Gott prüft unsere Liebe
Sermon • Submitted
0 ratings
· 235 viewsDas Bestehen der Prüfung, die Bewährung in Anfechtungen zeigen die Echtheit unserer Liebe zu Gott und läutern unsere Liebe zu Gott.
Notes
Transcript
Einleitung
Einleitung
Jakobus 1,12 (SLT)
Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.
Warum steht hier Anfechtung-erdulden im Zusammenhang mit Gott-lieben?
Das Bestehen der Prüfung, die Bewährung in Anfechtungen zeigen die Echtheit unserer Liebe zu Gott und läutern unsere Liebe zu Gott.
Ähnlich in den Sendschreiben:
Offenbarung 2,10 (SLT)
Fürchte nichts von dem, was du erleiden wirst! Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben!
Und bei Paulus:
2. Timotheus 4,7–8 (SLT)
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben.
Abraham
Abraham
Das Wort „Liebe“ (hebr. aheb) kommt zum ersten Mal in der Bibel in 1Mo 22 vor und ebenso das Wort “prüfen” (hebr. nasa):
Genesis 22,1–2 (SLT)
Und es geschah nach diesen Begebenheiten, da prüfte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!
Auch hier sehen wir den Zusammenhang zwischen Prüfung und Liebe. Gott prüfte Abrahams Loyalität, Priorität: Würde er die Liebe zu Gott und somit den Gehorsam ihm gegenüber über alles andere stellen, selbst über die Liebe zu seinem verheißenen Nachkommen, auf den er so lange gewartet hatte und den er und Sarah durch ein Wunder empfangen hatten?
Wie ging die Prüfung aus?
Genesis 22,16–18 (SLT)
und er sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr: Weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verschont hast, darum will ich dich reichlich segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen, und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst!
Hebräer 11,17–19 (SLT)
Durch Glauben brachte Abraham den Isaak dar, als er geprüft wurde, und opferte den Eingeborenen, er, der die Verheißungen empfangen hatte, zu dem gesagt worden war: »In Isaak soll dir ein Same berufen werden«. Er zählte darauf, daß Gott imstande ist, auch aus den Toten aufzuerwecken, weshalb er ihn auch als ein Gleichnis wieder erhielt.
Israel in der Wüste
Israel in der Wüste
Auch das Volk Israel wurde 40 Jahre lang in der Wüste geprüft:
Deuteronomium 8,2 (SLT)
Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den der Herr, dein Gott, dich geführt hat diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht.
Das Halten der Gebote zeigt, was im Herzen ist: Ist es Liebe zu Gott oder Eigenliebe, Geldliebe, Vergnügungsliebe, …?
Leider bestand Israel die Prüfung bzw. Versuchung nicht, sondern sie prüften bzw. versuchten ihrerseits den Herrn:
Deuteronomium 6,16 (SLT)
Ihr sollt den Herrn, euren Gott, nicht versuchen, wie ihr ihn bei Massa versucht habt!
Jesus in der Wüste
Jesus in der Wüste
Markus 1,11–13 (SLT)
Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus. Und er war 40 Tage dort in der Wüste und wurde von dem Satan versucht; und er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.
Jesus, der Knecht des Herrn, muss sich bewähren, um das Vorhaben Gottes - nämlich die Völker zu erleuchten und viele zur Gerechtigkeit zu führen - zustande zu bringen, weil Israel sich nicht bewährt hat (siehe Jes 42,1-6 und Jes 53,10-11).
Was ist die Basis, um diese Bewährungsprobe bestehen zu können? Die absolute Liebe des Vaters.
Das ist ein Vorbild für uns, die Nachfolger Jesu: Er hat uns zuerst geliebt, er hat sich ganz für uns hingegeben. Weil wir diese Liebe erfahren haben, weil wir uns dieser Liebe gewiss sein dürfen, wollen wir ihm wohlgefallen, wollen wir ihm dienen, wollen wir uns zum Dienst bewähren. Jesus ist der Pionier, wir dürfen den Weg gehen, den er gebahnt hat.
Im Besonderen bestand Jesus auch die Prüfung, Gott nicht auf die Probe zu stellen, ihn nicht zu prüfen (Mt 4,7). Ja er zitierte genau jenen Vers, Deut 6,16 und schleuderte ihn als kurze und einfache aber wirksame Abwehr dem Versucher entgegen.
Wir in den letzten Tagen
Wir in den letzten Tagen
Wir leben in einer besonders schlimmen Zeit, wo die Liebe zu Gott besonders angefochten ist. Ich sage das, weil ich das so in der Bibel lese:
2. Timotheus 3,1–4
Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldliebend sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, das Gute nicht liebend, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott;
Wir sind geprägt vom Zeitgeist. Wir sind ihn nicht mit der Bekehrung völlig los. Jetzt beginnt erst die Veränderung unseres Denkens und unserer Gesinnung. Es ist äußerst wichtig, dass wir uns dieser Veränderung durch das Wort Gottes aussetzen, denn der Geist dieser Welt arbeitet ständig mit großer Kraft gegen die Liebe zu Gott.
Aus The Message of James von J.A. Motyer (aus der Serie The Bible Speaks Today):
Unser Fortschritt zur Krone wird nicht durch unser Durchhaltevermögen bewirkt, sondern durch die Tiefe, Realität und Durchdringung unserer Liebe zu ihm. Wir leben nach dem, was wir lieben; die Form unseres Lebens wird durch die Freuden unseres Herzens bestimmt.
Gott gönnt uns seine guten Gaben. Er ist der Erfinder. Er will, dass sie dankbar genossen werden. Aber eben nicht ohne Beziehung zu ihm.
Nicht wie der verlorene Sohn, der sein Erbe ausbezahlt haben wollte und dann vom Vater wegging. Er endete im Ruin.
Aber auch nicht so wie der ältere Sohn, der beim Vater blieb, aber meinte, er könnte das Leben nicht genießen. Er sah gar nicht, wie gut es ihm ging.
Der eine Sohn, entschied sich dagegen, den Vater zu lieben und ging von ihm weg. Der andere tat so, als würde er den Vater lieben und blieb, ohne ihn wirklich zu lieben.
Der Vater will, dass die Liebe zu ihm, d.h. die rechte Wertschätzung, die absolute Priorität hat und alle anderen "Lieben" sich rund herum ordnen. So hat er den Menschen geschaffen, so steht es in der Gebrauchsanweisung und in den Garantiebedingungen.
Nur wenn wir IHN, der alles Gute personifiziert, über alles schätzen, werden wir das Gute ernten.
Die gute Nachricht in all unseren Glaubensprüfungen: Wir haben einen, der diese Prüfungen schon bestanden hat und der uns helfen will und kann, dass auch wir sie bestehen.
Hebräer 2,17–18 (SLT)
Daher mußte er in jeder Hinsicht den Brüdern ähnlich werden, damit er ein barmherziger und treuer Hoherpriester würde in dem, was Gott betrifft, um die Sünden des Volkes zu sühnen; denn worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, kann er denen helfen, die versucht werden.
Hebräer 4,15–16 (SLT)
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. So laßt uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!
Anwendung
Anwendung
Wem gilt unsere Liebe? Wo gehen unsere Gedanken hin, wenn wir ihnen freien Lauf lassen? Was zieht uns wirklich an? Was schätzen wir, wonach sehen wir uns?
Erkennen wir überhaupt die Prüfungen unserer Liebe zu Gott oder nehmen wir die guten Gaben Gottes als selbstverständlich und als Recht an: Gesundheit, Wohlstand, gute Beziehungen zu unseren Mitmenschen? Und empfinden wir es dann als Raub, wenn wir etwas davon verlieren? Wir können uns ein Beispiel an Hiob nehmen, der sagte (Hi 1,21) “Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; der Name des Herrn sei gelobt!”
Wir wollen Gottes Prüfungen als das sehen, was sie sind: Der TÜV, das Pickerl, der Check, dass wir richtig funktionieren und nicht unvermutet zusammenbrechen (geistlich, seelisch, körperlich), weil wir anderen Werten mehr Wert beimessen als demjenigen, der am meisten Wert hat.
Mit dieser Perspektive können wir sogar dankbar sein und uns in den verschiedenen Anfechtungen bzw. Prüfungen freuen. Sie sind Teil des Veränderungsprozesses, durch den wir lernen, die unsere Wertschätzung nach den wahren Werten richtig zu ordnen. Der Herr bereitet uns dadurch einerseits zum Dienst für ihn in unserem irdischen Leben vor, aber auch zum Mitregieren mit ihm, wenn er mit Macht und Herrlichkeit kommt.
Das Wichtigste zuletzt: Hast du die unbedingte Liebe Gottes erfahren, die seinen Kindern gilt? Weißt du dich geliebt - schon als du Gottes Feind warst und erst jetzt, wo du mit ihm versöhnt bist? Verstehst du, dass diese Liebe nicht von deiner Liebe zu ihm abhängt sondern die Basis dafür ist? Die Liebe Gottes, wie sie sich im Evangelium offenbart, darf niemals langweilig für uns werden. Wir wollen sie immer wieder auffrischen, sie uns bewusst machen, sie verinnerlichen und uns darin eintauchen. Nur auf dieser Basis wächst die Liebe zu Gott in uns. Auf dieser Basis können wir mit Freimütigkeit, ohne zu zögern, hinzutreten zum Thron der Gnade um die nötige Hilfe in unseren Prüfungen zu bekommen.
