Christus ist das Leben

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Das Ziel meiner Predigt ist es, den Zuhörern Christus als Ziel des Lebens, Grundlage der eigenen Entscheidungen und Motivation für ihr Handeln groß zu machen, damit sie für ihre eigenen Entscheidungen ermutigt werden, sich auf Christus als Lebensmittelpunkt fokussieren, sodass sie in der Freude im Glauben ermutigt und bestärkt werden.

Notes
Transcript

Einleitung

Als ich vor vielen Jahren an einer Coaching-Ausbildung teilgenommen habe, wurde uns Teilnehmern die Frage gestellt:
„Was ist Dir für Dein Leben, für Deine Lebensführung wichtig?
Was ist Deine Mitte, um die alles andere sich anordnet?
Was sind Deine Prioritäten, die Deine Lebensgestaltung bestimmen?“
Die Antwort vieler lautete häufig z.B. „meine Arbeit, meine Kunden, meine Familie, mein Partner, meine Gesundheit, mein Hobby“. Obwohl ich da schon viele Jahre Christ war sah meine Antwort nicht viel anders aus. Ich wollte mir mit den Methoden ein zweites Standbein aufbauen, damit ich finanzielle Sicherheit haben konnte.
Wie hätte Deine Antwort auf die Frage: “Was ist Dir für Dein Leben wichtig” ausgesehen?” Wie hättest Du geantwortet?
Jetzt stelle Dir vor, dass der Apostel Paulus neben Dir in dieser Ausbildung gesessen hätte. Wäre Deine Antwort die gleiche gewesen? Und was würde er auf diese Frage antworten? Die Antwort gibt er sehr klar und deutlich in unserem heutigen Predigttext aus dem ersten Kapitel des Philipperbriefs.
Philipper 1,21–26 SLT
21 Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn. 22 Wenn aber das Leben im Fleisch mir Gelegenheit gibt zu fruchtbarer Wirksamkeit, so weiß ich nicht, was ich wählen soll. 23 Denn ich werde von beidem bedrängt: Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; 24 aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen. 25 Und weil ich davon überzeugt bin, so weiß ich, daß ich bleiben und bei euch allen sein werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, 26 damit ihr um so mehr zu rühmen habt in Christus Jesus um meinetwillen, weil ich wieder zu euch komme.
Das Thema dieser Predigt hat Paulus ja quasi schon vorgegeben: Es lautet Christus ist das Leben. Das wäre auch seine Antwort in diesem Seminar gewesen. Christus ist das Leben.
Und ich möchte mit uns heute drei Folgen dieser Aussage, dass Christus das Leben ist, ansehen:
Christus ist das Ziel meines Lebens (Das finden wir in Vers 21)
Christus ist die Grundlage meiner Entscheidungen (die Verse 22-24)
Christus ist die Motivation meines Handelns (Verse 25 und 26)
3 Folgen davon, dass Christus das Leben ist.
Steigen wir ein mit der ersten Folge, dass Christus das Leben ist:

Christus ist das Ziel meines Lebens

Unser gesamter Text ist durchtränkt von einem Wort: Christus. Paulus hatte das in den vorherigen Versen schon deutlich gemacht:
Schaut mal in Vers Phil1,18 “Was tut es? Jedenfalls wird auf alle Weise, sei es zum Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich, ja, ich werde mich auch weiterhin freuen!” in Vers 19 wird sogar der Heilige Geist als Geist Jesu Christi bezeichnet. Phil1,19Denn ich weiß, daß mir dies zur Rettung ausschlagen wird durch eure Fürbitte und den Beistand des Geistes Jesu Christi,” Vers 20: Christus soll hochgepriesen werden, Und in unserem Text 3 x Christus ist das Leben, Vers 23: Paulus verlangt es danach bei Christus zu sein und in Vers 26 das Rühmen in Christus. In Philipper 2 schreibt Paulus dann diesen wunderbaren Hymnus auf Jesus Christus. Der ganze Text ist durchträngt von Christus. Wir sehen, Christus ist die absolute Priorität im Leben von Paulus. Er sieht in Christus das Ziel, auf das er hinlebt. An Christus macht sich der Sinn des Lebens fest. Und dieses Leben umfasst ja mehr, als unser irdisches Dasein hier auf der Welt.
Paulus schreibt dann weiter Sterben ist mein Gewinn. Jedes Mal, wenn ich diese Stelle lese, erinnere ich mich an die letzten Lebensjahre meiner Mutter. Sie hatte diesen Teilvers bei sich auf dem Nachttisch stehen, Sie war müde vom Leben geworden und ich wünschte, ich hätte damals schon erkannt, dass der entscheidene Teil am Anfang des Verses steht. Leider kann ich sie nicht mehr fragen, ob sie den Teil für sich auch so angenommen hat. Ich wünsche es ihr so sehr.
In der griechischen Vorstellungswelt damals wurde der Tod als Gewinn verstanden, weil er aus dem negativ erfahrenen und von Mühen und Leiden geprägten Leben befreit. Sokrates bezeichnet z.B. den Tod als Gewinn, weil er wie eine traumlose Nacht sei.
Im Gegensatz zu diesen Lebens- und Todesbewertungen bewertet Paulus das Leben nicht negativ. Für Paulus gilt: Weil das Leben im umfassenden Sinn Christus ist, ist Sterben Gewinn, denn der Christ gehört in jedem Fall dem Herrn (Röm 14,8). Röm14,8 “Denn leben wir, so leben wir dem Herrn, und sterben wir, so sterben wir dem Herrn; ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn.”
Mit Jesu Gegenwart ist das Leben da. Darum kann auch kein Mensch Paulus dieses Leben nehmen, und seine drohende Hinrichtung macht ihn nicht tot; denn dann trennt ihn nichts mehr von Christus. Deshalb bringt ihm das Sterben im Gegenteil einen Gewinn, weil es die Trennung aufhebt, die jetzt noch zwischen ihm und Christus vorhanden ist.
Wenn wir nicht sagen, „Christus ist das Ziel mein es Leben“, sondern „viel Geld verdienen ist das Ziel meines Leben“ – dann ist Sterben was? Dann ist Sterben nicht mein Gewinn, sondern mein Verlust, denn ich verliere das Geld bei meinem Tod. Oder wenn ich sage, „schöne Reisen sind Ziel meines Leben“, dann ist Sterben ebenfalls mein Verlust. Genauso ist es mit „Erfolg im Beruf ist Ziel meines Lebens“, „mein Ehepartner oder meine Kinder sind mein Leben“. Sterben wird nur dann zum Gewinn, wenn du sagst, „Christus ist mein Leben“. Denn zu Ihm gehörst du schon hier auf der Erde und zu Ihm wirst du gleichermaßen im Himmel gehören. Ihn kannst du nicht verlieren!
Manche sagen nun, „Christus und ein bisschen Geld sind mein Leben“, „Christus und schöne Reisen“, „Christus und mein Beruf“ oder „Christus und mein schöner Körper“! Was ist dann Sterben? Dann ist es beides, nämlich sowohl Gewinn als auch Verlust. Aber wenn Jesus ganz allein dein Leben ist, dann ist Sterben überhaupt kein Verlust. Wer durch den Tod keinen Verlust erleiden will, sondern ausschließlich Gewinn aus seinem Sterben ziehen will, der lasse allein Christus Ziel seines Lebens sein!
Paulus greift den Gedanken des Gewinns in Kapitel 3, 7-8 noch mal auf, wo er sagt:
Philipper 3,7–8 (ELB CSV)
7 Aber was irgend mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust geachtet; 8 ja wahrlich, ich achte auch alles für Verlust wegen der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck achte, damit ich Christus gewinne.
Worauf lebst Du hin? Ist Christus das Ziel Deines Lebens? Wenn er es noch nicht ist, dann lade ich Dich heute ein: Setz Deine Priorität auf Christus. Mach Schluss mit Christus + als Ziel Deines Lebens. Von dem Plus bleibt im Sterben nichts übrig.
Nachdem wir gesehen haben, dass Jesus das Ziel unseres Lebens ist, möchte ich mit uns eine zweite Folge der wunderbaren Wahrheit, dass Christus das Leben ist, ansehen, Christus ist die Grundlage meiner Entscheidungen.

Christus ist die Grundlage meiner Entscheidungen

Philipper 1,22–24 SLT
Wenn aber das Leben im Fleisch mir Gelegenheit gibt zu fruchtbarer Wirksamkeit, so weiß ich nicht, was ich wählen soll. Denn ich werde von beidem bedrängt: Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen.
Paulus spricht hier von Leben in einem anderen Sinn, als in V. 21. Leben im Fleisch meint das irdische Leben, für Paulus in seiner Situation das Weiterleben in der Haft. Paulus erwartet, dass dieses Leben hier auf der Erde für ihn fruchtsame Wirksamkeit bedeutet, er kann noch für Christus wirken. Damit gibt Paulus eine positive ja eine erwartungsvolle Sicht auf das Leben hier. Paulus hätte sicherlich manche Gründe gehabt, sich über die Schwierigkeiten der Haft und die Mühen des Lebens und seines Dienstes zu beklagen. Dies klingt aber nicht einmal ansatzweise danach. Paulus sieht sein Leben ausgerichtet auf die fruchtbare Wirksamkeit.
Paulus fragt dann weiter, was soll ich wählen? Es war für ihn eine echte Frage und eine schwere Entscheidung: Sollte er zu seinem geliebten Herrn heimgehen oder auf der Erde in seinem Dienst bleiben, den er auch sehr liebte? Er wusste nicht, was er erwählen würde. Er fühlt sich von beidem bedrängt. Es ist eine schwierige Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten.
Die erste besteht darin, in den Himmel heimzugehen, und die zweite darin, als Apostel Jesu Christi auf Erden zu bleiben.
Er sehnte sich sehr danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser. Keine Gefangenschaft, keine Schläge mehr, keine Schlangenbisse, kein Schiffbruch, keine Tränen, kein Leid. Wenn er nur seine eigenen Interessen im Auge gehabt hätte, dann wäre diese Möglichkeit zweifellos seine Wahl gewesen. Aber Paulus gibt hier schon die Richtung vor, die wir in Phil2,3 lesen: “3 Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.”
Paulus fragt nicht: Was ist gut für mich, sondern er fragt: Was ist gut für Christus? Was ist gut für die Philipper?
Er denkt nicht an seine eigene Bequemlichkeit oder sein Wohlergehen, sondern an das, was dem Anliegen Christi und dem Wohlergehen des Volkes Gottes am meisten dient. Paulus stellt seine Entscheidungen auf die Grundlage Jesu Christi. Wie kann ich Christus am Besten dienen?
In genau dieser Spannung sollten auch wir stehen. Unsere Frage sollte nicht lauten: Bei Christus sein oder noch Karriere, bei Christus sein oder noch Geld, bei Christus sein oder noch Urlaub, bei Christus sein oder die Welt. Paulus hatte in beiden Fällen nur ein einziges Ziel, und das war Christus. Wie kann ich Christus am besten dienen? Achte ich bei der Wahl des Partner/ der Partnerin darauf, was ist das Beste für Christus? Nehme ich den Job an, der mir mehr Geld und Ansehen bringt, aber durch den ich noch weniger Zeit für meine stille Zeit habe und den Dienst in der Gemeinde nicht mehr tun kann? Treffe ich vielleicht sogar meine Entscheidung, Impfung ja oder nein auf der Basis: Was ist gut für Christus?
Christus ist das Leben. Wir haben und als erste Folge angesehen, was es bedeutet, dass er das Ziel meines Lebens ist, wir haben uns die zweite Folge angeschaut: Christus ist die Grundlage meiner Entscheidungen. Jetzt wollen wir noch einen Blick auf die dritte Folge werfen: Christus ist die Motivation meines Handelns.

Christus ist die Motivation meines Handelns

In den Versen 25 und 26 schreibt Paulus: Phil1,25-26 “25 Und weil ich davon überzeugt bin, so weiß ich, daß ich bleiben und bei euch allen sein werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, 26 damit ihr um so mehr zu rühmen habt in Christus Jesus um meinetwillen, weil ich wieder zu euch komme.”
Paulus ist davon überzeugt, dass sein Dienst noch nicht zu Ende ist. Es geht darum, dass er auf Erden noch zur Unterweisung, Tröstung und Ermutigung der Gemeinden gebraucht wird. Es ist einfach notwendig, dass er noch bleibt. In diesem Vertrauen wusste Paulus, dass er zu diesem Zeitpunkt noch nicht getötet werden würde. Es ist für ihn die logische Konsequenz aus dem Gebrauchtwerden. Es kann aber genauso gut sein, dass er in so enger Gemeinschaft mit Gott lebte, dass der Heilige Geist ihm dieses Wissen übermitteln konnte. Woher genau er diese Zuversicht nahm, darüber schweigt der Text.
Wie auch immer zu seiner Überzeugung kam: Indem er nicht abscheidet und zu Christus gehen wird, bleibt Paulus imstande, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
die Philipper geistlich zu fördern: Das greift die Förderung des Evangeliums aus Vers 12 noch einmal auf. In den nachfolgenden Briefabschnitten entfaltet Paulus verschiedene Aspekte, wie der Fortschritt des Glaubens aussehen kann und soll. Es geht um die Einmütigkeit, um Demut, die wir im Vorbild Christi sehen oder auch die Orientierung an den Bedürfnissen anderer.
ihre geistliche »Freude« im Glauben zu vermehren, die sie durch ihr Vertrauen auf den Herrn gewonnen hatten. Glaube muss zur Freude führen, denn Glaube ist die Grundlage die Beziehung zu Christus, dem Herrn der Welt und des eigenen Lebens.
Und Paulus zeigt den Philippern auch das Ziel:
Wenn ich komme und Euch geistlich weiter fördere und Eure Freude im Glauben an Jesus Christus stärke, dann tue ich dass, DAMIT ihr Christus rühmt. Stellt es Euch vor: Paulus kommt in die Gemeinde und sie umarmen und küssen ihn und sie loben den Herrn mit großer Freude. Vielleicht würden sie sagen: »Nun Paulus, wir haben für dich gebetet, aber wir haben nie erwartet, dich hier wiederzusehen. Doch nun wollen wir den Herrn loben, dass er dich uns noch einmal geschenkt hat!«
Ich habe mich gefragt, wie sieht die Motivation meines Handelns aus? Wie fördere ich die Geschwister in meiner Gemeinde? Bin ich so von Christus ergriffen, dass mir die Freude im Glauben aus den Poren rausquillt? Bin ich bereit, mit Jesu Hilfe den Umständen zu trotzen und gleichzeitig darauf zu vertrauen, dass Jesu Weg der richtige ist, damit seine gute Botschaft weiter verkündigt wird?
Wie gerne möchte ich jetzt sagen, natürlich ist das so, aber meistens rühme ich mich meiner Fähigkeiten, wie toll ich dieses oder jenes hinbekommen habe. Und das, obwohl ich im Kopf weiß, dass ich alles nur durch Christus zu tun vermag.
Ihm gebührt die Ehre. Er ist zu loben, weil er die Geschicke lenkt. Er hat es in der Hand, wie sich mein Dienst auswirkt.
Die Motivation, die Paulus aus Christus für seinen Dienst gezogen hat, von der möchte ich mich neu anstecken lassen.

Schluss

In meiner Coaching-Ausbildung wurde grundsätzlich das ICH des Menschen in den Vordergrund gerückt. Das Ziel war, Werkzeuge zu erlernen, mit denen ich meinem Gegenüber helfen kann, seine persönlichen Ziele zu verwirklichen. Der Gewinn davon war und ist zeitlich begrenzt, denn spätestens mit dem Tod kommt der Verlust dieser Ziele.
Aber weil Christus das Leben ist, ist die Gemeinschaft mit ihm ein herrliches Ziel, auf das wir hinleben. Und weil er durch seinen Geist in uns lebt, sind wir schon auf dem Weg zu diesem herrlichen Ziel vorangeschritten.
Christus ist auch die Grundlage meiner Entscheidungen. Im Aufblick zu Christus kann ich in allen Entscheidungen die Frage stellen: Dient es Christus? Dient es der Verkündigung seines Wortes? Dient es dazu, dass Menschen die rettende Botschaft Christi erfahren?
Und Christus ist die Motivation meines Handelns. Unser Handeln soll uns gegenseitig als Geschwister geistlich fördern und der Freude im Glauben der Geschwister dienen, damit sie Christus verherrlichen.
Wir verherrlichen Christus, weil er das Leben ist!
AMEN
Hilfsmittel:
Bibeln: Schlachter, Elberfelder, NeÜ, ESV Study Bible
Kommentare:
Historisch-Theologische Auslegung “Der Brief an die Philipper”, ADOLF SCHLATTER Die Briefe an die Thessalonicher, Philipper, Timotheus und Titus, William MacDonald Kommentar zum Neuen Testament
Predigten:
Christus ist das Leben (Matthias Fröhlich, Leuchtturmgemeinde Berlin)
Lust abzuscheiden (Wolfgang Wegert, Arche Gemeinde Hamburg)
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