Im Schutz des Höchsten - Wie passt Gott auf uns auf?
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Psalm 91 (LU)
1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
2 der spricht zu dem Herrn:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.
3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers
und von der verderblichen Pest.
4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken,
und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.
Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
5 dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht,
vor dem Pfeil, der des Tages fliegt,
6 vor der Pest, die im Finstern schleicht,
vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.
7 Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite
und zehntausend zu deiner Rechten,
so wird es doch dich nicht treffen.
8 Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen
und schauen, wie den Frevlern vergolten wird.
9 Denn der Herr ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht.
10 Es wird dir kein Übel begegnen,
und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
11 Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
12 dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
13 Über Löwen und Ottern wirst du gehen
und junge Löwen und Drachen niedertreten.
14 »Er liebt mich, darum will ich ihn erretten;
er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.
15 Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören;
ich bin bei ihm in der Not,
ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben
und will ihm zeigen mein Heil.«
Was für einen Psalm.
Voll mit Aussagen über den Schutz Gottes über uns. Über seine Fürsorge für uns.
Psalm 91,1 (LU)
1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
(PT) Wer im Versteck des Höchsten wohnt
Psalm 91,2 (LU)
2 der spricht zu dem Herrn:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.
Wie passt Gott auf mich auf? - Was denkst du?
oder
Was will Gott wirklich bewahren?
Ein triunphalistischer Psalm?
Ein triunphalistischer Psalm?
Psalm 91 scheint auf dem ersten Blick, ein zu sehr triumphalistischer Text zu sein: eine überzogene Siegesgewissheit, aus der Überheblichkeit heraus.
Die Meisten, die diesen Psalm lesen, sie denken dies sind Verheißungen, die uns versichern, dass wir keine Schwierigkeiten/Problemen im Leben erleben werden. Dass wir von alle Gefahren verschont werden.
Besonders, wenn wir dann die Verse 9-11 lesen:
Psalm 91,9–11 (LU)
9 Denn der Herr ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht.
10 Es wird dir kein Übel begegnen,
und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
11 Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
Als hätten wir eine magische Aura über uns, als würden die Gläubigen in einer Schutzblase durch die Gegend laufen.
Dann lesen wir den Vers 8
Psalm 91,8 (LU)
8 Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen
und schauen, wie den Frevlern (Gottlosen) vergolten wird.
Viele lesen diesen Psalm, und denken, dass weil sie besonders gläubig sind, dass sie eine Extra-Hilfe haben, die die nicht Gläubigen nicht haben. Und dass die “Gottlosen” diese Extra-Hilfe nicht haben, und noch schlimmer, dass wenn sie Leid erfahren, dass das eine Vergeltung Gottes ist, weil sie nicht gläubig sind.
Ist das was diesen Psalm wirklich vermitteln will?
Ist das was diesen Psalm wirklich vermitteln will?
Schein so zu sein, ist es aber nicht.
Alle, die schon mit offenen Augen durch Leben gehen, haben schon gelernt, dass das nicht immer so ist.
Ich habe schon Gespräche mit Eltern gehabt, die ihre Kinder auf tragischer Art und Weise verloren haben - Und sie fragen sich: “Wo waren die Schutzengel, in dem Moment, wo wir am Meisten gebraucht haben.” - Psalm 91 funktioniert nicht so für mich, wie ich dachte.
Sogar die Bibel gibt uns die eine andere Perspektive des Lebens:
Hiob: Ein gläubiger Mensch. Fromm bist es nicht mehr geht. Er hat nichts falsches getan. Sein Leben aber wurde zu einem Chaos.
Die Botschaft der Erzählung von Hiob ist ganz klar: Menschen, die Gott vertrauen erleben auch Schmerz, Verlust und Leid. Sehr oft, sind das keine Strafen wegen Sünden. Das ist einfach und schlicht unser Leben in unserer chaotischen Welt.
Auch wichtig in der Botschaft von Hiob: Diese schwierigen Zeiten können uns Gott noch Näher bringen.
Wenn wir zum Neuen Testamt kommen, und das Leben von Jesus und seine ersten Nachfolger betrachten, werden wir dann ein ganz anders Bild haben: Schmerz, Leid, Verfolgung gehören zum Alltag der Gläubigen -
Jesus selbst hat seinen engsten Nachfolger gesagt:
Johannes 16,33 (NLB)
Hier auf der Erde werdet ihr viel Schweres erleben (Angst, Bedrängnis haben). Aber habt Mut(sei getrost), denn ich habe die Welt überwunden.«
Sogar das größte Zeichen der Liebe und Zuwenden Gottes an uns Menschen: Ein Kreuz - das Symbol überhaupt für Schmerz und Leid.
Jesus mit dem Teufel…
Jesus mit dem Teufel…
Matthäus 4,5f (LU)
5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben : »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«
Was für einen Rat hat der Teufel gegeben?
„Vertraut auf Gott. Er wird auf dich aufpassen.“
Der Teufel sagt: vertraut auf Gott. - komisch, oder.
Wir lernen immer wieder, dass der derjenige ist, der uns ins Ohr das Gegenteil flüstert: „Vertraut auf Gott nicht!“
Jesus war aber nicht dumm. Er hat gemerkt, dass der Teufel ein wichtigen Teil rausgelassen hat:
Psalm 91,11–12 (LU)
11 Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
12 dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Jesus weiß, dass seinen Weg nicht der “Weg” eines Vogels ist.
Sein Weg, ist der Weg eines Menschens.
Nicht irgendwie runterspringen, in der Erwartung, dass Gott ein “übernatürlichen Wunder” tut … sondern, seinen Weg aus der Zinne des Tempels, ist der Weg eines vernünftigen Menschen.
Und so antwortete Jesus:
Matthäus 4,7 (LU)
7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben : »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«
Anstatt Gott zu versuchen, also, anstatt die physikalische Gesetze zu ignorieren (Jesus hätte es natürlich manipulieren können), seine Antwort war so na dem Motto: „Da ist eine Treppe. So komme ich von hier runter.“
Gott hat Dinge mit bestimmten Ziel geschaffen, und wenn wir uns weigern, solche Mittel zu nutzen, wenn wir nur “das Übernatürliche” erleben wollen, da leugnen wir Gott selbst.
klassisches Beispiel: Ich bin Krank - Ich höre aber nicht was der Artz sagt, ich lasse mich nicht medizinisch behandeln - Gott wird mich schon (auf übernaturliche Art und Weise) heilen.
Keine Schutzblase
Keine Schutzblase
Was diese Psalm nicht vermitteln will, dass Gott uns nicht von allen schlechten Dingen im Leben bewahrt.
Wir werden nicht immer von alle Sachen geschont.
Auch Menschen, die alles richtig machen, die Gott mit ganzen Herzen folgen, auch Leid, Schmerz und Tod erleben.
Aber warum steht das so in der Bibel geschrieben?
Vielleicht, weil das Konzept vom Schutz und was genau geschützt wird, soll anders wahrgenommen werden.
Psalm 91 beschreibt uns eine Liste von Dingen, die wir sicherlich erleben werden:
Strick des Jägers/ Pfeilen der Feinde (Menschen, die uns anfeinden)
die verderblichen Pest (Krankheiten)
die Grauen der Nacht (unsere tief existenziellen Zweifeln, Depression)
Die Tausend, die zu meiner Seite fallen (die gesellschaftliche Herausforderungen)
Selbserklärung des Textes:
Selbserklärung des Textes:
Psalm 91,4 (LUT84)
Seine Wahrheit (Treue) ist Schirm und Schild,
Es geht nicht um eine magische Kraft, die über uns hängt oder um uns umgibt.
es geht um Gottes Wort, seine Zusagen, seine Treue, seine Wahrheit - wenn wir uns unter seine Schirm stellen, das ist unser Schutz.
Ich denke,
Der Punkt ist nicht: dass es mir keine böse Sachen widerfahren werden, sondern, dass ich, wenn ich Schutz “Unter dem Schirm des Höchsten” suche, dass ich als “Person” - mein inneren Mensch (wie Paulus es sagt) Geschütz ist - ich kann Ruhe, Frieden, Hoffnung und Liebe finden - Auch wenn der Chaos um mich herum sich aufbaut, auch wenn ich selbst leide und Schmerz erfahre.
Wenn Menschen mir was Böses antun, aber ich unter dem Schrim Gottes bin - das heißt, wenn ich sein Gebot der Liebe beachte— das wird mir Helfen wenig Raum für Rache zu haben. Der andere, der Böse ist, wird es nicht schaffen, mich auch zu einem Bösen Menschen zu machen wie er ist. . Es ist durchaus möglich, dass er mein Körper, meine Gefühle verletzt. Aber so einer wie er, werde ich nicht sein.
Ich als Person, als ein Kind Gottes, finde Schutz.
Es möglich, dass ich verletz werde, aber Hass wird mein Herz nicht herrschen. Hass wird meine Taten nicht lenken.
Es ist möglich, dass ich unter einer Krankheit leide, ich werde aber nicht zynisch oder misstraurisch und neidisch auf die Gesundheit von anderen.
Es ist möglich, dass ich finanzielle Not erfahre, mein Herz wird sich aber nicht von Geldgier treiben lassen, sondern Großzügigkeit wird meine Taten bestimmen.
Es ist möglich, dass mir Ungerechtigkeit widerfahre. Unter dem Schrim des Höchsten - Wenn Gottes Wort in mir lebendigt bleibt - Wenn Christus in mir lebt - werde ich aber fest an der Gerechtigkeit Gottes bleiben, und für die Gerechtigkeit für anderen kämpfen.
Er wird Engel (Brüder und Schwester) an deiner Seite stellen, die dich ermutigen, ermahnen, trösten...
Und wenn wir stolpern, versagen, werden wir nicht ganz kaputt werden. Wenn wir stolpern, und die Menschen uns richten, er wird uns nicht ablehnen. Mein Denken wird geschützt sein, von den Gedanken: dass er mich nicht mehr liebt.
Die Egoisten, die die mich fressen wollen, die werde ich begegnen. Sie werden mein Charakter nicht beeinflussen. Ich weiß wer ich bin, ich weiß, dass ich nicht selbst egoistisch sein muss, um mich zu vergewisser, dass ich mein Wert habe.
Mein innerstes ist geschützt.
Und wir merken hier: das alles haben wir, wenn wir uns an Gottes Wort, an seine Verheißungen, Gebote - an Jesus Christus selbst fest halten.
Psalm 91,4 (LUT84)
Seine Wahrheit (Treue) ist Schirm und Schild,
Gottes Wort ist der Schirm, unter dem wir Schutz finden - Schutz für unsere Seele.
Lied:
