Die Verkündigung Jesu kurz gefasst!
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Der Bibeltext
Der Bibeltext
Nachdem aber Johannes gefangengenommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Fünf Kernbegriffe der Verkündigung von Jesus
Fünf Kernbegriffe der Verkündigung von Jesus
Nachdem Johannes der Täufer gefangen gesetzt ist, tritt Jesus öffentlich auf und lehrt die Menschen. Johannes hatte vorausgeblickt und das Kommen von einem Menschen, dem Messias. Dieser Mensch ist erhaben über alle anderen und er wird eine Bevollmächtigung von Gott haben wie kein anderer! Er wird den Heiligen Geist Gottes geben können. Johannes behauptete, dass er selbst nicht würdig sei seine Schuhe auszuziehen, so finden wir es in den Versen zuvor.
Diese zwei Sätze verstehn wir gut als eine Zusammenfassung der Verkündigung von Jesus Christus. Wir hören wichtige Begriffe, welche über die vier Evangelien, aber auch über das ganze neue Testament verteilt erklärt sind:
Die Zeit ist erfüllt
Die Zeit ist erfüllt
Diese Aussage stellt das Kommen von Jesus Christus in Kontinuität mit dem Alten Testament. Jesus steht nicht im Widerspruch mit den Alttestamentlichen Schriften, sondern er steht für die Erfüllung derselben. Trotzdem ist es nicht einfach nur ein weiterer Teil des Alten Testaments. Mit Jesus kommt die Zeitenwende. Es kommt etwas Neues.
Das Reich Gottes
Das Reich Gottes
Das Reich Gottes ist nahe, das sagt Jesus. Dieses ist zentraler Punkt von der Verkündigung der Propheten. Diverse Heilszusagen verkündigen den weltlichen Umbruch, durch den Ansbruch von Gottes Herrschaft. Gott nimmt sich der Welt an. Hier finden wir unüberbietbare Heilsvorstellungen im Alten Testament verbunden mit dem Reich Gottes. Weltumspannende Heilsvorstellungen. Wenn Jesus von der Nähe dieses Reichs sprach, löste das gewaltige Erwartungen aus.
Busse, Glauben, Evanglium
Busse, Glauben, Evanglium
Die nächsten drei Begriffe möchten wir uns näher anschauen: Busse, Glauben, Evangelium.
Was ist neu?
Was ist neu?
Ein Begriff von diesen fünfen ist in totaler Kontinuität zur gesamten Bibel, auch zum Alten Testament. Der Aufruf von Jesus Christus ist in dieser Sicht nichts neues. Es ist dieser Bussaufruf. Tu Busse und glaube! Hier können wir eine rote Linie durch die Bibel ziehen und wir werden von Anfang an bis zum Schluss diesen Aufruf finden. Es ist im biblischen Kontext nichts neues.
Was bedeutet das? Busse
Was bedeutet das? Busse
Dieses Wort Busse bedeutet vom Griechischen her: Ändere deine Gesinnung. Besser ist es aber noch zu verstehen vom hebräischen Hintergrund: Kehre um! Für das Bundesvolk aus dem Alten Testament bedeutete es eine Rückkehr zu Gott. Es bedeutete Rückbesinnung auf den Bundesschluss am Berg Sinai, wo das ganze Volk versprach Gottes Geboten treu zu sein. Wir finden aber auch den Bussaufruf für die ersten Menschen dort meinte es Rückbesinnung auf ihren Schöpfer. Umkehr bedeutete für den Juden beides. Umkehr zum Schöpfer und Umkehr zum Bibeltext.
Busse kann in diesem Sinn auch für uns von unserer Geschöpflichkeit her verstanden werden als eine Rückkehr zu Gott. Wir sind von ihm geschaffen und jetzt wenden wir uns von allem anderen ab und ihm zu. Busse bedeutet auch sicher eine Wandlung meines Sinnes. Im Vertrauen auf meinen Schöpfer, im Vertrauen auf den der mich gemacht hat, wende ich mich seinem guten Willen für mein Leben zu. Ich unterordne mich seinen Geboten.
Die Kontinuität
Die Kontinuität
Wir sehen diesen Ruf zur Umkehr, den Ruf zum Sinneswandel durch die ganze Bibel hindurch. Es ist richtig, wenn wir die ganze Bibel verstehen als einen Ruf zu diesem Sinneswandel. Im Alten Testament wird der erste Umkehraufruf an Adam gerichtet: “Adam wo bist du?” (1 Mose 3,9) Der Schöpfer ruft den ersten Menschen zurück zu sich. Weiter ermahnt Gott den Sohn von Adam, Kain. Er ermahnt ihn, seine schlechten Absichten im Herzen zu verferwen und sich dem Guten zuzuwenden: “Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!” (1 Mose 4,7).
Im letzten Buch der Bibel wird uns erklärt wie die Geschichte dieser Welt zu einem Ende zu läuft und zu einem Neuanfang, zu einer Wiederherstellung. Gott nimmt sich seinen Menschen selbst an und richtet die Herrschaft durch Jesus seinen Sohn auf. Einen Erzählstrang bildet dann aber eine grosse Masse von Menschen, welche sich weigern zu diesem Neuanfang. Sie weigern sich an der Wiederherstellung teilzunehmen. Vier Mal die Aussage: Sie bekehrten sich doch nicht! Sie lassen sich nicht von ihren schlechten Taten wegbringen. Dies im Zusammenhang mit der zunehmenden Intensität vom Gericht von Gott, dass über die gesamte Welt hereinbricht.
Jetzt stehen wir aber an einem anderen Punkt in der Bibel. Jesus Christus tritt öffentlich auf und erneuert diesen Aufruf zum Sinneswandel, den Aufruf zum Richtungswechsel, den Aufruf zur Busse. Er nimmt in dieser Hinsicht den Ball wieder auf, der ihm von seinem Ankündiger Johannes der Täufer zugeworfen wird und entwickelt ihn weiter. Er steht in der Kontinuität zum Aufruf zur Busse von Johannes. Jesus steht aber auch in der Kontinuität zum Bussaufruf des gesamten Alten Testaments. Jesus ist aber auch als Spitze, als Zentrum, des biblischen Bussaufrufs zu verstehen. Der Sohn Gottes ruft zur Umkehr und in seine Nachfolge.
Jesus kommt in seiner Verkündigung mit einer klaren Vorstellung zur Moral und Lebensgestaltung. Besonders finden wir diese Gebote in der Bergpredigt. Dort finden wir die Ausführung vom Bussaufruf. Zu was hin soll ich mich kehren? Zu einem Leben nach den Vorstellungen von Jesus. Umkehr zu einer radikal veränderten Lebensgesaltung. Einer Lebensgestaltung die dem Kommen vom Reich Gottes entspricht.
Glaube und Busse ein Widerspruch?
Glaube und Busse ein Widerspruch?
Jetzt schauen wir einmal den vierten und fünften Begriff an: Glauben an das Evangelium. Das ist die Gute Nachricht. Wir dürfen an ein Evangelium Glauben. Das Evangelium beinhaltet sämtliche Verkündugung von Jesu Wirken für dich. Es beinhaltet aber auch alle Gedanken über ihn selbst. Die Person Jesus Christus ist selbst die Gute Nachricht. Er erklärt nicht den Weg und die Wahrheit und das Leben. Jesus sagt: Ich bin genau das! So ist Jesus selbst in seiner kompletten Person, in seinen Taten, in seinen Reden, im Sterben und Auferstehen die Gute Nachricht für dich.
Ich möchte euch heute gewinnen zu einer grundsätzlichen Haltung bezüglich Glauben und Busse.
1. Wenn wir nur Umkehr, nur Sinnesänderung verkündigen, dann hat das nichts mit dem christlichen Glauben zu tun. Es hat nichts mit dem Auftrag von Jesus zu tun.
2. Wenn wir nur vom Glauben sprechen, aber nicht von der Not der Umkehr sprechen, dann verlieren wir auch die Wahrheit. Auch das hat nichts mit dem Auftrag von Jesus zu tun.
Wenn du diese Frage untersuchst in der Bibel untersuchst: Stimmt das, was Gion hier sagt? So wirst du verschiedene Stellen in der Bibel finden. Orte, wo die Apostel davon sprechen, dass der Glaube dich Rettet und Orte, wo davon gesprochen wird, dass wir umkehren sollen. Das Problem ist das Verständnis von Worten. Für uns sind Glaube und Busse zwei verschiedene Dinge. Im Neuen Testament sind sie auswechselbar verwendet. Manchmal werden sie miteinander verwendet. Wenn wir die Thematik vom Neuen Testament untersuchen, dann merken wir: Glauben und Busse sind zwei Dinge ein und derselben Sache. Wir stellen uns vor, wie wenn wir eine Medaille als Christen erhalten würden. Jeder Christ würde so eine Medaille erhalten. Wenn wir nun diese Medaille untersuchen steht auf der einen Seite Glauben auf der anderen Seite Busse. Durch das, dass für die Apostel diese Begriffe so nahe beieinander stehen, dürfen wir nicht annehmen, dass mit dem einen nicht auch das andere gemeint ist. Wenn zum Bsp. Paulus und Silas nachdem sie durch ein Wunder aus dem Gefängnis schreiten, zu dem Gefängniswärter sprechen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus! (Apg 16,31) Dann sollten wir nicht denken, dass Paulus und Silas nicht auch davon sprachen, dass der Gefängniswärter nun ein neues Leben führen soll. Die Aufforderung zum Glauben, das ist auch eine Aufforderung zur Umkehr. Paulus wird ihm sicher auch erklärt haben, was es bedeutet an Jesus zu glauben. Er wird ihm, wie er das auch in den Briefen macht und an anderen Stellen in der Apostelgeschichte, gesagt haben, dass zum Glauben jetzt auch ein Lebenswandel gehört, der wirklich davon zeugt ich glaube an diesen Jesus.
Busse ohne Glaube ist unbedeutend
Busse ohne Glaube ist unbedeutend
Busse ohne Glauben ist unbedeutend. Im christlichen Glauben steht das Evangelium und das Reich Gottes hier an vorderster Stelle. Wir kehren um und füllen unser Leben neu. Wir kehren um und wenden uns zu. Wir wenden uns von vielem ab und wenden uns etwas neuem zu. Wir kommen zum Glauben an Jesus Christus. Wenn du dich an Menschen wendest und sagst, du solltest dich für jenen christlichen Ansatz entscheiden, du solltest dich gegen Abtreibung einsetzen oder so solltest dich so oder so verhalten. Damit gewinnst du noch keine Menschen für Jesus, vielleicht leistest du höchstens Vorarbeit. Letztendlich ist der christliche Aufruf zur Umkehr immer ein Aufruf zum Kreuz. Wir wenden uns von unserem egoistischen, problematischen Leben ab und wenden uns Jesus zu. Jesus selbst ist die Gute Nachricht. Wir wenden uns dem Menschen zu, der uns restlos geliebt hat. Wir wenden uns dem Jesus zu der uns geliebt hat, als wir noch Sünder waren. Wir wenden uns dem Jesus zu, der uns annimmt als sündige Menschen. Wir wenden uns dem Jesus zu der für unsere Schuld am Kreuz bezahlt hat. Wir wenden uns dem Jesus zu, der von Menschen angespuckt und ans Kreuz genagelt wurde. Er stirbt für Sündige Menschen, im Wissen, dass sie auf seine Liebestat hin tatsächlich umkehren werden. Menschen werden nur dann auf den Aufruf von Jesus hören, wenn sie verstehen, dass er besser ist als alles andere was die Welt bietet. Der Mensch, der mit seinem Blut am Kreuz bezahlt hat und mir alle meine Schuld vergibt. Ich kehre um und werde erfüllt vom Glauben an den Sohn Gottes. Eine christliche Bekehrung ist nichts, was wir aus eigener Kraft tun, sondern etwas von dem wir erfasst werden. Die meisten Christen erzählen von dem göttlichen Charakter ihrer Umkehr. Sie wurde von der unfassbaren Gnade ergriffen, ihnen fiel plötzlich der Groschen. Echte Umkehr wird gewirkt durch das Verständnis von der Vergebung und der Liebe Gottes. Es ist als ob Gott den Schleier hebt, wir ihn sehen und dann werden wir von der Macht seiner Gnade ergriffen. Umkehr ist von Gott gewirkt, aber vom Menschen gefordert.
An vielen Orten in dieser Welt begegnen uns Umkehraufrufe. Menschen sagen uns was wir ändern sollen. In sehr abgeschwächter Weise: Zum Bsp. könnten wir Greta Thunberg als einen Ruf zur Umkehr verstehen: Sei CO2 neutral. Wir verstehen den Islam richtig als eine Religion, die zur Umkehr ruft. Doch all das hat rein gar nichts mit Jesus Christus zu tun. Das ist keine Wertung. Es ist so, dass ein Ruf zur Gesinnungsänderung, der nicht expliziet zum Evanglium ruft nichts mit Jesus zu tun hat. Das hat nichts mit dem Glauben zu tun. Ein Reden von der Busse, ohne die Predigt vom Evangelium ist keine christliche Pedigt. Nein, es muss mit dem Handeln und Reden von Jesus Christus verknüpft sein.
Glaube ohne Busse ist unbedeutend
Glaube ohne Busse ist unbedeutend
Jetzt möchten wir uns im Umkehrschluss mit dem Gegenteil befassen: Was ist mit dem Glauben ohne die Umkehr? Was wenn wir einfach die Worte von Jesus hier: Tue Busse wegnehmen.
Problematik der Zeit
Problematik der Zeit
Gerade heute werben wir mit dem Zuspruch von Jesus Christus. Wir bleiben oft bei dem Punkt stehen: Jesus nimmt dich so an wie du bist. Während Jesus eigentlich sagt: Tue Busse! Wir sprechen von der Liebe von Gott und von seiner Gnade, aber lassen den klaren Ruf zur Umkehr weg. Wo denkst du stehen wir hier in der freikirchlichen Bewegung? Halten wir beides zusammen, Glauben und Umkehr? Wir würden sonst einen Grossteil der Worte von Jesus wegstreichen. Jesus hat zum Glauben gerufen und er hat zur Nachfolge gerufen. Umkehr hat in diesem Sinn wenig damit zu tun, dass ich mich in einerm Lebensbereich verbessere, sondern der Ruf zur Busse bezieht mein ganzes Denken, Handeln mein ganzes Menschsein mitein. Ich wende mich ganz von allem ab, was Gott feindlich gestellt ist wende mich als ganze Person Jesus Christus zu.
Die Gefahr besteht, dass wir Sonntagschristen sind. Es könnte sein, dass wir blosse Namenschristen bleiben. Wir sagen ja zu Jesus, aber muss ich wirklich seinen Worten folgen. Ja Jesus ich möchte dir nachfolgen, also solange ich etwas davon habe. Christsein hat etwas mit Radikalität zu tun. Nicht im negativen Sinne, sondern im Positiven, nähmlich der Radikalität zum Guten hin. Dabei zählt nicht, was die Mehrheit für Gut befindet, sondern wie ich vor Gottes Augen wirklich Gut bin. Echte Umkehr bedeutet, für die Gesellschaft in meiner Lebensgestaltung oft auch ein Aussenseiter zu sein. Das radikal Gute ist für die Gesellschaft dann doch oft eher fremd. Wenn mann von Verzicht spricht oder von lebenslanger Treue. Das Problem würde besteht, dass wir als Gemeinde nicht mehr für das eigentliche stehen. Wir sind mehr eine Wohlfühlgruppe als eine Truppe von Menschen, die zur Nachfolge ermutigen. Menschen die etwas von dieser Herrlichkeit geschmeckt haben und ihrem Meister in Wort und Tat nachfolgen.
Es gibt viele Bibelstellen die uns erklären, dass der Aufruf zur Busse zur christlichen Verkündigung gehört.
und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon!
Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.
Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.
Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen; jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.
Glaube ohne Busse rettet nicht
Glaube ohne Busse rettet nicht
Jetzt möchte ich noch einer sehr klare Bibelstelle zeigen. Das ganze Neue Testament ist klar darin, dass der Glaube sich auch durch eine Umkehr abzeichnet. HIer finden wir den Auspruch von Jakobus:
Du glaubst, daß es nur einen Gott gibt? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es — und zittern! Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, daß der Glaube ohne die Werke tot ist?
Ein Glaube ohne Werke ist tot. Das heisst ein Glaube, der nicht zu einer inneren Änderung führt ist nicht lebendig, er ist tot. Er ist zwar da, aber er müsste wiederbelebt werden. Das ist das unglaubliche, dass die Psyche des Menschen dazu fähig ist etwas zu bejahren, aber die Konsequenz und den Effekt daraus zu verneinen. Mit den Worten den Glauben bejahe, mit dem Leben die Busse verneinen. Jakobus würde sagen, das ist ein Glaube, wie ihn die Dämonen haben.
So kann das Neue Testament uns einheitlich ermahnen: Lass den Glauben und den Ruf zur Busse zusammen. Es sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Dabei kommt es nicht darauf an was zuerst und was danach gebracht wird. Wichtig ist aber, dass wir wenn wir eine christliche, evangelistische Message ausrichten vom einen wie vom anderen sprechen sollten.
Passen Jesu Bussaufruf und das Tolleranzempfinden zusammen?
Passen Jesu Bussaufruf und das Tolleranzempfinden zusammen?
Hier kommen wir natütlich in den Konflikt mit dem Denken der Zeit. Tolleranz ist wichtig, besonders in Glaubensfragen. Wir wissen nicht wie lange unsere Gesellschaft diesen Wert noch hochhält. Jetzt können wir uns eine Frage stellen: Gehört dieser Bussaufruf zur Evangelisation dazu? Wir können uns hier nochmals zurück erinnern an die Predigten von Beat Abry. Er hat beides Zusammengebunden: Ein Ruf zur Umkehr und ein Ruf zum Glauben. Vielleicht mag es dem einen oder anderen so gegangen sein, dass dieser Ruf zu konfrontativ war. Klar sind wir uns das nicht gewohnt. Wir können uns Fragen: Auf welcher Seite rutschen wir heute herunter. Welche Seite der Medaille schauen wir nicht mehr an. Bei über 2000 Jahre Kirchengeschichte können wir sagen auf beiden beiden Seiten kann man herunterrutschen. Es ist fatal von Umkehr zu reden ohne das Evangelium zu verkünden. Es ist aber auch sehr problematisch den Glauben ohne die Umkehr zu predigen.
Im ersten Stadion war das Problem, dass die Leute sagten, ich bin doch bereits Christ. Im zweiten blieben sie Unberührt, weil sie sagten, denke so wie du willst, lass mir mein denken. Im dritten werden sie sagen, also wenn du mir so kommst, musst du mit Konsequenzen rechnen.
Es ist aber auch offensichtlich, dass die Tolleranz auch wieder abnimmt. Besonders, wie man ethisch zu denken hat. Aus einer Gesellschaft die christlich Gedacht hat, wurde eine Gesellschaft bei der jeder denken kann wie er will, wahrscheinlich wird der Druck wieder zunehmen, dass die Masse vorschreibt, wie man zu denken hat.Wir merken egal, wie sich die Gesellschaft entwickelt, dieser Aufruf zur Umkehr er wird nie angenehm sein. Dieser Aufruf wird immer auf wiederstand stossen. Er rüttelt die Menschen aber auch wach.
Was ist die Konsequenz aus diesen Worten von Jesus?
Was ist die Konsequenz aus diesen Worten von Jesus?
Die Konsequenz sollte sein, dass wir die Trends in der freikirchlichen aber auch allgemein christlichen Welt spüren sollten. Was wünsche ich mir persönlich für die Gemeinde? Wünschst du dir eine Gemeinde die auch den Trends der Zeit wiedersteht. Eine Gemeinde die überdauert, wo wir zusammen auf Jesus schauen. Es hat damit zu tun, dass auch du an dem Ort wo du in dieser Gemeinde wirkst. An allen Orten sollten wir den Anspruch und Zuspruch von Jesus beisammen lassen. Die Bibel wirklich als den Ruf aus der Sünde hin zu Jesus, hin zum Glauben verstehen. Nur wenn wir beide Seiten der Medaille zusammenlassen können wir die vielfältigen Umkehraufrufe aus dem Alten Testament erfassen, aber auch den Ruf, der im Neuen Testament erneuert wird.
In der kirchengeschichte gab es die sogenannte konstantinische Wende. Vielleicht kennen einige von euch diesen Begriff. Das römische Reich verfolgte die Christen über die ersten Jahrhunderte blutig. Es gibt mehrere Etappen und etwa alle 30 Jahr erhob sich ein Kaiser und rief in Teilen seines Reiches eine blutige Christenverfolgung aus. Das führte dazu, dass die Christen es mit ihrem Glauben ernst nahmen. Mann wusste: Wenn ich mich diesem Glauben anschliesse, dann kann es gefährlich werden. Wer also Christ war, wusste sehr genau was ihn dieser Glaube kosten wurde. Das führte insgesamt zu einer kompromisslosigkeit im Glauben.
Im Jahr 312 geschah aber eine Wende in der Zeit. Der zukünftige Kaiser Konstantin bekehrt sich zum Christentum, durch ein christliches Zeichen am Himmel und eine Stimme die ihm verspricht: Unter diesem Zeichen wirst du siegen! Er gewinnt auf wunderliche Weise den Kampf vor Rom und der bisherige Kaiser stirbt. Konstantin erlässt bald ein Edikt, welches das Christentum zur erlaubten Religion macht. Einige Zeit später wird es zum privilegierten Glauben. Dann um das Jahr 390 war es plötzlich der einzig erlaubte Glauben. Von 15% Christen im römischen Reich wuchs das Christentum rasant und weitete sich auf das ganze Volk aus. 100 Jahre später zerfiel das römische Reich. Eine Problematik was der moralische Zerfall des römischen Reiches. Obwohl das Christentum äusserlich gesiegt hatte zerfiel es innerlich.
Das Problem: Die Kirche wurde verweltlicht. Bald schon, war in der ganzen Christlichen Kirche die Moral auf einem Tiefpunkt. Reichtum, sexuelle unmoral, bezeichneten die Christen. Der Bussaufruf wurde nicht mehr an die Menschen gerichtet. So kam es, dass zum Bsp. der berühmte Prediger Chrysotomos aus Konstantinopel aus seiner Kirche verbannt wurde, weil er die Unmoral der Regierung anklagte. Man führte ihn als alten Mann auf einen Marsch bei dem er schliesslich zu Tode erschöpft zusammenbrach.
Warum erzähle ich euch diese Ereignisse? Wenn in einer Kirche der Aufruf zur Umkehr vom Glauben abgekoppelt wird, dann bewegen wir uns zu auf eine Tendenz von moralischer Zerrüttung. Beides muss zusammengehalten werden. In diesem römischen Reich gab es plötzlich viele gute Gründe sich einer Kirche anzuschliessen. Zuerst wurde man privilegiert, dann war es schlichtweg normal. Es war also nicht so, dass Menschen von ihrem alten Leben umkehrten. Es war nicht so, dass der einzige Grund Jesus war. Jesus ist der Grund warum wir uns treffen. Wir wollen ihm kompromisslos Nachfolgen. Es gibt viele gute Gründe, warum ich die Gemeinde geniesse: Die Gemeinschaft, Hilfe und Unterstützung, Freunde, Familienangehörige, Perspektive, solche Dinge sollen in der Gemeinde da sein. Das ist aber nicht der letzte Grund und das Fundament. Der grösste Grund ist unsere eine Gemeinsamkeit: Jesus Christus. Ihm wollen wir folgen. Er ist unser Ziel, unsere Passion, unsere Berufung. Unser ein und alles, der eine Grund warum wir uns treffen.
