Manchmal wird alles anders - und Gott hat seine Finger im Spiel!

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Manchmal wird alles anders - und Gott hat seine Finger im Spiel!

Welche Geschichten lassen sich heute in den Medien am besten verkaufen?
Dazu brauchen Sie nur einmal die Bildzeitung aufzuschlagen oder die Webseite von bild.de aufzurufen. Es sind Geschichten mit diesen drei Themen: Sex, Königsfamilien und Religion.
Und wenn wir sie kombinieren, dann wirken sie noch besser, so etwa wie diese: “Das uneheliche Kind des Popstars!”, - das kling doch recht gut. “Die geheime Affäre der Prinzessin” - klingt noch besser. “Der König verbringt eine geheime Liebesnacht mit einer Nonne im Kloster” klingt natürlich am besten.
Ja und manche der Geschichten sind dann aber nicht wahr - aber alle Welt glaubt es.
Nun lesen wir heute eine Geschichte, wie ein Engel eine junge Frau besucht, ihr ein Kind ankündigt, der eines Tages der Herrscher der Welt sein wird. Wie schnell ziehen auch wir dann mit der Zeitungslogik entsprechende Schlüsse und lesen Dinge in die Geschichte hinein, die da gar nicht drinstehen und übersehen dabei wichtiges. Hören wir die Geschichte erst einmal aus Lukas 1, 26-38
Luke 1:26–38 BasisBibel
26 Elisabet war im sechsten Monat schwanger. Da schickte Gott den Engel Gabriel zu einer Jungfrau in die Stadt Nazaret in Galiläa. 27 Sie war mit einem Mann verlobt, der Josef hieß. Er war ein Nachkomme von David. Die Jungfrau hieß Maria. 28 Der Engel trat bei ihr ein und sagte: »Ich grüße dich, Gott hat dir seine Gnade geschenkt. Der Herr ist mit dir.« 29 Maria erschrak über diese Worte und fragte sich: »Was hat dieser Gruß zu bedeuten?« 30 Da sagte der Engel zu ihr: »Hab keine Angst, Maria. Durch Gottes Gnade bist du erwählt. 31 Sieh doch: Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Du sollst ihm den Namen Jesus geben. 32 Er wird hochgeehrt sein und ›Sohn des Höchsten‹ genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vorfahren David geben. 33 Er wird für immer als König herrschen über die Nachkommen Jakobs. Seine Herrschaft wird niemals aufhören.« 34 Da sagte Maria zu dem Engel: »Wie kann das sein, ich schlafe doch noch mit keinem Mann!« 35 Der Engel antwortete ihr: »Heiliger Geist wird auf dich kommen. Die Kraft des Höchsten wird dieses Wunder in dir bewirken. Deshalb wird das Kind, das du erwartest, heilig sein und ›Sohn Gottes‹ genannt werden. 36 Sieh doch: Auch Elisabet, deine Verwandte, erwartet einen Sohn trotz ihres hohen Alters. Jetzt ist sie im sechsten Monat schwanger und dabei hieß es: Sie kann keine Kinder bekommen. 37 Was Gott sagt, macht er wahr.« 38 Da sagte Maria: »Sieh doch: Ich diene dem Herrn. Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast.« Da verließ sie der Engel.
Da sitzt sie nun diese junge Frau, mit Namen Maria, in einem Provinznest Nazareth - einem Ort, von dem man sagt: Was kann aus Nazareth schon Gutes kommen?
Aber wir kennen es ja aus der Bibel: Selbst in abgelegenen Dörfern kann etwas geschehen, was wichtig ist. Kein Ort, kein Haus ist zu abgelegen, wenn Gott kommt. Auch zu uns, wo auch immer wir sind. Er beginnt mit uns einen Weg. Auf diesem Weg schenkt Gott uns ungeheuer viel und unverdient Gutes. Für Gottes Handeln ist kein Ort zu abgelegen.
Maria ist verlobt mit Joseph, dem Zimmermann. Verlobt sein im jüdischen Sinne ist mehr als verlobt sein heute in unserer Zeit. Juristisch ist die Ehe schon vollzogen. Sie ist rechtlich bindend und könnte nur durch eine Scheidung aufgehoben werden.
Ihr Leben war also geplant. Sie wusste, was auf sie zu kommt. Frau eines Handwerkers zu werden, den Haushalt zu führen und Kinder zu bekommen. Und das war für Maria in Ordnung.
Doch dann passierte der Moment, der ihr Leben über den Haufen warf. Aber nicht nur ihres, sondern das auch von Joseph. Obwohl hier in der Bibel von ihm nicht viel erzählt wird. Nur dass er sie verlassen wollte und dass es der Engel stoppte.
Also jetzt war der Moment, wo sich die Richtung des Lebens änderte. Vielleicht habt auch ihr solche Schicksalsmomente in eurem Leben gehabt? Da änderte sich im Leben als radikal. Plötzlich und unerwartet geschieht es. Alles wird über den Haufen geworfen. Manchmal sind es Schicksalsschläge, manchmal kann es auch positives sein, vielleicht ein lukratives Angebot beruflicherseits oder auch anderes.
Maria begegnete hier der Engel. Der Engel Gabriel erschien ihr. Und von Anfang an war schon alles ungewöhnlich. Schon die Begegnung des Engels mit Maria, schon dass sie als Frau begrüßt wurde und dann mit diesem ganz besonderem Gruß. Er kommt in der gerade gelesen Übersetzung gar nicht so deutlich zum Ausdruck. Deswegen noch einmal nach Luther: Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!
Maria ist begnadet oder besser noch hochbegünstigt, weil sie Gottes Gnade empfängt. Der Engel nennt sie die Gesegnete unter allen Frauen.
Sie ist reichlich mit Gnade überschüttet. Die Gnade Gottes, das ist das, was er uns schenkt, weil er uns liebt, die Gnade, die sie empfängt und annimmt, die Gnade allein macht Marias »Wert« vor Gott aus. Nur wer eine Begnadigte, ein Begnadigter ist, kann von Gott zu seinen hohen Aufträgen und Aufgaben gebraucht werden.
Maria war nun durch diese Begrüßung »bestürzt« und fragte sich, was sie zu bedeuten habe. Sie hat keine Angst, nur Gottesfurcht. Und dann kommt sie, die ihr Leben verändernde Ansage des Engels. Und sie nimmt sie an. Sie nimmt die Botschaft des Engels an. Sie nimmt es an, dass durch sie der “Heiland der Welt”, der “Sohn des Höchsten” geboren wird.
Maria antwortet auf die Ansage des Engels mit Sanftmut und Gehorsam, und im Gegensatz zu Zacharias nicht mit Zweifel oder Trotz.
Doch es steht immer noch eine Frage im Raum. Es ist eigentlich die Frage aller Fragen. Und es ist die Frage, die auch heute noch viele Menschen stellen und auch darüber spotten, ja für manchen sogar, die Scheinfrage ist zur Ablehnung des christlichen Glaubens: “Wie geschieht es, dass diese junge Frau, die zwar fast verheiratet ist, aber noch keinen Geschlechtsverkehr hatte, schwanger wird? Die Natur kennt zwar die Parthenogenese, aber nicht bei Säugetieren oder bei Menschen.
Und Maria stellt selbst die Frage: Da sagte Maria zu dem Engel: »Wie kann das sein, ich schlafe doch noch mit keinem Mann!«
Der Engel gibt ihr darauf zur Antwort: »Heiliger Geist wird auf dich kommen. Die Kraft des Höchsten wird dieses Wunder in dir bewirken. Deshalb wird das Kind, das du erwartest, heilig sein und ›Sohn Gottes‹ genannt werden.
Es geschieht durch Gottes Heiligen Geist. Nun der genaue Vorgang wird nicht beschrieben. Das ist hier auch nicht wichtig. Es ist eigentlich auch für uns heute nicht wichtig. Wichtig ist, dass es geschieht, weil Gott es will. Weil Gott will, dass sein Sohn als Heiland und Messias Mensch wird. Dass er herabsteigt von der Größe seiner Göttlichkeit hinunter in den Alltag der Menschlichkeit. Er ist ganz Gott und sogleich ganz Mensch!
Ich will jetzt hier keinen Exkurs über die Jungfrauengeburt machen.
Als Beweis des Wirken Gottes bringt der Engel, dass Elisabeth schwanger wurde, obwohl sie über die Wechseljahre hinaus ist. Und jetzt wird Gott die unmögliche Leistung, die er bei Elisabeth vollbracht hat, bei Maria noch übertreffen, indem er sie seinen eigenen Sohn gebären lässt. Damit wird deutlich, dass die Empfängnis und auch die Geburt des Jesuskindes letztlich immer ein Geheimnis bleiben.
Für Maria steht danach fest und das ist die entscheidende und wichtige Botschaft dieses Textes: Ja ich bin bereit diesen Weg zu gehen. Auch wenn ich nicht weiß, was er bringen wird und wohin er mich führt.
Wie sieht es nun in unserem Leben aus? Wären wir bereit auf die Worte eines Engels zu hören? Wären wir bereit uns auf Gott und seinen Plan für unser Leben einzulassen, auch wenn wir ihn nicht verstehen und wenn er so ganz anders ist, als wir ihn selber uns vorstellen? Wären wir bereit, auch wenn Gottes Plan unsere bisherige Lebensplanung radikal umwirft?
Als ich einmal auf Twitter in einer Microandacht zur Losung geschrieben habe “Der Mensch denkt und Gott lenkt”, hat jemand folgendes geantwortet: “...und willst du Gott zum Lachen bringen, erzähl ihm von deinen Plänen.” Ich denke Gott lacht nicht über unsere Pläne. Er nimmt uns damit schon ernst, aber er korrigiert sie eben, besonders wenn wir mit ihnen falsch liegen, wenn wir in die Irre gehen, wenn wir mit ihnen nicht unseren Lebenssinn und -ziel finden.
Für mich ist Maria an dieser Stelle ein Vorbild in Bezug auf das Gottvertrauen und die Glaubenshoffnung auf die Gunst Gottes und sein Handeln im Leben von uns Menschen, dass auch wir zu diesem glaubensvollem “Ja” der Maria finden.
Der Engel Gottes ging wieder, aber die Gnade Gottes bleibt. Gott bleibt - Maria ist nicht allein, so ist auch Gott mit uns, wenn wir ihm vertrauen.
Amen.
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