Advent - die erste Kerze brennt
1. Adventsonntag C • Sermon • Submitted
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Transcript
Wir feiern Advent. Eine schöne Zeit liegt vor uns, reich an Gerüchen und Liedern. Adventmärktle laden ein.
Viele von uns freuen sich auf den Glühwein, auf die kleine Verabredung am Abend, auf die Stimmung in der kleinen Lichterstadt in der Nacht.
Dass heute auch ein neues Kirchenjahr beginnt, könnte fast untergehen.
Die Adventslieder singen von einer großen Hoffnung. Sie sind besinnlich, aber auch kämpferisch, sie erzählen von den Erfahrungen der Nacht, aber auch von dem anbrechenden Morgen, genauso wie die Lesungen.
Von der Hoffnung weiß aus der Prophet Jeremia viel zu berichten, so viel, dass er den Mund mehr als nur voll nimmt. Sein Mund läuft förmlich über.
Haben wir es noch im Ohr? „Es kommt eine Zeit in der der Herr unser Gott das Gute das er Israel und Juda verkündet hat wahr machen. Er wird David einen Nachkommen geben, der als gerecht bezeichnet wird und er wird im ganzen Land Recht und Gerechtigkeit durchsetzen. In diesen tagen soll Juda gerettet werden.Aufbruch liegt in der Luft! Es ist, als ob die Welt in Bewegung gerät. Endlich.
So vieles liegt im Argen, ist verbraucht, will nicht mehr auf die Beine.
Klein gemachte Menschen, unterdrückte Völker, aufgehetzte Stimmungen.
Was Jeremia sieht, gleicht einem Traum aus dem Himmel: Gott spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht.
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen.
Die Krönung: Menschen üben nicht mehr für den Krieg – sie üben für den Frieden.
Der größte Feind dieser Hoffnung scheint aber die Müdigkeit zu sein oder der Schlaf.
Wir Menschen, auch wir Christen, werden müde.
Im Evangelium wird aber auch müden Menschen eine neue Hoffnung geschenkt.
Uns wird zugesagt, dass der Herr kommt.
Er hat das letzte Wort.
So, wie er auch das erste hatte.
„Es werde Licht“ – und: siehe, es ward Licht.
Heute haben wir die erste Kerze angezündet.
Eine schöne Zeit liegt vor uns mit vielen kleinen und großen Hoffnungsgeschichten, mit Leckereien für die Seele und mit dem Geschmack des Lebens auf der Zunge.
Diese Geschichten fallen uns nicht immer gleich ein, manchmal verstecken sie sich auch hinter angeschlagenen Gesichtern, aber wir sollten sie erzählen, ihnen eine Gelegenheit geben, anderen Mut zu machen.
Jede, jeder von uns hat solche Geschichten!
Dann freut sich auch Jesaja und sagt: Kommt, wir ziehen hinauf!
Dann freut sich Jesus und sagt: Ihr! erwartet mich!
Und wir freuen uns auch darauf, denn für eine neue Geschichte sind wir nicht zu alt.
Es ist der erste Advent. Ein bescheidener Anfang.
Eine zweite, dritte, vierte Kerze wird sich dazu gesellen.
Das Licht wächst. Und bald schon können wir von einem Kind singen, dass uns vom großen Gott geschenkt worden ist und uns das Heil bringt.
Dafür möchten wir ihm ganz besonders danken. AMEN.
