Apostelgeschichte 8,35-38: Taufpredigt

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Notes
Transcript
Ich begrüße euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Mein Name ist Jason, ich bin 23 Jahre alt und ich durfte vor knapp 3 Jahren hier stehen, wo unsere 3 Täuflinge heute stehen. Mein Herz ist erfüllt mit Freude, wenn ich euch heute Menschen stehen sehe, die Jesus nachfolgen, ihn als Herrn und Retter anerkennen und dies jetzt zum Ausdruck bringen möchten durch die Taufe.
Ich möchte die Taufpredigt mit ein paar Versen aus der Bibel, dem Wort Gottes beginnen. Auch die Badegäste, vielleicht seht ihr das heute zum ersten Mal. Vielleicht hast du mit Glaube, Jesus oder der Bibel nicht viel am Hut, aber es ist wahr und vielleicht ruft Gott dich heute ganz besonders durch diese Veranstaltung und diese Predigt zu sich.
Apostelgeschichte 8:35 Da tat Philippus seinen Mund auf und begann mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus. 36 Als sie aber auf dem Weg weiterzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer sprach: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? 37 Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt! Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist! 38 Und er ließ den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.
In der Predigtvorbereitung hatte ich einige Bibelstellen im Kopf, doch ich habe genau die ausgesucht. Warum? Weil hier ganz klar wird, in welcher Reihenfolge die Taufe stehen sollte. Die meisten kennen die Taufe heute leider nur noch als Tradition in den großen Landeskirchen in der Babytaufe, es hat keine große Bedeutung, es geschieht auch nicht wirklich aus dem Glauben heraus und man macht es einfach so, weil man das schon immer so gemacht hat. Vielleicht kennst du das. Wir lesen hier jedoch eine ganz andere Reihenfolge der Taufe. Wenn wir uns das ganze Kapitel anschauen würden, würden wir vorher sehen dass dieser Kämmerer den weiten Weg von Äthiopien auf sich nimmt, um in Jerusalem Gott anzubeten. Auf dem Weg dorthin sitzt der Kämmerer in seinem Wagen und liest auf einer Schriftrolle, die er wohl teuer irgendwo erworben hatte, einen Teil aus der Bibel. Nun kommt Philippus hinzu, erklärt dem Kämmerer die Bibelstelle, erzählt ihm das Evangelium, der Kämmerer glaubt an das Evangelium und er lässt sich taufen. Das ist die Reihenfolge der Bibel und die Gott vorgesehen hatte: Erst der Glaube und dann die Taufe.
Aber wir wollen Schritt für Schritt uns das mal genau ansehen. Philippus erklärt diesem Mann aus Äthiopien das Evangelium. Das Wort Evangelium haben wir in Deutschland wahrscheinlich alle schon irgendwo gehört, aber was bedeutet das? Evangelium kommt aus dem griechischen und bedeutet frohe Botschaft. Frohe Botschaft, die Jesus Christus als er auf diese Welt kam mitbrachte. Doch was soll so froh sein an der Botschaft, in der ein Mann qualvoll am Kreuz stirbt? Doch das Evangelium beinhaltet noch viel mehr. Nämlich dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, auf diese Welt kam und freiwillig am Kreuz die Strafe auf sich genommen hat die du eigentlich verdient hast. Wir denken zwar „Was warum soll Jesus für meine Schuld, für meine Sünde sterben? Ich bin doch eine gute Person?“. Aber du und ich haben gegen Gott gesündigt und Gottes Gebote gebrochen, wir haben gelogen, wir haben gestohlen, wir missbrauchen Gottes Namen z.B. mit „Oh mein Gott“, wir brechen die Ehe, wir begehren die Frau unseres Nächsten. Wenn jemand heute hier sagen will, er hat noch nie gesündigt, der kann gerne nach der Taufe auf mich zukommen und ich lass mich gerne auf eine Diskussion mit dir ein. Aber um zum Punkt zurückzukommen: Die Bibel sagt: Gott ist heilig und gerecht und ich bin froh, dass er gerecht ist. Dass wir nicht einen Gott haben, dem egal ist was für fürchterliche Dinge auf dieser Erde passieren oder Menschen machen. Das Problem ist jedoch, dass Gott gerecht ist und wir sind es nicht. Wir haben einen gerechten Gott und er wird gerecht eines Tages über unser Leben richten. Es gibt keinen schlechten Gedanken in unserem Herzen den er nicht kennt, keine Sünde die wir im Verborgenen getan haben ist ihm entgangen. Jesus sagte einmal, dass wir uns sogar für jedes schlechte Wort das wir gesprochen haben vor Gott rechtfertigen müssen. Wenn wir uns dieser Tatsache stellen und uns nun Fragen sind wir unschuldig oder schuldig vor Gottes Gericht? Dann müssen wir ganz klar und ehrlich sagen: Wir sind schuldig. Und wenn wir uns der Frage stellen müssen, ob wir den Himmel oder die ewige Hölle verdient haben: Dann ist es ganz klar die Hölle, denn wir sind schuldig. Es bringt nichts sich selbst anzulügen und weiter so in den Tag zu leben. Du springst damit von einem Hochhaus und denkst dir die ganze Zeit „bis hierhin liefs noch ganz gut“, aber irgendwann kommt der große Knall und du musst aufwachen, vielleicht ist es dann jedoch zu spät. Das ist die Situation die wir haben: Wir stehen vor Gottes Gericht und wir sind schuldig, die Beweise sind eindeutig. Aber nun kommt Jesus ins Spiel, er geht an dieses Kreuz und bezahlt meine Schuld. Er nimmt all‘ die Sünde die ich getan habe auf sich, er bezahlt meine Kaution und ich bin frei. Deswegen waren seine letzten Worte am Kreuz „Es ist vollbracht!“. Der Weg zur Vergebung ist gebahnt, die Schuld wurde getragen! Und um dem Tod eindeutig das Ende zu setzen, ist er nach 3 Tagen auferstanden. Um das zu zeigen, was er vorher schon sagte: Wer an mich glaubt, wird ewig leben, auch wenn er stirbt. Und wisst ihr, als Jesus damals an diesem Kreuz hing, haben ihn nicht die Nägel am Kreuz gehalten, sondern seine Liebe zu dir und mir. Er reicht dir ein Geschenk, doch dieses Geschenk muss durch den Glauben geöffnet werden.
Um es mit einer Bibelstelle in Johannes 3:16 auszudrücken:
16 Denn so [sehr][4] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
Und genau dieser Botschaft hat der Kämmerer geglaubt und er wurde getauft. Preis den Herrn, auch heute stehen hier 3 Menschen die an diese Botschaft glauben. Die nun freigesprochen sind von Gottes Gericht. Die sich nun Kinder Gottes nennen dürfen und durch seine Gnade leben dürfen.
Doch wozu nun die Taufe?
Die Taufe ist ein Symbol, von dem was im Inneren eines Menschen passiert, sobald er an den Herrn Jesus Christus glaubt. Gott schenkt dieser Person den heiligen Geist, verändert ihr Herz und sie wird innerlich „von Neuem geboren“. Nicht wie im Hinduismus, sondern es geschieht im Herzen. Man weiß: So wie ich mein Leben bis jetzt gelebt habe, kann ich nicht weiterleben d.H. mein alter Mensch ist gestorben und ich lebe nun als ein neuer Mensch mit Jesus Christus. Die Bibel drückt es so aus, dass wir mit Jesus Christus gekreuzigt wurden und mit ihm wieder auferstanden sind.
Und weil kein Mensch das sehen kann, was innerlich passiert ist, hat Gott sich die Taufe ausgedacht. Denn das was hier heute eigentlich sehen ist auch eine Beerdigung. Wie bei einer Beerdigung sind heute auch die Verwandten, die Freunde und die Bekannten dabei und alle schauen heute zu. Denn wenn wir die 3 Täuflinge heute komplett in das Wasser untertauchen, das bedeutet das Wort Taufe nämlich wörtlich in der Bibel „untertauchen“, dann begraben wir den alten Menschen und wenn wir ihn wieder hoch aus dem Wasser holen, ist es der Ausdruck, dass der innerlich neue Mensch auferstanden ist. Eine neue Kreatur. Der Apostel Paulus sagt im 2. Korintherbrief in Kapitel 5 in der Bibel folgende Worte:
17 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! 18 Das alles aber [kommt] von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat; 19 weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte. 20 So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, daß Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Laßt euch versöhnen mit Gott!
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Nicht mehr die Person, der Gott egal ist und der selber Herr über sein Leben sein wollte. Wir als selbstbestimmte Menschen in diesem Land haben ein Problem damit jemand anderen auf den Thron meines Lebens zu lassen, aber genau das ist was Christus möchte. Christus möchte den Mittelpunkt in meinem Herzen einnehmen, auf dem Thron meines Lebens sitzen und Herr meines Lebens sein. Und das ist auch das was diese 3 Täuflinge heute mit der Taufe ausdrücken wollen: Ich habe Jesus als meinen Herrn und Retter anerkannt und ich werde ihm folgen, ob ich lebe oder sterbe, ich gehöre dem Herrn. Und er ist es wert, denn er hat am Kreuz alles für mich gegeben. Wenn Jesus Christus öffentlich für mich gestorben ist, möchte ich auch öffentlich für ihn leben.
Wir sehen also die Taufe ist ein äußerliches Symbol, ein Bekenntnis von dem was in meinem Herzen geschehen ist, denn Gott hat mein Herz verändert. Die Taufe errettet mich nicht, sie macht mich auch nicht zu einem Kind Gottes oder zu einem Christen, sondern sie ist ein äußerliches Bekenntnis. Es ist wie, wenn ich einen Ehering trage. Bei mir ist es noch nicht soweit, aber so der Herr will bald. Ich trage den Ehering, um darauf hinzuweisen, dass ich verheiratet bin. Dass ich in einer festen Ehe bin mit meiner Frau. Der Ehering ist nicht die Ehe selbst, aber er weist auf meine Ehe hin. Stellt euch mal vor, ich würde einen Ehering tragen, bevor ich überhaupt geheiratet habe. Das wäre doch völlig sinnlos und vollkommen in der falschen Reihenfolge. Genauso ist es, wenn ich mich taufen lasse oder getauft werde, bevor ich überhaupt glaube und diese Neugeburt in meinem Herzen passiert ist. Es würde absolut keinen Sinn machen und deswegen sagt Philippus zu diesem Kämmerer: „Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt!“ Denn wenn du nicht glauben würdest, lieber Kämmerer, wäre diese Taufe nur ein sinnloses Symbol, das seine Bedeutung verlieren würde. Es würde dich überhaupt nicht weiterbringen und wäre, nämlich genau wie in unseren heutigen Kirchen, nur noch leblose Tradition.
Liebe Zuhörer, vielleicht merkt ihr, dass wir heute keine Religion predigen. Wir erzählen euch heute nicht, dass ihr viele gute Taten tun müsst, um euch den Himmel zu verdienen. Wir predigen, das was Christus gepredigt hat. Frieden mit Gott, denn das ist was Christus auf diese Erde gebracht hat. Vergebung, Versöhnung. Eine Hoffnung, die über den Tod hinausgeht. Und Jesus reicht auch dir heute die Hand und ruft dich vielleicht genau durch diese Predigt heute zu sich. Er sagt auch zu dir, wie damals zu einer Frau in Bethanien im Johannesevangelium Kapitel 11 in Vers 25: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und kurz darauf fragt er sie: „Glaubst du das?“. Auch heute stellt er diese Frage dir. Er reicht dir seine Hand in unserer hektischen Kultur und fragt dich, glaubst du mir? Glaubst du mir?
Diese Frage kann für dich heute keiner beantworten. Die musst, lieber Zuhörer, du ganz alleine beantworten. In deinem Herzen musst du selbst eine Antwort finden auf die Frage: Glaubst du ihm? Ich bete, dass du diese Frage heute mit Ja beantwortest und ihn suchst.
Und für die entschiedenen Christen die heute hier sitzen, die vielleicht schon getauft sind und in ihrem Herzen Jesus als ihren Herrn und Retter angenommen haben. Damals bei dieser Taufe hast du genau dieses Bekenntnis gemacht: Ich möchte Jesus mit meinem Leben nachfolgen. Wandelst du gerade in diesem Bekenntnis? Wo stehst du heute? Stehst du immer noch an dem Punkt, wo Jesus die Nummer 1 in deinem Leben ist und du kompromisslos dem Herrn nachfolgst, koste es was es wolle? Oder bist du vielleicht schon Kompromisse eingegangen? Gehst du vielleicht immer noch Kompromisse ein? Lass mich dich heute ermahnen, dass du zurückkehrst zu dieser ersten Liebe. Du weißt nicht, wann das alles hier vorbei ist. Steh nicht mit leeren Händen vor dem Herrn. Diene ihm, folge ihm nach und sei sein Jünger. Komm raus aus deiner Komfortzone, es gibt da draußen noch Menschen die verloren sind. Die nicht das Evangelium von Christus kennen und vielleicht in Unwissenheit in den Tod gehen, ohne zu wissen, was sie ohne Vergebung in Christus erwartet. Nämlich das Gericht Gottes. Wenn du deinen Nächsten liebst wie dich selbst, dann geh da raus und hör auf zu schweigen! Hör auf Christsein privat zu leben, sondern verkündige Christus den Gekreuzigten! Das ist deine Aufgabe! Vielleicht denkst du dir gerade: Was verurteilst du mich, du kennst mich gar nicht, du kennst nicht mein Herz. Und du hast recht, aber ich kenne meins.
Und ich bitte dich, ob Christ oder nicht, denk heute über diese Worte nach. Nicht für mich, sondern es geht um deine Seele. Um deine kostbare Seele, die Jesus so sehr liebt, dass er sogar am Kreuz sein Leben für dich gegeben hat.
Möge der Herr uns Augen, die sehen und Ohren die hören schenken. Ein verständiges Herz, damit wir erkennen, wie groß sein Geschenk wirklich ist und wie tief seine Liebe für jeden Einzelnen hier ist. Amen.
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