Predigt (unbenannt)

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Notes
Transcript

Ich will euch mit einer Frau bekannt machen. Einer Außenseiterin, einer Gemiedenen. Eine Frau, die nur ihrer täglichen Arbeit nachgehen wollte, um ihren Durst zu stillen. Die dann aber mit der Realität eines viel tieferliegenden Durstes konfrontiert wurde.
Jesus zu folgen verändert dich nicht zu etwas anderem, es offenbart, wer du von Anfang an gewesen bist. Es offenbart, wie es wäre, das “DU” zu sehen, das Gott sieht...
Dieser Satz war so auf Twitter zu lesen, formuliert von einem amerikansichen Pastor, ein sogenannter “Promi-Pastor”. Wenn dieser Satz wahr ist, sind das schlechte Neuigkeiten für all die Personen, dei wir uns bisher angeschaut haben, aber auch für die Person, die wir uns heute anschauen und der Jesus begegnet ist. Eigentlich beweist sie das genaue Gegenteil dessen, was dieser Pastor hier ausgedrückt hat.
Ich lese mit uns die ersten Verse der Begegnung, die wir uns heute anschauen wollen. Kurz zuvor hören, wir, dass die Pharisäer nicht darüber erfreut sind, dass Jesus mehr Menschen zu Jüngern machte und taufte als Johannes.

3 Als Jesus das erfuhr,

verließ er Judäa

und kehrte wieder nach Galiläa zurück.

Jesus spricht am Jakobsbrunnen mit einer Frau: Das Wasser des Lebens

4 Dabei musste er Samarien durchqueren.

5 Unterwegs kam er nach Sychar,

einem Ort in Samarien.

In seiner Nähe liegt das Grundstück,

das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte.

6 Dort befand sich der Jakobsbrunnen.

Jesus war müde von dem langen Weg

und setzte sich an den Brunnen.

Es war um die sechste Stunde.

7 Da kam eine Samariterin,

um Wasser zu schöpfen.

Jesus bat sie:

»Gib mir etwas zu trinken.«

8 Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen,

um etwas zu essen zu kaufen.

9 Die Samariterin sagte zu ihm:

»Du bist ein Jude

und ich bin eine Samariterin.

Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten?«

– Denn die Juden vermeiden

jeden Umgang mit Samaritern. –

In diesen ersten Versen wird der Rahmen der Erzählung abgesteckt und hier finden wir schon einige wichtige Informationen.
Ein Aspekt ist die Route, die Jesus wählt. Er war sich bewusst, wen er treffen würde, wenn er die Route wählt durch Samarien auf dem Weg nach Galiläa wählt. Samarien war ein Ort, an dem sich Juden nicht gerne aufhielten, sodass sie gerne einen weiten Umweg auf sich nahmen, um nicht dort durch zu müssen.
Wir erfahren von Jesus, der von der Reise müde wurde (auch ein interessanter Aspekt wie ich finde) und um die Mittagszeit in ballernder Hitze eine Samariterin am Brunnen trifft. Die Tatsache, dass dort eine Frau um die Mittagszeit Wasser holen geht, verrät uns auch einiges über den Status der Frau. Sie muss eine krasse Außenseiterin sein, um es zu vermeiden, zur vernünftigen Zeit Wasser holen zu gehen, zu der es noch angenehm kühl ist und das Schleppen nicht extra anstrengend. Sie hat diese Anstrengungen auf sich genommen, nur um den anderen Frauen aus dem Weg zu gehen, auf die sie treffen würde. Lieber Schweiß auf der Stirn als Blicke im Nacken.
Jesus startet ein Gespräch mit ihr. Und wir denken vielleicht, das ist nichts besonderes, natürlich hält er ein bisschen Smalltalk. Aber hier müssen wir uns in die Situation von damals reindenken. Jesus bricht hier Tabus. Auch die Frau muss erstaunt gewesen sein, dass Jesus mit ihr redet. Johannes als Autor fügt hier hinzu, dass die Juden den Umgang mit Samaritern meiden. Juden und Samariter haben sich bis auf die Knochen gehasst. Schon ein Tabu, das Jesus bricht. Indem er mit ihr spricht, bricht er ein weiteres Tabu. Denn es galt damals als höchst unanständig für einen Juden, einfach mit einer fremden Frau zu sprechen.
So viel dazu. Dass Jesus nach etwas zu trinken fragt, kommt nicht von irgendwo her. Ich lese mal die weiteren Verse vor.

10 Jesus antwortete:

»Wenn du wüsstest,

was für ein Geschenk Gott den Menschen macht und wer dich hier bittet:

›Gib mir etwas zu trinken‹! –

Dann würdest du ihn bitten,

und er würde dir lebendiges Wasser geben!«

11 Da sagte die Frau zu ihm:

»Herr, du hast nicht einmal einen Eimer

und der Brunnen ist tief.

Woher willst du das Quellwasser nehmen?

12 Bist du etwa bedeutender als unser Stammvater Jakob?

Er hat uns diesen Brunnen hinterlassen.

Er selbst hat daraus getrunken,

ebenso seine Söhne und sein Vieh.«

13 Darauf antwortete Jesus ihr:

»Wer von diesem Wasser hier trinkt,

bekommt wieder Durst.

14 Aber wer von dem Wasser trinkt,

das ich ihm gebe,

wird nie wieder Durst haben.

Denn das Wasser,

das ich ihm gebe,

wird in ihm zu einer Quelle:

Ihr Wasser fließt und fließt

– bis ins ewige Leben.«

15 Da bat ihn die Frau:

»Herr, gib mir dieses Wasser.

Dann habe ich nie mehr Durst

und muss nicht mehr herkommen,

um Wasser zu schöpfen.«

16 Jesus sagte zu ihr:

»Geh,

ruf deinen Mann

und bring ihn her!«

17 Da antwortete ihm die Frau:

»Ich habe keinen Mann.«

Jesus sagte zu ihr:

»Es stimmt, wenn du sagst:

›Ich habe keinen Mann.‹

18 Fünfmal warst du schon verheiratet,

und der, mit dem du jetzt zusammen bist,

ist nicht dein Mann.

Da hast du die Wahrheit gesagt.«

19 Da sagte die Frau:

»Herr, ich sehe:

Du bist ein Prophet!

20 Unsere Vorfahren haben Gott

auf dem Berg dort verehrt.

Aber ihr behauptet,

dass sich in Jerusalem der richtige Ort befindet,

um Gott zu verehren!«

21 Da sagte Jesus:

»Glaub mir, Frau:

Es kommt die Stunde,

in der ihr den Vater

weder auf diesem Berg

noch in Jerusalem verehren werdet.

22 Ihr Samariter betet Gott an

und kennt ihn nicht.

Wir beten Gott an

und kennen ihn.

Denn die Rettung für alle Menschen

kommt aus dem jüdischen Volk.

23 Aber es kommt die Stunde,

ja, sie ist schon da!

Dann werden die Menschen,

die Gott wirklich verehren,

den Vater anbeten.

Dabei werden sie vom Heiligen Geist

und von Gottes Wahrheit erfüllt sein.

Denn der Vater sucht Menschen,

die ihn so anbeten.

24 Gott selbst ist Geist.

Und wer ihn anbetet,

muss dazu vom Geist

und von der Wahrheit erfüllt sein.«

25 Da sagte die Frau zu ihm:

»Ich weiß,

dass der Messias kommt.

Man nennt ihn auch Christus.

Wenn der kommt,

wird er uns über all das

Auskunft geben.«

26 Jesus antwortete:

»Ich bin es.

Ich, der mit dir spricht.«

Ich habe drei Fragen mitgebracht, die sich an diesen Text anlehnen. Dabei geht es um das Geschenk oder die Gabe Gottes aus Vers 10.
Wir lesen in Johannes 4,10:

10 Jesus antwortete:

»Wenn du wüsstest,

was für ein Geschenk Gott den Menschen macht und wer dich hier bittet:

›Gib mir etwas zu trinken‹! –

Dann würdest du ihn bitten,

und er würde dir lebendiges Wasser geben!«

Jesus sagt der Frau, dass Gott ihr ein Geschenk macht. Ein Geschenk, was mit Jesus zur Wiklichkeit wird. Wenn Jesus von dem Geschenk spricht, ist er selbst damit gemeint. Lebendiges Wasser ist das Geschenk des ewigen Lebens und des Heiligen Geistes. Jesus bietet ihr dieses lebendige, sprudelnde Wasser an. Er betont es mehrmals in dem Text, dass er es ist, der dieses Wasser gibt.
Jeder kann doch dieses Bild des lebendigen Wassers nachvollziehen und sich da hineinversetzen. Es gibt keinen Muskel, kein Organ, keine Zelle in deinem Körper die nicht zu einem Teil aus Wasser besteht. Wasser ist unverzichtbar für unsere Existenz. Wir müssen hydriert bleiben.
Die erste der drei Fragen, die ich mitgebracht habe, ist:

Wer braucht dieses Geschenk?

Ganz ehrlich, wenn wir die Story der Frau kennen, ist uns ganz klar: Die braucht dieses Geschenk. Die braucht Jesus ganz deutlich, denn irgendwie sind Dinge in ihrem Leben wohl schief gelaufen. Mit fünf unterschiedlichen Männer verheiratet gewesen zu sein, ist selbst in unserer Kultur nicht gerade ein Zeichen von Erfolg. Selbst heute hätte so eine Frau nicht gerade ein hohes Standing. Und in der Kultur zur Zeit von Jesus war das nochmal viel stärker als ein No-Go angesehen. Du wurdest verachtet und gemieden. Du warst das Gespött der Stadt.
Klar, die braucht Jesus. Sie hatte offensichtlich einen Durst, den sie versucht hat, in Beziehungen/ehe zu stillen. Deswegen fragt Jesus nach Wasser, um auf dieses Thema zu lenken. Was ist der Unterschied des lebendigen Wassers?
Wasser ist überlebenswichtig. Lebendiges Wasser meint ein Überfließendes Wasser. Quellwasser, das nicht aufhört. Das ist das Wasser, das wir brauchen. Stattdessen trinken, wenn Durst. Immer wieder irgendwo hin, um Wasser zu schöpfen. Und zu trinken. Aber es lässt leer.
Ich glaube aber, wir verspüren so einen Durst. Einen Durst nach mehr, nach etwas, das hält. Wasser ist unverzichtbar für uns. Das Wasser, das wir trinken, hält uns für eine kurze Zeit hydriert, aber dann bekommen wir auch schon wieder Durst. Ich glaube, Gott hat uns eine Sehsnucht nach etwas gegeben, was bleibt. In vielen Lebensgeschichten hört man davon, dass Menschen eine Leere in sich verspürt haben.
Viele von euch sind damit aufgewachsen, von Gott gehört zu haben und kennen es gar nicht anders, als an Gott zu glauben. Vielleicht habt ihr schon einmal eine feste Entscheidung für euch getroffen, Gott nachzufolgen, aber vielleicht auch nicht. Ich hatte manchmal damit zu kämpfen, nicht so richtig zu wissen, ob ich wirklich eine Entscheidung für Gott getroffen habe, weil es mich immer begleitet hat. Woran ich mich sehr gut erinnern kann, ist der Moment, an dem ich zum ersten mal richtig gecheckt habe, dass ich versucht habe, meinen Durst an der falschen Stelle zu löschen. Ich wusste irgendwie, da läuft was nicht gut in meinem Leben, aber ich habe das lange lieber für mich behalten. Da war also auf jeden Fall ein Durst, dne ich noch nicht zu Jesus abgegeben habe, um stattdessen das lebendige Wasser für mich anzunehmen.
Vielleicht merkst du auch, dass da Bereiche in deinem Leben sind, in denen du dich mit anderen DIngen füllst, die dich aber am Ende nicht wirklich zufriedenstellen. Die Antwort auf die Frage, wer dieses Geschenk braucht, ist also nicht der Fingerzeig auf “die da”. Die Antwort lautet: Jeder. Das wird bei der nächsten Frage noch deutlicher.

Wer ist würdig?

Wer ist es würdig, in Jesus das Geschenk des ewigen Lebens zu bekommen?Ich hab eine kurze und entmutigende Antwort auf die Frage: Keiner. Und doch wohl erst recht nicht diese Frau. Aber gerade sie ist es, der Jesus das Angebot des lebendigen Wassers macht und der er sich als erstes als Messias, der Retter offenbart. Was berechtigt sie dazu, dieses Geschenk angeboten zu bekommen? Und eigentlich steckt es im Wort drin: Geschenk oder Gabe. Jesus begegnet einer Frau, die einen Durst in ihrem Leben hat, den sie nicht gestillt bekommen hat. Es hat sie viel mehr in eine Abseitsposition gestellt.
Und das Gespräch zwischen Jesus und der Frau nimmt einen interessanten Verlauf. Es scheint, als ob sie aneinander vorbeireden, weil Jesus auf einer anderen Ebene redet. Als die Frau ihn um dieses lebendige Wasser bittet, ohne ne Ahnung zu haben, was das ist, begegnet ihr Jesus erst einmal mit dem grundsätzlichen Problem, das sie vom lebendigen Wasser abhält.
Die Antwort auf die Frage “Wer ist würdig?” lautet “Keiner”. Aber wie gesagt, es geht um ein Geschenk, etwas, dass du dir nicht erarbeiten kannst.
Paulus:

Wenn sich also irgendjemand

auf seine irdischen Vorzüge berufen will –

ich hätte jedenfalls noch viel mehr Grund dazu.

5 Ich wurde am achten Tag beschnitten.

Ich gehöre zum Volk Israel,

zum Stamm Benjamin.

Ich bin ein Hebräer

und stamme von Hebräern ab.

In Bezug auf das Gesetz

war ich ein Pharisäer.

6 Über meinen Einsatz lässt sich sagen:

Ich verfolgte die Gemeinde.

Und was meine Treue gegenüber dem Gesetz betrifft:

Daran gab es nichts auszusetzen.

7 Aber alles,

was mir damals als Vorteil erschien,

betrachte ich jetzt als Nachteil –

und zwar im Hinblick auf Christus.

8 Ja wirklich:

Ich betrachte es ausnahmslos als Nachteil.

Dahinter steht die überwältigende Erkenntnis,

dass Jesus Christus mein Herr ist!

Verglichen mit ihm ist alles andere wertlos geworden,

ja, in meinen Augen ist es nichts als Dreck!

Das Einzige, was zählt, ist:

Christus zu gewinnen

9 und zu ihm zu gehören.

Denn ich gelte nicht als gerecht,

weil ich das Gesetz befolge,

sondern weil ich an Christus glaube.

Das ist die Gerechtigkeit,

die von Gott kommt

und deren Grundlage der Glaube ist.

3 Fragen:
Wer braucht dieses Geschenk?
Jesus is essential
Wer ist des Geschenkes würdig?
Wer darf das Geschenk teilen?
To share a meal is to share a life
Lebendiges Wasser wurde als Quellwasser verstanden
Lebendiges Wasser charakterisiert die lebensspendende Kraft Gottes und die Gegenwart des Heiligen Geistes
Geistliche Ebene vs Irdische Ebene… reden aneinander vorbei
Bevor die Frau lebendiges Wasser bekommen konnte, musste sie sich erst mit ihrem moralischen Zsutand auseinandersetzen
Jesus konfrontierte sie nicht nur mit dem, wer sie ist, sondern damit, wer er ist
Jesus begegnete ihr mot dem grundsätzlichen Problem, das sie vom lebendigen Wasser abhielt
Die Jünger dachten sicher, sie sei nicht würdig
Mit Frau zu sprechen, war nach jüdischem Verständnis ein No-Go
Samaritaner beteten auch andere Götter an. Juden wollten nichts mit Samaritanern zu tun haben.
Vielleicht sind da Leute in deinem Leben, von denen du denkst, sie verdienen nicht Gottes Liebe. Vielleicht denkst du das sogar von dir selbst? Nicht, weil wir alle unwürdig sind, sondern weil sie anders sind als du. Keiner ist würdig, aber das Geschenk gilt jedem!
Erste Person, der sich Jesus öffentlich so zeigt. Sein Programm “Get used to different”
Jesus wechselt das Thema (?): Joh 4,18
Johannes 4,18 ELB
denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; hierin hast du wahr geredet.
Lass uns darüber reden, wozu du bisher gegriffen hast, um den Durst deiner Seele zu löschen versuchen
Du willst mich? Ich will alles von dir! Ich will das haben, dem du nachjagst, das du nicht loslässt.
Verstopftes Rohr, dass uns daran hindert, dass das lebendige Wasser durch uns fließt. Jeder hat etwas, dass diese Leitung verstopft (Phil 3,4)
Jesus wechselt nicht das Thema, sie wechselt das Thema (Joh 4,20)
Jeremia 2,13 ELB
Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die das Wasser nicht halten.
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