Beten mit Hoffnung

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Notes
Transcript

Predigt

Einleitung

Vater, ich bitte dich, dass meine zukünftige Frau in den nächsten 5 Sekunden durch die Tür kommt und zu mir auf die Bühne läuft.
In dem Fall soll es heute so sein: Dein Wille geschehe und nicht meiner.
Wie oft kommt es vor, dass wir um Dinge bitten, und wir bekommen sie nicht? Ich habe gerade etwas extremes gefordert, aber auch bei kleinen Dingen, erleben wir oft, dass nicht das passiert, was wir uns wünschen. Und dann ist es schwierig, Texte zu hören, wie Matthäus 7.
Mt 7,7-11 “Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
Der Text sagt, wir bekommen, um was wir bitten. Und das sagt der Text in einer extremen Absolutheit. Ist es denn so? Erhalten wir, um was wir bitten?
Vor einem Monat hat Micha über das Thema gepredigt” Wann ist eigentlich Genug? Und da stellte er am Ende die beiden Fragen:
In welchem Bereich deines Lebens wünschst du dir Genug?
Gibt es einen Bereich, in dem du noch nicht genug hast (wo mir noch was fehlt)?
Hast du jetzt genug? Hat dir Gott in diesem Monat in diesen Bereichen Genug gegeben? Hat er dir gegeben, um was du gebeten hast? Und wenn du es nicht mehr weisst oder nicht da warst. Hat Gott deine bitten in letzter Zeit so erfüllt, wie du wolltest?
Mt 7,9-11 “Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!”
Dieser Text gibt uns eine Hoffnung! Hoffnung dass wir bekommen, um was wir bitten.
Ich habe um eine Freundin gebetet, schon vor 8 Jahren. Bekommen habe ich eine WG mit 6 besten Freunden. Aber noch keine Freundin. Ich habe eine super Arbeit und ein hammer Studium erhalten, aber keine Freundin.
Wer bittet dem wird gegeben.
Aber es ist doch nicht so! Wie soll es meine Hoffnung sein, wenn ich sehe, dass es nicht so ist? Wenn ich erlebe, dass ich nicht bekomme, um was ich bitte?
Ja, auch wenn dieser Text zu verstehen gibt, dass wir alles erhalten, so meint es leider nicht alles.

Hauptteil

Ich habe gesehen, dass ihr regelmässig Gebetstreffen habt, mit dem Gemeindegebet und dem Morgengebet. Und gerade nächste Woche startet ihr als Gemeinde mit der 24/7 Gebetswoche. Und ich möchte euch vorbereiten auf gerade diese Zeit. Dass ihr mit Hoffnung und Freude in diese Zeit treten könnt. In diese Hoffnung, dass wenn ihr in dieser Zeit betet, dass ihr wisst dass ihr auch bekommt. Wenn ihr in dieser Zeit Antworten sucht, dass ihr glaubt dass ihr sie finden werdet. Und wenn ihr bei Gott anklopft, dass ihr vollkommen zuversichtlich seid, dass er euch auftun wird.

Was bedeutet bitten? Zwei Voraussetzungen - Zwei Schwierigkeiten

Was bedeutet bitten? Wie müssen wir bitten, dass eben alle unsere Bitten erhört werden?
Wir müssen wissen, dass wenn Jesus von bitten spricht, dann gibt es zwei Voraussetzungen die er setzt.

Voraussetzung 1:

Selbstlos bitten!
Wir befinden uns ja in der Serie zur Bergpredigt und da sagt uns Jesus im Kapitel 7 eben, dass wer bittet, der wird empfangen. Wenn wir aber zurückschauen, sehen wir, dass Jesus zuvor zeigt, was überhaupt bitten ist. Wie wir überhaupt bitten sollen: Das Vater unser. So sollen wir beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden,
unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
Denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit,
Amen
Mt 6,14-15 “Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.”
Jesus sagt hier, eure bitte, die wird wohl erfüllt werden, wenn ihr richtig Handelt. Hier ist die bitte an eine Bedingung geknüpft. Und in Kapitel 7, als Jesus sagt: Wer bittet, dem wird gegeben. Im Abschnitt vorher und im Abschnitt danach spricht Jesus von Dingen die man tun soll. “Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.” und Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!
Und in diese vielen Aufforderungen zu Taten spricht Jesus gleichzeitig die Hoffnung auf Gebetserhörung hinein.
Was die ganze Bergpredigt mit seinen Aufforderungen sagt ist: Sei nicht Selbstsüchtig! Liebe! Und so sagt Jesus, wenn wir lieben und anderen Vergeben, so wird unser Gebet zur Vergebung auch erhört. Und daraus kommt, dass wenn wir so beten, nicht aus Selbstsucht, dann werden unsere Bitten ganz sicher erhört.
Ich war als Teenie viele Jahre immer wieder auf Strasseneinsätzen um für Leute zu beten. Und in dieser Zeit habe ich für viele Leute für Heilung gebetet. Und ich bin daran verzweifelt, dass es nie passiert ist. Keine einzige Heilung habe ich erlebt. Viele Kollegen haben immer davon erzählt, wie sie Heilung erlebten, aber ich war nie dabei. Es war immer in der anderen Gruppe, in der das passiert ist. Und nach Jahren habe ich plötzlich begriffen, ich habe gebetet für mich. Ich wollte ein Wunder erleben. Ich wollte sehen, wie Gott ist. Teilweise auch: Ich wollte der Heiler sein.
Selbstlos bitten!

Voraussetzung 2

Glauben!
Mk 11,22-24 “Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen werde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen. Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden.”
Jesus sagt hier wieder, “Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, das bekommen wir. Aber gleichzeitig sagt er, dass dies eng zusammenhängt mit einer Voraussetzung - nicht zweifeln.
Wir dürfen also nicht Zweifeln, wenn wir bitten. Wir müssen Glauben!

Die Lösung

Wir haben also diese zwei Voraussetzungen, und damit Probleme: Bitten müssen selbstlos sein und wir dürfen nicht zweifeln. Aber warum gibt es denn diese zwei Voraussetzungen? Ist das nicht irgendwie unfair, dass Gott diese zwei Voraussetzungen bestimmt? Können wir denn überhaupt Gott um etwas bitten, was wir wollen?
Hoffnung! Die Hoffnung der Liebe Gottes!
Das Bild das Jesus in seiner Rede gebraucht ist das eines Kindes, welches den Vater bittet. Und es bittet ihn um Brot und Fisch. Brot und Fisch, das waren die Lebensnotwendigen, alltäglichen Dinge die man brauchte. Damit sagt Jesus, dass Gott uns schon versorgt. Was eben Micha schon erzählt hat: Mt 6, 31-34. Wir müssen uns nicht Sorgen um das was wir brauchen. Gott der Vater weiss was wir brauchen und er gibt uns was wir brauchen. Weil ich also weiss, dass Gott mich versorgt und mir alles gibt, was ich brauche muss ich um nichts in egoistischem Sinne bitten. Und damit zeigt sich, dass ich eben das nicht Glaube, was Micha uns gepredigt hat: Gott gibt uns Genug! Diese Hoffnung, dass Gott mir genug gibt, bringt mich dazu, nicht mehr für meine eigenen Gelüste um Dinge zu bitten.
Und dann der Zweifel:
Röm 8,28 “Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.”
Was ist das Beste für mich? Ich habe doch selbst keine Ahnung was gut für mich ist. Vor 8 Jahren habe ich um eine Partnerin gebeten und ich bin herrlich froh, dass Gott mein Gebet damals erhört hat und SEIN WILLE geschah. In den letzten Jahren durfte ich lernen was es erst heisst, jemanden zu lieben. Und wenn ich damals schon eine Partnerin gehabt hätte, ich hätte sie niemals lieben können, wie ich es sollte und wollte. Und nun freue ich mich darauf, dass es irgendwann geschehen möge, so Gott will, damit ich meine Zukünftige wirklich lieben kann. Und wenn nicht, so weiss ich, dass ich genauso Gott lieben kann. Daher bete ich “Dein Wille geschehe!”
Das ist die Hoffnung, die alle Zweifel nimmt. Weil ich weiss und die Hoffnung habe, dass mir alles zum besten Dient, muss ich in meinem Gebet nicht Zweifeln. Und wenn ich das so bete, dann weiss ich, dass jedes Gebet erhört wird. Denn entweder lässt Gott meine zukünftige Braut direkt hier rein laufen, auf die Bühne, oder es passiert anders, nämlich besser. Denn Gott weiss besser, was gut ist für mich, als ich selbst.
Kurz bevor Jesus gekreuzigt wurde, ging er in ein tiefes Gebet. Und in diesem Gebet weinte Jesus vor Angst, was kommen wird. Und er sprach: Lk 22,42 “Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!”
Jesus selbst hatte Angst vor dem was kommt und er wünschte sich, nicht gekreuzigt zu werden. Und er bittete Gott darum, dass er nicht gekreuzigt wird. “doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!”. Das Gebet Jesu wurde erhört. Jesus wusste, dass der Vater den besten Weg wählt und dass es das beste für ihn und die Welt ist, dass Jesus ans Kreuz geht. Und Jesus vertraute dem Vater. Und es war gut.
Jesus bittete selbstlos. Er bittete auch für sich, aber umso mehr für die Welt. Und er war bereit, alles für die Welt zu geben. Für uns zu geben. Und damit erhielt er auch das beste für sich. Durch seinen Tod konnte er auferstehen. Durch diese Tat wurde er vom Vater erhoben und sitzt nun zur rechten Gottes.
Röm 8 28-32 “Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. [...] Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?”
Haben wir nicht daran vor kurzem an Ostern gedacht? Gott hat uns bereits alles gegeben, was wir brauchen. Und weiter gibt er uns das beste.

Schluss

Selbstlos - Gott gibt was wir brauchen
Glauben - Gott gibt das beste
Wenn du also nun in die Gebetswoche gest, dann geh dorthin mit dieser Hoffnung: Wenn du bittest, dann wirst du empfangen. Wenn du suchst, wirst du finden. Wenn du anklopfst, wird dir aufgetan.
Jetzt könnte man sagen: Jaja, wenn ich immer sagen muss: Dein Wille geschehe. Natürlich wird es dann immer erhört. Aber halt nie so wie ich will.
Ich möchte darauf mit einer kleinen Geschichte antworten:
Im Dezember 2018, als ich im Militär war, hat mich Gott in eine tiefe Gebetszeit geführt. Und da lehrte er mich beten, wie nie zuvor. Und so begann ich Gebete in ein Buch zu schreiben, für die ich lange Zeit beten wollte. Ohne gross zu überlegen schrieb ich als erstes Gebet in dieses Buch: Einen Partner für meine Schwester Anja. Sie ist 4 Jahre älter als ich und ich weiss, dass sie sich auch seit Ewigkeiten einen Partner wünscht. Und so betete ich eine Woche für sie. Nach einer Woche sagte mir Gott: Bete so, als wäre es bereits geschehen. Und so betete ich eine Woche lang: Danke Gott, dass du bereits jemanden auf den Weg zu ihr geschickt hast.
Nach diesen zwei Wochen kam ich nach Hause und als mich meine Schwester sah, umarmte sie mich und flüsterte mir ins Ohr: Ich habe jemanden kennen gelernt.
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