Offenbarungen oder neue Impulse für das geistliche Leben. Und das spiegelt mir meinen Anspruch, den ich vor nicht allzulanger Zeit begraben habe. Seit ich im geistlichen Dienst bin wollte ich den Menschen neue Erkenntnisse predigen und nicht die alten Themen aufgreifen. Und schon gar nicht die Liebe Gottes; ich empfand sie als langweilig. Wahrscheinlich weil ich nach dem Motto lebte “Wissen ist Macht”. Es ist also wenig Platz für Beziehungen, Herz und Emotionen.
Dabei beobachte ich, dass ich nicht alleine so drauf bin. Viele von uns wollen einfach nur wissen, was wir zu tun haben, wie wir in unserer Berfung leben können, wie wir erfolgreich beten können ...
In vielen Gemeinden und Gottesdiensten fühlen sich viele nicht wie der verlorene Sohn (Lk 15). In der Zwischenzeit predigen viele, dass es eigentlich zwei verlorene Söhne sind. Und gerade der ältere spiegelt mein Leben in bestimmten Bereichen wider. Wayne Jacobsen bezeichnet das in dem Buch “Geliebt!” die Gänseblümchen-Mentalität. Wenn es uns gut geht, glauben wir, dass Gott uns liebt. Wenn wir Schwierigkeiten haben oder Herausforderungen auftreten, glauben wir, dass Gott uns nicht liebt. Und natürlich finde ich sofort 100 Sünden, die ich begangen haben könnte. Also verdiene ich es nicht besser. Aber ist die Liebe des Vaters wirklich so?
In 1.Korinther 13:4-7 wird beschrieben, wie die Liebe ist, bzw. wie sie nicht ist.

Was die Liebe des Vaters nicht ist

Zunächst lese ich vor, was die Liebe des Vaters nicht ist:
nicht neidisch
nicht überheblich (tut nicht groß)
nicht anstößig (bläht sich nicht auf)
nicht selbstsüchtig
nicht nachtragend (lässt sich nicht erbittern, rechnet Böses nicht zu)
nicht Ungerechtigkeit liebend (freut sich nicht an der Ungerechtigkeit)
verliert nicht den Glauben
Das sind sieben Eigenschaften, an denen wir erkennen können, ob wir in der Liebe des Vaters leben. Und weil wir nicht den Splitter aus dem Auge der anderen entfernen, sondern unseren Balken behandeln, deshalb wende ich das nur auf mich an.
Bin ich neidisch? Wenn ich ehrlich bin, ja, manchmal schon, wenn ich sehe, was ich in der Wirtschaft verdienen hätte können. Wenn ich sehe, wie erfolgreich andere Pastoren sind, Wenn ich sehe, wie gut andere predigen können ...
Das gleiche Spiel mache ich mit den anderen Begriffen auch. Wirke ich überheblich? Ich weiß, dass ich nicht überheblich bin, deshalb stelle ich mir schon gar nicht die Frage. Aber wirke ich evtl. auf andere überheblich?
Wenn ich das mit allen Begriffen mache, kann ich leicht feststellen, wie sehr ich in der ausgegossenen Liebe des Vates (Rö 5:5) lebe. Ich nenne das auch, den geistlichen Puls fühlen. Im natürlichen macht das keiner die ganze Zeit, sondern nur hin und wieder, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt.

Was die Liebe des Vaters ist

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