Mt 6,9ab Predigtreihe Vater unser_ I Unser Vater
Predigtreihe zum "Vater Unser"
I. Unser Vater
Ziel: Jesus selbst lehrt seinen Jüngern das Beten. Er teilt ihnen das Recht zu, Gott Vater zu nennen. Deshalb dürfen wir uns im Gebet immer wieder vertrauensvoll und ehrlich an unseren himmlischen Vater wenden
Darum sollt ihr so beten: "Unser Vater im Himmel" Mt 6,9ab
Einstieg
- Dank für das Theaterstück
Es ist Frühling geworden. Endlich. Nach den langen kalten Wintertagen hat er lang auf sich warten lassen. Ist ein paar Wochen zu spät dran. Aber dann in den letzten beiden Wochen platzte alles auf. Da, wo ich vor ein paar Tagen noch durch die Zweige und Äste gucken konnte, sehe ich jetzt grün. Blätter und Blüten treiben aus. Echt herrlich. Und es wird noch mehr Frühling werden.
Bezug: Wird es auch bei dir und bei uns in der Gemeinde Frühling werden? Begeisterung für Jesus und füreinander rausplatzt. Neue Liebe zu Jesus und zu den Menschen, die er von ganzen Herzen liebt. Neue Hoffnung? Ich denke, der geistliche Frühling hängt von einem entscheidenden Faktor ab. Vom Gebet: Reden mit Gott.
Von daher wird es bis zu den Sommerferien in den Predigten um das "Vater unser" gehen. Wir werden als Gemeinde gemeinsam den Weg gehen und uns von Jesus zeigen lassen, wie und was wir beten können.
- Blätter verteilen: in die Bibel reinlegen und jeden Sonntag mitbringen
1. Lerne von Jesus das Beten zum himmlischen Vater
Bsp.: Schüler kommt zum Lehrer und fragt: Herr Lehrer, zeigen Sie mir doch bitte, wie das grundsätzlich zu verstehen ist (Mathe, Grammatik, Grundlagen Physik / Chemie)".
● Ich denke, so mancher Lehrer würde verdutzt gucken, gerade, wenn einer fragt, der sonst eher gelangweilt den Unterricht absitzt.
● Sonst geht es doch eher nach dem offiziellen Lehrplan und die meisten Schüler reißen sich nicht wirklich darum etwas lernen zu wollen (zumindest war das in meiner Schulzeit so)
Bei den Jüngern ist das anders. Jesus ist ihr Lehrer in allen Lebenslagen. In Lk 11,1 bitten sie Jesus: "Herr lehre uns beten!"
Eigentlich wissen die Jünger nicht, wie sie beten sollen. Sie sind hilflos. Sie sehen Jesus beten: wie er mit seinem Vater redet. Sie haben auch gesehen wie andere beten (Jünger des Johannes, Johannes hat es ihnen gezeigt). Sie wollen aber nicht beten wie die anderen. Sie wollen von Jesus wissen, wie er betet. Sie wollen genauso zu Gott beten wie er!
Jesus ist das absolute Vorbild im Gebet zu Gott. Die Jünger bitten Jesus. Und er lässt sich bereitwillig darauf ein. Gerne lehrt er seine Jünger, wie und was sie beten sollen und dürfen. Er weiß, dass das Gespräch mit Gott die Lebens- und Kraftquelle ist. Gebet verändert und bewirkt etwas .
Die Jünger gehen also bei Jesus in die Gebetsschule und Jesus schenkt in ein Mustergebet: Das "Vater unser" (übrigens das einzige Gebet, das Jesus seinen Jüngern überlassen hat!). Also ist es ein einmaligen Gebet! Und es macht Sinn, sich damit intensiv zu beschäftigen. Luther bemerkt dazu: hätte Jesus ein besseres Gebet für uns gewusst, hätte er es uns gelehrt.
Bezug: Beten wie Jesus. Das wäre doch was, oder? So in Kontakt mit Gott stehen wie er! Unmöglich? Nein, denn Jesus zeigt uns wie wir beten können. Wie du dich an Gott wenden kannst.
Umstände:
● Jesus geht an einen einsamen Ort (Wüste), nicht abgelenkt
● Jesus betet meistens alleine, aber auch in der Gruppe
● Jesus betet regelmäßig
Inhalt:
● Jesus erzählt seinem Vater alles, gerade als es schwierig wurde und sein Leben in Gefahr gewesen ist
● wirkliches Gespräch
Frage: Wie steht es um dein Gebetsleben? Wie steht es um unser Gebetsleben in der Gemeinde? Ich glaube, dass wir da noch eine Menge von Jesus lernen können. Und Jesus will uns gerne zeigen wie wir beten können. Ich glaube, das will und wird er auch durch diese Predigtreihe tun. Lasst uns da gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen. Willst du mitkommen zu Jesus? Und ihn bitten: "Herr lehre mich beten!" / "Herr lehre uns beten!"?
Darum sollt ihr so beten: "Unser Vater im Himmel" Mt 6,9ab
2. Bete im Vertrauen zum himmlischen Vater
Jesus hat Vertrauen zu Gott. Immer wieder regelmäßig und besonders an wichtigen Stationen in seinem Leben hier auf der Erde hat Jesus mit seinem Vater geredet. Gebet ist für ihn eine Herzenssache. Das merken die Jünger.
Jesus nennt Gott seinen Vater. So spricht er auch von ihm in seinem Predigten. Und er darf es ja auch, weil er der Sohn Gottes ist. Er und nur er allein hat das Recht Gott so anzusprechen: Vater, sogar Pappa! Aber er hält nicht an dem Exklusivrecht fest, sondern teilt es mit seinen Jüngern!
Bsp.: Adoption in der einer Familie: Geschwister erlauben dem neuen Familienmitglied ausdrücklich, die Eltern auch Pappa und Mamma zu nennen. Ohne Neid!
Auch die Jünger dürfen durch Jesus Gott Vater nennen "Unser Vater", weil Jesus es ihnen erlaubt und sie seine Jünger sind: d.h. ihm nachfolgen und an ihn glauben (ihr Leben an ihm fest machen). Dadurch wird das "Vater unser" zu einem Exklusivgebet für die Jünger Jesu.
Bezug: Ich finde das echt großartig! Das ist eine gute Nachricht! Durch Jesus darfst du, darf ich, dürfen wir Gott "unseren Vater" nennen. Ein Privileg. Durch den Glauben an Jesus - das ist biblische Wahrheit - nennt Gott uns seine Kinder. Und wir dürfen ihn wie Jesus im Gebet vertrauensvoll Vater nennen.
Anfrage / Bezug: Gott als Vater?
Artur, da kann ich mich nicht für begeistern.
Gottesbild: Gott als Vater
● Lieder gesungen: Gott als Vater besungen
● Abwehrmeinung: Mein Vater war keiner. Und mit meinem Vater reden konnte ich erst recht nicht. Er hat mir nie wirklich zugehört, mich nie verstanden und ist nie auf mich eingegangen, er hat mich nicht lieb gehabt (er hat mich geschlagen und missbraucht)
● Vater ist ein Bild für Gott, das die Bibel verwendet
● Auch wir haben unser Bild von Gott, das geprägt ist
● Gottesbild (Schablone, die man mit sich rumträgt: eigener Vater / Onkel / starke Person im Leben): ich darf mir nichts gönnen / strenger Vater / softer Vater, der alles durchgehen ließ
● immer wenn es um Gott als Vater geht holst du die Schablone raus: schaust da wie durch eine Brille hindurch und siehst bestimmte Dinge stärker
● Schablone auf Bibel legen: mir fallen dann auch nur die Stellen ins Auge, die in meine Schablone passen: nur der zornige Gott / nur der liebe Gott, der eigentlich keine Konsequenzen in meinem Leben nach sich zieht (Alter Opa)
Jesus spricht hier sein Gottesbild aus, das er den Jüngern und uns vermitteln heute will: hörst du zu, was Jesus sagt: "Unser Vater im Himmel" (wörtlich: Unser Vater, der in den Himmeln ist)
Jesus sagt damit deutlich und bewusst aus, dass hier kein irdischer Vater mit gemeint ist, sondern der, der die Herrschaft über Himmel und Erde hat. Nicht nur das, sondern, der in den Himmeln regiert. Also absolut überirdisch ist. Also kein Vergleich zu einem irdischen Vater. Gott ist anders, Gott ist größer. Gott passt in keine Vaterschablone, die wir in unserem Leben mitbekommen haben.
Bezug:
● Jesus hat seinem himmlischen Vater vertraut und du darfst es auch. Er teilt sein Vertrauen mit dir (Geteiltes Vertrauen ist doppeltes Vertrauen (Jesus / Gott, der Vater))
● Du kannst Gott Vertrauen. Er ist das absolute Idealbild für einen Vater, an dem jeder Vater und auch jede Mutter messen muss.
● Gott hat auch mütterliche Züge. Er kümmert sich rührend um seine Kinder
Frage: Möchtest du von Jesus beten lernen? Dann vertrau ihm! Und bete mit ihm im Vertrauen zu dem himmlischen Vater. Jesus will es dir vormachen. Bitte ihn: "Herr, lehre mich beten". Und er wird dir Vertrauen zum himmlischen Vater lehren, damit du befreit sagen kannst: "Mein Vater im Himmel!"
3. Bete ehrlich zum himmlischen Vater
Hintergrund des Textes: falsches Beten. Jesus lehrt seine Jünger zunächst, wie sie nicht beten sollen. Beschreibt Gebete, die Gott nicht erhört:
● Schaufenstergebete, Funktionsgebete, missbrauchtes Gebete, Schwallgebet
● Und gibt damit auch Antwort auf die Frage: Wie bete ich richtig?
● Gebet im Stillen, im Kämmerlein, im Verborgenen
● ehrliches Gebet: Herzensgebet (Luther): Beziehungspflege: mit Gott per Du, Gebet ist etwas intimes
● Gehört nicht auf den Jahrmarkt, oder an die Straßenecke
● Gott soll zu hören und nicht der andere
● Ein Gebet auf das Gott hört ist ein Gebet im Vertrauen: Vater
● ein Gebet, das ihn ins Zentrum stellt: mit ihm anfängt und mit ihm aufhört ("Vater unser," als Muster)
● mit dem Gebet Gott sagen,was dir / uns auf dem Herzen liegt
● Jesus: so sollt ihr beten: in dieser Art und Weise
● nicht magisch: 3 Mal Vaterunser und dann ist die Sünde weg
● Gebet gehört zum Leben eines Christen und der Gemeinde dazu: es ist der Lebensatem, wie ein und ausatmen, Gespräch mit Gott
● Jesus zeigt mit dem "Vater unser" wie wir mit ehrlichem Herzen zu Gott beten können, dürfen und sollen
● das ist Gebet wo Gott sich drauf einlässt, wo Gott sich bitten lässt
Schluss
Frühling. Frühling in der Gemeinde werden lassen. Vertrauensvolle Gebet zu unserem Vater ist dafür entscheidend. Jesus sagt: Darum sollt ihr so beten: "Unser Vater im Himmel" Mt 6,9ab
Hausaufgaben:
● Setze das Gebet neu auf deine Prioritätsliste ganz oben
● Betet gemeinsam in der Familie
● Betet für unsere Gemeinde
Ich bin gespannt, wie Gott es dann in unserer Gemeinde Frühling werden lässt.
