Predigt (unbenannt)
Sermon • Submitted
0 ratings
· 21 viewsNotes
Transcript
Einstieg:
Einstieg:
Einen wunderschönen guten Morgen auch von meiner Seite. Ich bin Benni und ich darf mit euch heute nochmal die Geschichte von Maria und Elisabet genauer unter die Lupe nehmen, nachdem Imke und Miri uns schon so super darauf eingestimmt haben. Vielen Dank euch beiden!
(Applaus!)
Marias Gefühlswelt
Marias Gefühlswelt
Unmittelbar, nachdem der Engel Maria verlassen hat, explodiert in Maria ein wildes Gefühls- und Gedankenchaos. Ihre Gefühle reisen sie hin und her und viele ungeklärte Fragen schwirren durch ihren Kopf, während sie aufgeregt im Raum hin und her läuft. Was war geschehen?
Es war eigendlich ein ganz normaler Tag und sie war gerade dabei ihren alltäglichen Aufgaben nachzugehen, als urplötzlich dieser fremde Mann Mitten im Raum stand. Sie kannte ihn nicht. Hatte ich noch nie zuvor gesehen. Aber irgendwie war er besonders. Er gab sich als Engel, als Bote Gottes aus und erzählte ihr, dass sie schwanger werden würde, ohne dass jemals ein Mann mit ihr geschlafen hatte. Angeblich sollte der Geist Gottes über sie kommen und dieses Wunder in ihr bewirken. Und der Sohn, den sie gebären sollte? Der sollte als Sohn Gottes und Retter der Welt seinen rechtmäßigen Platz als ewiger König einnehmen.
Aber haben die sich überhaupt mal Gedanken gemacht? Wissen die denn nicht, was das für gesellschaftliche Konsequenzen mit sich bringen könnte. Vermutlich würde ihr zukünftiger Ehemann Josef sie schwer enttäuscht verlassen, nachdem er erfährt, dass sie ohne sein Zutun schwanger wurde. Und die Pharisäer, die es mit den jüdischen Gesetzten besonders wichtig nahmen, würden die Chance bei Schopf ergreifen und die Menge gegen sie aufputschen, damit sie letztlich als Ehebrecherin zu Tode gesteinigt wird. (5 Mose 22,13-21 & Johannes 8,3-5). Na das waren ja herrliche Neuigkeiten. Da war die Freude ja geradezu vorprogrammiert.
„Neues bricht an!“
„Neues bricht an!“
„Neues bricht an!“
So lautet die aktuelle Predigtreihe, in der wir uns mit den biblischen Ereignissen beschäftigen, die sich vor der Geburt Jesu ereignet haben. Und in dem Wort „Neu“ steckt immer auch etwas Unbekanntes, etwas so in dieser Form noch nie dagewesen ist. Eventuell wurde es über Jahrzehnte oder Jahrhunderte herbeigesehnt, vielleicht auch befürchtet, aber wirklich eingetreten ist es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Außerdem verändert sich mit dem Eintritt des „Neuen“ automatisch die gegenwärtige Situation und der weitere Lauf der Geschichte. Teilweise sogar erheblich. So entschied der Eintritt der USA z.B. nachweislich über den Ausgang des 2. Weltkrieges.
Im Laufe der Weltgeschichte genauso wie in unserem Leben kommen wir immer wieder an diesen Punkt, dass etwas Neues anbricht. Privat kann das z.B. ganz klassisch der Beginn einer Ausbildung oder des Studiums, der Berufsstart, die Änderung deines Beziehungsstatus und besonders der Start in die Ehe oder die Geburt eines Kindes sein. Manchmal überrascht uns Gott aber auch und überrascht uns mit seinem Plan oder einem Auftrag für unser Leben.
Und ich weiß nicht, wie du, wie ihr unter diesen Umständen auf Neues reagiert. Ob ihr euch freut und gespannt dem Unbekannten entgegenseht, oder ob ihr doch eher die Beständigkeit feiert und die Ruhe und Sicherheit der bestehenden Strukturen beibehalten wollt? Sicherlich unterscheidet sich die Reaktion auf solche lebensverändernden Ereignisse von Person zu Person.
In unserer Geschichte sehen wir, wie Gott Maria mit einem Auftrag für sie überrumpelt, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Gerade noch Jungfrau und Verlobte muss sie sich jetzt damit beschäftigen, dass sie Mutter wird und Jesus, den Messias zu Welt bringen wird. Nach ihrem Vorbild möchte ich dir heute drei, wie ich finde, grundlegende Fragen mit auf den Weg geben, deren Antwort für einen guten Umgang mit dieser Art von Veränderung entscheidend ist.
Das finale Ziel soll dabei sein, dass wir Gottes Plan dankend empfangen und ihn für sein Wirken loben und preisen können. Aber dazu am Ende mehr. […]
Hauptteil:
Hauptteil:
Grundsätzliche Bereitschaft
Grundsätzliche Bereitschaft
Aber lasst uns der Reihenfolge nach vorgehen…
Maria wird durch eine „übernatürliche Gottesbegegnung“ urplötzlich in eine solche Situation des Umbruchs katapultiert. Schlagartig ändert sich alles für sie. War sie gerade noch eine einfache gläubige Jungfrau aus Nazareth, so soll sie nun als die Auserwählte Gottes seinen Sohn auf die Welt bringen, der später als ewiger König und verheißener Messias die ganze Welt neu ordnen wird. Geplant war das von ihr sicherlich nicht. Vielmehr ist es Gott der sie ausgewählt hat und nun mit seinem Plan überrumpelt. Und Maria? Wie reagiert Maria?
Maria stellt sich Gott ganz zur Verfügung. Wie wir in Vers 38 lesen können. „Ich diene dem Herrn. Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast.“ (Lukas 1,38)
Sie verwehrt sich nicht Gottes Plan, sondern stellt sich treu in seinen Dienst. Gott darf in und durch sie wirken.
Meine erste Frage an dich heute Morgen lautet:
„Wie reagierst du, wenn Gott dir begegnet und dir einen ganz persönlichen Auftrag gibt?“
Bist du bereit seinem Plan zu folgen? Deinen eigenen Willen zurück und dich ihm zur Verfügung zu stellen? Auch wenn es dein bisheriges Leben auf den Kopf stellt? Oder dich etwas kostet?
Sicherlich, die Wenigsten von uns haben je einen Engel gesehen oder eine klare Stimme vom Himmel gehört. Und vermutlich waren die Aufträge bisher auch nicht so gewaltig, wie der, den Maria damals erhalten hat. Aber ich bin mir sicher, dass viele von uns schonmal dieses gewisse Gefühl bzw. die Gewissheit hatten, dass sie jetzt genau diese eine Sache tun oder lassen sollen. Aber wie reagierst du darauf? Hast du die grundlegende Bereitschaft den Willen Gottes zu tun? Bist du bereit dich von Gott gebrauchen zu lassen?
Sicher, für Maria waren mit der Engelsbegegnung keineswegs alle Sorgen und Bedenken aus dem Weg geräumt. Da waren vermutlich noch viele ungeklärte Fragen in ihrem Kopf. Wie soll es weitergehen? Würde sie der Verantwortung als Mutter gerecht werden? Und, und, und. Aber: Maria stellt sich Gott prinzipiell erst einmal zur Verfügung. Ohne wenn und aber!
Wisst ihr, ich persönlich möchte auch diese bedingungslose Bereitschaft wie Maria haben. Und ich bete immer wieder dafür, dass Gott mich und uns nach seinem Plan gebraucht. Vielleicht geht es euch da genauso, oder vielleicht ist das für euch gar nicht so ein Thema. Dann lade ich euch ein, beschäftigt euch mit der Frage. Es gibt so viel in diesem Land und in dieser Welt zu tun. Gott möchte dich gebrauchen!
Aber ich muss euch auch warnen. Geht nicht leichtsinnig mit dieser Frage um. Denn Gott hört euer Gebet. Und er nimmt euch beim Wort. Und manchmal fordert er auch Dinge von dir, die weit außerhalb deiner Komfortzone liegen.
Das Gebet der bedingungslosen Hingabe ist der erste Schritt in ein großes Abenteuer.
Leute, ich habe das selbst erlebt. Das Gott mir eine verhältnismäßig keine Aufgabe gegeben hat und ich versage, weil ich den Mut nicht aufbringe oder mir mein Bild vor den Menschen wichtiger ist als Gottes Auftrag. Ich möchte mich ja schließlich nicht als uncooler Spinner outen.
Hey, aber ich durfte auch erfahren, wie Gott trotz dieser Situationen zu mir hält und mich immer wieder ermutigt weiterzugehen. Wie er mich gebraucht. Und wie Menschen dadurch näher zu Jesus kommen.
Und meine Aufgaben sind nicht zwingend deine Aufgaben. Gott ist mit jedem ganz persönlich unterwegs und nicht jeder muss als Missionar in fremde Länder oder wie Maria, Gottes Sohn zur Welt bringen und erziehen.
„Wie reagierst du, wenn Gott dir begegnet und dir einen ganz persönlichen Auftrag gibt?“
Tiefgreifende Vertrauensbeziehungen
Tiefgreifende Vertrauensbeziehungen
Und vielleicht weißt du ja schon welche Aufgabe oder welcher Schritt auf dich wartet. Aber irgendwie sind da noch so viele ungeklärte Fragen oder Bedenken. Wie das wohl wird? Wie die Menschen aus meinem Umfeld reagieren? Und da beruhigt es mich, dass wir auch in der Bibel immer wieder von solchen Situationen lesen. So z.B. auch bei Maria.
Dem Engel gegenüber hat sie zwar ihr grundlegendes Ja zu ihrer großen Aufgabe gegeben und hat sich somit dem Willen Gottes bereitwillig beugt, die Fragezeichen sind aber vermutlich dennoch da. Doch wem kann sie sich mit diesem großen Geheimnis anvertrauen? Zu groß die Angst, dass ihr Verlobter Josef sie nicht verstehen und verlassen könnte oder dass die Menschen in ihrem Umfeld sie als Spinnerin darstellen bzw. im schlimmsten Fall als Ehebrecherin zu Tode steinigen. Vielmehr braucht es eine vertrauenswürdige Person, die Marias Situation nachvollziehen und ihr mit guten Ratschlägen weiterhelfen kann.
So kommt es, dass sich Maria auf die weite, beschwerliche und gefährliche Reise ins judäische Bergland macht, um ihre betagten Verwandten Zacharias und Elisabet aufzusuchen. Immerhin hatte der Engel angekündigt, dass auch Elisabet in ihrem hohen Alter schwanger sei und das dies mit dem Wirken Gott zusammenhängt. Wer könnte Marias Situation also besser verstehen als Elisabet? Und außerdem könnte Maria so überprüfen, ob der Engel in dieser Hinsicht wirklich die Wahrheit gesprochen hat. Sollte sich die Schwangerschaft als wahr herausstellen, so wäre das definitiv ein Beweis dafür, dass Gott hier am Wirken ist und es sich bei der Engelsbegegnung wirklich um eine göttliche Prophezeiung gehandelt hat.
Schaut man sich jetzt aber die Distanz zwischen Nazareth und dem judäischen Bergland an, so stellt man fest, dass es sich dabei tatsächlich um eine lange und beschwerliche Reise gehandelt haben muss, zumal zu Fuß für eine junge Frau. Doch Maria misst dem Besuch die nötige Bedeutung zu, um diese Hürde auf sich zu nehmen.
An dieser Stelle meine zweite Frage an dich:
Hast du Menschen, denen du dich mit deinen tiefgreifenden Fragen, deinen stillen Geheimnissen und wundervollen oder verstörenden Gottesbegegnungen anvertrauen kannst?
Wir sind Beziehungswesen. Wir sind darauf angelegt Gemeinschaft mit anderen Menschen zu haben und uns mit auszutauschen. Der eine mehr und der andere weniger. Und an manchen Stellen ist es sinnvoll auf einfach mal die Klappe zu halten. Aber habt ihr Menschen, bei denen ihr ganz offen und ehrlich sein könnt? Und die euch mit eurem Anliegen verstehen und ernst nehmen?
Hey, und an dieser Stelle möchte euch tatsächlich kurz ein bisschen mehr in mein Leben hineinnehmen. Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und hab mich vor ca. sechzehn Jahren für ein persönliches Leben mit Jesus entschieden. Während meiner Kindheit und Jugend hatte ich immer wieder gute Gespräche mit meinen Eltern, die gewissermaßen Vertrauenspersonen für mich waren. Aber mit dem älter werden und dem loslösen von meinen Eltern habe ich diese Gespräche immer seltener gesucht und lange Zeit hatte ich keine Person mit der mich regelmäßig über die wirklich tiefgreifenden Glaubens-Themen meines Lebens austauschen konnte. Sicher gute Freunde hatte ich einige und mit ein paar von ihnen bin ich bis heute befreundet. Aber enge Begleiter, die in einem ähnlichen Glaubensabschnitt waren wie ich, die fehlten mir.
Dabei habe ich diesen Mangel lange Zeit nicht wirklich wahrgenommen. Erst als ich vor vier Jahren zum Studieren nach Bad Liebenzell gegangen bin habe ich gelernt, wie wertvoll es ist Menschen an seiner Seite zu wissen, die auch auf einer tieferen geistlichen Ebene treue Wegbegleiter sind. Zweierschaftspartner und treue Freunde, denen ich von meinen tiefsten Abgründen und meinen höchsten Höhen erzählen kann und die mich verstehen. Liebe Menschen, mit denen ich gemeinsam Glaubensleben teilen darf und die mich in persönlichen Kämpfe supporten. Menschen, die mich ermutigen immer weiterzugehen.
Als ich jetzt im August hier nach Stuttgart gezogen bin, war für mich schon die Frage, wie ich diese Beziehungen weiter aufrechterhalten kann und wie das wohl hier bei den ‚Apis‘ sein wird. Klar fromm, aber würde es möglich sein diese Tiefe zu erreichen, die ich in Liebenzell so wertschätzen gelernt hatte.
Jetzt bin ich seit viereinhalb Monate Teil dieser Gemeinde und ich muss sagen, dass ich es mega feier, wie wir vor allem in unserer Family (also mein Hauskreis) dem immer mehr Raum geben. Offene und ehrliche Zeugnisse, darüber, was man in der letzten Zeit mit Gott erlebt hat, wo man gerade am Zweifeln oder Kämpfen ist und wie unsere Family-Leiter das vorantreiben. Dabei muss ich nicht eine fertig abgeschlossen Heldengeschichte auftischen, um der Coolste zu sein. Sondern kann ganz einfach meine Fragen und Problemen mitbringen. Und ich feier das, weil ich glaube, dass darin ein riesiges Potenzial liegt, wenn wir einander unterstützen und ermutigen, um uns so gemeinsam näher zu Jesus zu bringen.
Wenn der andere sich gebrauchen lässt, dann begegnet mir Gott in ihm. So wie wir es in der Geschichte mit Maria und Elisabet auf besondere Art und Weise lesen können. Der Heilige Geist ergreift Besitz von Elisabet und gebraucht sie als Sprachrohr, um Maria Gewissheit über sein Wirken zu geben. So ist nicht nur die Reaktion des ungeborenen Kindes in ihrem Bauch der vom Engel versprochene Beweis, sondern ihre Worte auch eine auferbauende Bestätigung, dass sie richtig handelte, als sie sich Gott ganz zur Verfügung stellte.
Solche Begegnungen sind auch noch heute im Hier und Jetzt möglich. Alles was es dazu braucht ist die Bereitschaft sich von Gott gebrauchen zu lassen und der Mut den Schritt aufeinander zuzugehen.
Das wünsche ich mir! Und das wünsche ich euch! Dass wir uns nach diesen auferbauenden, ermutigenden Begegnungen sehnen und Gott im Nächsten suchen. In der Zweierschaft, dem Mentoring, in der WG, der Family und in der Gemeinde. Aber auch darüber hinaus in den Menschen, die Gott uns an die Seite stellt und die er uns anvertraut.
Wenn ihr euch heute einen Satz mitnehmen sollte, dann den Folgenden. „Gott möchte uns gebrauchen und durch tiefe Glaubens- und Vertrauensbeziehung stärken.“
Gemeinsam Gott loben und ihm die Ehre geben
Gemeinsam Gott loben und ihm die Ehre geben
Im Anspiel vor dieser Predigt haben wir gesehen, wie die ermutigenden Worte ihrer Vertrauensperson Elisabet und die Reaktionen des ungeborenen Kindes, Maria dazu bewegen ihre Fragen und Sorgen in den Hintergrund zu stellen und voller Freude aus tiefstem Herzen Gott zu loben und zu preisen. Die Prophezeiung, die der Engel Gabriel ihr als Beweis des göttlichen Wirkens mitgegeben hat, stellte sich als wahr heraus. Gott war wirklich am Wirken. Er war es, der den Engel zu ihr gesandt hatte und der bereit war sie zu gebrauchen. Unangesehen ihrer sozialen Stellung oder ihrer Fähigkeiten. Er zeigte seine Barmherzigkeit an ihr, indem er sie in sein göttliches Wirken einband und sie somit zu einer bedeutenden Person für Israel und für die gesamte christliche Welt machte.
Als sie das verstanden hatte konnte sie nicht anders als ihn zu loben und zu preisen. Ihm die Ehre zu geben! Ähnlich, wie es dutzende biblische Menschen vor und nach ihr taten. Sie alle hatten Gottes Wirken in ihrem persönlichen Leben erlebt und wussten, dass ihm das Lob dafür gebührte.
Das bringt mich zu meiner dritten und letzten Frage für heute.
Wie reagierst du darauf, wenn Gott durch dich bzw. andere in dieser Welt wirkt?
Gibt’s du ihm die Ehre? Oder steckst du all das Lob der Menschen in deinem Umfeld in deine eigenen Taschen? Dankst du den Menschen, oder dankst du Gott?
Es ist Gott, der all das gute in dieser Welt bewirkt. So wie Jesus sagt. „Es ist niemand gut als Gott allein.“ (Mk. 10,18 & Lk. 18,19) All das Gute kommt von ihm. Ja, er möchte uns gebrauchen, um Gutes in dieser Welt zu bewirken. Aber die Ehre dafür gebührt Gott alleine.
Darum möchte ich euch heute auch einladen, nehmt euch die Zeit zusammen mit euren Vertrauenspersonen Gott zu loben und ihm die Ehre zu geben. Denn unser Leben soll ein Lobpreis Gottes sein. „Alles, was atmet lobe den Herrn.“ (Psalm 150,6)
Amen
